Hardware, Software und Services im Fokus

Gartner: Westeuropa leidet besonders unter sinkenden IT-Ausgaben

09.11.2010 | Redakteur: Katrin Hofmann

Unter anderem die Investitionen in Drucker und PCs könnten sich stärker hin zu preisgünstigeren Geräten verlagern.

Erst 2011 könnten die ITK-Ausgaben in der EMEA-Region wieder auf Wachstumskurs gehen, mutmaßen die Marktforscher von Gartner. 2010 sollen die Ausgaben noch rückläufig sein, wobei die Entwicklung in den einzelnen Segmenten unterschiedlich ausfällt.

Laut Gartner werden die IT-Ausgaben in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) 2011 rund 795,2 Milliarden US-Dollar (umgerechnet nach aktuellem Kurs: 574,2 Milliarden Euro) betragen. Trifft diese Prognose ein, wäre das eine Steigerung von 1,3 Prozent. 2009 und 2010 allerdings ist EMEA „die einzige Region mit einem Rückgang“, so Gartner. Bis Ende 2010 sollen hier die Ausgaben 784,8 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 566,7 Euro) betragen. Das wäre ein Verlust im Jahresvergleich um 2,1 Prozent.

Westeuropa besonders schwach

Vor allem Westeuropa soll unterdurchschnittlich abschneiden: Um 3,3 Prozent geringer könnten hier die Investitionen ausfallen. Auch soll in dieser Region, so die Vorhersage, die geringste durchschnittliche Wachstumsrate bis zum Jahr 2014 zu messen sein: Etwa 0,8 Prozent jährlich. Unter anderem die IT-Ausgaben der öffentlichen Haushalte sollen dieses Jahr rund 2,8 Prozent zurückgehen, bedingt durch die Staatsschulden-Krise, die den öffentlichen Sektor in Europa zum Sparen veranlasst.

Hardware, Software, Services

Der Hardware-Markt könnte 2010 das einzige Segment sein, in dem voraussichtlich Mehreinnahmen erwirtschaftet werden. Das Plus soll hier zirka 4,6 Prozent betragen. Damit würden 79,4 Milliarden Dollar (umgerechnet 57,3 Milliarden Euro) umgesetzt. Grund für den positiven Trend seien die geringen Volumina der Verkäufe im vergangenen Jahr und jetzt wieder beginnende Replacements. Der Storage-Bereich sei wegen der weiter steigenden Speicher-Anforderungen am geringsten von der Krise betroffen gewesen und habe auch bis 2014 die besten Chancen für Wachstum. Die Umsätze mit Servern, Druckern und PCs sollen dagegen vor allem in Westeuropa unter dem Wechsel der Kunden hin zu günstigeren Geräten leiden.

Der IT-Services-Markt habe weiter zu kämpfen und soll am langsamsten im Vergleich zu den anderen zwei Segmenten in die Wachstumszone zurückkehren. Für dieses Jahr gehen die Analysten davon aus, dass der Umsatz um rund 5,6 Prozent zurückgehen könnte und damit etwa 234 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 169 Milliarden Euro) erreicht. Ursächlich dafür seien eine tendenziell risikoscheue und kostenfokussierte Denkweise.

Das Enterprise-Software-Segment könnte ab 2012 die Wachstumsraten der Hardware übertreffen. Dieser Trend soll bis 2014 anhalten. In Westeuropa sollen vor allem Länder wie Deutschland oder Frankreich diese Entwicklung vorantreiben.


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