04.03.2010 | Redakteur: Katrin Hofmann
Das Marktforschungsunternehmen Gartner hat seine Prognose für die diesjährigen, weltweiten PC-Verkaufszahlen deutlich erhöht. Denn neue, innovative Produkte führen Kunden in Versuchung.
Laut aktueller Vorhersage der Gartner-Analysten könnten bis Ende dieses Jahr weltweit 366,1 Millionen Rechner verkauft werden. Trifft diese Vorhersage ein, wären das 19,7 Prozent mehr als 2009. Im vergangenen Jahr wurden 305,8 Millionen PCs abgesetzt.
Auch die Ausgaben der Kunden für die Technik sollen steigen: bis Ende 2010 auf rund 245 Milliarden US-Dollar. Dies entspräche einem Plus von 12,2 Prozent.
Damit sind die Analysten mittlerweile optimistischer als im Dezember 2009. Kurz vor dem Jahreswechsel waren sie von einem Anstieg der Verkaufszahlen von 13,3 Prozent ausgegangen. Für die Rechner-Budgets veranschlagten sie ein mögliches Wachstum von 1,9 Prozent.
Außerdem erwarten die Marktforscher, dass alle regionalen Märkte wieder zu Wachstum zurückkehren. Die Nachfrage durch Endkunden könnte sich ebenso verbessern wie die durch Geschäftskunden, die im Zuge der Erholung der Wirtschaftlage wieder verstärkt investieren dürften.
„Die PC-Industrie wird im Wesentlichen durch mobile PCs angetrieben“, erklärt George Shiffler, Research Director bei Gartner. 2009 waren 55 Prozent aller verkauften Rechner mobil. Bis 2012 soll der Anteil der Notebooks, Netbooks und Tablets auf 70 Prozent wachsen. Dabei sollen Netbooks ihren hohen Stellenwert behalten, neue Tablet-PCs und mobile Rechner mit ULV-Prozessoren (Ultra Low Voltage) könnten gleichzeitig an Bedeutung gewinnen. Die Zahl der verkauften Desktop-Rechner dürfte dagegen nur minimal steigen.
„Die Nutzer erwarten eine zunehmende Segmentierung der PC-Angebote“, beschreibt Gartner-Analyst Ranjit Atwal die Ansprüche der potenziellen Käufer. Anbieter könnten es sich deshalb immer weniger leisten, ausschließlich in herkömmlichen Formfaktoren zu denken. Durch die vermehrte Nutzung von Web-Applikationen benötigten immer mehr Anwender nicht mehr den traditionellen Rechner. Apples iPad sei nur eines von zahlreichen Geräten, die die PC-Landschaft ein Stück weit verändern könnten, unter anderem durch Überlappungen mit der Mobilfunkbranche. Dies berge für die Hersteller neue Herausforderungen, aber auch Chancen.
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