12.03.2010 | Redakteur: Stephan Augsten
Entgegen landläufiger Vorurteile werden die meisten infizierten Webseiten nicht in Osteuropa gehostet, sondern in den USA. Direkt dahinter rangieren Deutschland und China – allerdings mit deutlichem Abstand. Zu diesen Ergebnissen kommt der Antivirus-Hersteller AVG im Rahmen einer geographischen Bedrohungsanalyse.
Ob es sich nun um kompromittierte, manipulierte oder extra aufgesetzte Webseiten handelt: 44 Prozent aller Schadcode-Schleudern werden auf Servern in den USA gehostet. Ein Anteil von jeweils fünf Prozent entfällt auf deutsche und chinesische Server. Knapp die Hälfte aller infizierten Webseiten fungiert dabei maximal 24 Stunden lang als Malware-Verbreiter.
Die Zahlen stammen von AVG Technologies. Sechs Monate lang hat der Antivirus-Anbieter die Herkunft von Bedrohungen analysiert, die der bei etwa 110 Millionen Nutzern installierte AVG Link Scanner an die AVG-Forschungslabors übermittelt.
Der Studie zufolge liegt das Gros der Malware auf eigentlich vertrauenswürdigen Homepages, die von Cyber-Kriminellen manipuliert und missbraucht werden. An 4.600 Orten in den USA identifizierte AVG nach eigenen Angaben teils mehrere Server mit präparierten Webseiten.
Karel Obluk, Chief Technology Officer bei AVG Technologies, begründet diese Konzentration mit der Attraktivität des Zielmarktes und der ausgepägten Internet-Infrastruktur in den USA. AVG weist allerdings auch darauf hin, dass die Studie keine Rückschlüsse auf die eigentlichen Server-Betreiber oder Malware-Verbreiter erlaubt. Denn die Hintermänner krimineller Netzwerke verstecken sich in aller Herren Länder.
Alarmierend ist laut Obluk der deutliche Anstieg infizierter Server in den vergangenen sechs Monaten: „In den USA haben wir anfangs bis zu 5.500 neue Server täglich registriert, die Malware verbreiten. Im Januar 2010 hat sich diese Zahl wochenlang um bis zu 60 Prozent erhöht, das entspricht bis zu 9.000 neuen Malware-Servern am Tag. Im Monatsmittel beobachten wir eine Zunahme der infizierten Server um mehr als 40 Prozent.“
Zusätzlich zur eingesetzten Antivirenlösung empfiehlt AVG deshalb einen Webschutz wie den AVG LinkScanner. Dieser ist bereits in die eigenen Sicherheitslösungen integriert, Nutzer anderer Security- und Antivirus-Software können den AVG LinkScanner kostenlos herunterladen und nutzen. Als Browser werden Internet Explorer oder Firefox vorausgesetzt.
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