ITK-Marktexperte Dr. Rudolf Aunkofer über Cloud-Computing-Modelle

GfK: „SaaS-Konzepte sind noch nicht wettbewerbsfähig“

04.03.2010 | Redakteur: Regina Böckle

Dr. Rudolf Aunkofer, GfK, warnt vor unkritischer XaaS-Euphorie.

Dr. Rudolf Aunkofer, GfK Global Director IT, erläutert im Interview mit IT-BUSINESS, weshalb er die Erwartungen auf massive Umsätze im Bereich Software as a Service (SaaS) für überzogen hält.

ITB: Welche Bedeutung wird 2010 hierzulande den Software-as-a-Service- und Infrastructure-as-a-Service-Modellen im Geschäftskunden-Bereich zukommen?

Aunkofer: Hier gilt es zunächst, zwischen SMB- und Großkunden-Kunden zu unterscheiden. Großkunden mit hauseigenen IT-Abteilungen dürften sicherlich an diesen SaaS- und IaaS-Modellen Interesse haben. Denn schon in den vergangenen Jahren hat sich hier beispielsweise Outsourcing langsam größer werdenden großen Interesses erfreut. Insgesamt rechnen wir in Deutschland – insbesondere bei SMB- und Privatkunden mit einer positiven, aber deutlich verhalteneren Entwicklung als zum Beispiel in Frankreich oder speziell in Großbritannien.

ITB: Weshalb? Gerade SMB-Firmen haben doch häufig keine dedizierte Abteilung, die sich um die IT kümmern kann.

Aunkofer: Ähnlich wie bei Privatkunden reichen diesen kleineren Firmen häufig die einfachen, per Retail-Box verkauften Software-Anwendungen zur Abbildung ihrer Geschäftsprozesse völlig aus. Mittelfristig entscheidend dürfte sein, ob SaaS oder IaaS tatsächlich kostengünstiger sein wird, Hier hege ich momentan Zweifel. Hinzu kommen – vielleicht typisch deutsche – Sicherheitsbedenken.

ITB: Gesetzt, SaaS und IaaS erweisen sich wirklich als kostengünstiger im Vergleich zu gekaufter vor Ort installierter Software?

Aunkofer: Dann stellt sich für mich eine weitere Frage: Welchen Nutzen sollten die Anbieter davon haben? Denn in Summe dürften sie mit diesen as-Service-Modellen einen geringeren Umsatz realisieren, weil es aufgrund der begrenzten Anzahl von Unternehmen unwahrscheinlicher wird, die Nutzer- und Zielgruppen merklich auszuweiten.

ITB: Das Problem der begrenzten Anzahl an Unternehmen – und damit potenzieller Kunden – besteht aber doch beim klassischen On-Premise-Modell ebenso. Weshalb soll es für das as-Service-Modell problematischer sein?

Aunkofer: Ja, da haben Sie sicherlich recht. Wenn Unternehmen aber von On-Premise-Modellen „weg wechseln“ sollten, dürften geringere Kosten ein Argument sein – unter dieser Prämisse wäre bei identischer Kundenanzahl der Umsatz geringer – oder Anbieter dürften aus dem Markt ausscheiden.

Welche Chancen die XaaS-Konzepte im Privatkunden-Umfeld haben könnten, erläutert Dr. Rudolf Aunkofer auf der nächsten Seite.

Weshalb SaaS bei Privatkunden floppen könnte


Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)



Spamschutz 

Bitte geben Sie das Resultat dieser Rechenaufgabe (Addition) ein:
Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2043499)

IT-BUSINESS Newsletter-Vorschau
Zum Beispiel-Newsletter

Abonnieren Sie den täglichen Newsletter IT-BUSINESS Today!

Sie erhalten kostenlos und pünktlich jeden Morgen und Mittag die aktuellsten News, Hintergründe und Personalien aus dem IT-Markt.

>> Hier geht es weiter zur Registrierung