Umweltfreundliches Computing

Wachsendes Interesse an „Green-IT“

16.05.2007 | Autor / Redakteur: Peter Hempel / Martin Hensel

Trotz des Wissens, dass sich Umweltbelange auf den künftigen IT-Betrieb auswirken, hat die überragende Mehrheit der Großunternehmen bis heute nicht die Anforderungen einer „Green-IT“ in ihre Entscheidungen einbezogen. Das ist das Ergebnis einer Forrester-Studie, in der 124 Anwender und Einkäufer in Nordamerika und Europa zum Thema befragt wurden.

Zwar geben 85 Prozent der Befragten an, dass Umweltfaktoren eine wichtige Rolle in der Planung spielen, jedoch hat nur ein Viertel Kriterien für „Green-IT“ als festen Bestandteil in die Beschaffungsprozesse integriert. Führende Technologieanbieter investieren stark in Initiativen für umweltbewusste IT. Sie stellen große Mittel zur Entwicklung energieeffizienter Server und Lösungen für Kühlung und Stromverbrauch von Rechenzentren sowie eine umweltgerechte Produktion und Recycling-Programme bereit. Ob diese Initiativen dem Markt Rechnung tragen und was IT-Käufer zu einem Umdenken bewegen könnte, zeigt die Studie.

In den Antworten überwiegen zwei Argumente: Effizienz und gesellschaftliche Verantwortung. Für das Gros der IT-Entscheider kommen Umweltaspekte allerdings nur infrage, wenn diese mit einer Kostensenkung einhergehen. Es handelt sich also um rein pragmatische, betriebswirtschaftliche Entscheidungen.

Tiefer gehende Befragungen von mehr als zwei Dutzend der Umfrageteilnehmer machen die aktuelle Dynamik der „Green-IT“ deutlich. So erklärte der Chief Technology Officer eines herstellenden Betriebes gegenüber Forrester: „Wir würden grün produzieren, weil es für das Geschäft sinnvoll ist, nicht, weil es grün ist. Es müsste Kosteneinsparungen nach sich ziehen.“

Erst die Kosten, dann der Nutzen

Dieselben Beweggründe sind wohl auch die Ursache für solche auf den ersten Blick seltsam anmutende Pläne: Unlängst veröffentlichten zwei Branchengrößen Überlegungen zur Gründung einer Serverfarm in Grönland. Dort produzieren Geothermalkraftwerke über 25 Prozent der Energie, was einer umweltfreundlichen IT-Installation entgegenkommt. Allerdings ist dieses Überangebot, welches im Winter sogar beheizte Gehwege ermöglicht, auch für einen besonders niedrigen Kilowattstunden-Preis verantwortlich.

Die Forrester-Studie brachte auch zutage, dass Abnehmer mehr Informationen über die Bemühungen der Anbieter haben möchten, umweltfreundliche Produkte und Services zu entwickeln und zu vertreiben. Nur 15 Prozent der befragten IT-Professionals gaben an, über grüne Initiativen der Anbieter ausreichend informiert zu sein. Die meisten hörten aber wenig oder gar nichts von ihren Geschäftspartnern. Einig war sich das Gros der Befragten darin, dass ihre zukünftigen Einkaufsentscheidungen voraussichtlich davon beeinflusst werden.

Die Forrester-Studie „Tapping Buyers Growing Interest In Green IT“ umfasst außerdem Empfehlungen für Technologie-Marketing-Professionals, wie sie das wachsende Interesse über die Initiativen für umweltfreundliche Produkte und Services von IT-Nutzern auf sich ziehen können. Das PDF kostet 279 US-Dollar.


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