08.12.2009 | Redakteur: Ulrike Ostler

Es ist ernst, aber nicht hoffnungslos, sagen die Standortbestimmungen und Prognosen diverser Analysten. So zeigt Bearingpoint, dass die Krise die IT-Manager herausfordert und TNS Infratest attestiert dem deutschen IKT-Standort eine nur durchschnittliche Leistungsfähigkeit, aber gute Bedingungen. So prognostiziert IDC für 2010 moderates Wachstum der IT-Ausgaben und eine fundamentale Umgestaltung der ITK-Branche.
51 Prozent der deutschen Chief Information Officers (CIOs) mussten 2009 krisenbedingt Kürzungen der IT-Budgets hinnehmen. Das ergab eine Befragung der Management- und Technologieberatung BearingPoint unter Entscheidern aus mehr als 55 Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung. Demnach sieht sich jeder dritte IT-Manager derzeit mit einer Budget-Reduzierung von über zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr konfrontiert.
Besonders stark betroffen ist die Finanzbranche. Hier musste fast jede zweite IT-Abteilung (43 Prozent) Kürzungen in diesem Ausmaß verschmerzen. Hingegen waren im öffentlichen Sektor nur jeder dritte CIO (31 Prozent) und in der Industrie lediglich jeder Vierte (24 Prozent) davon betroffen.
Doch trotz dieser Ausgabeneinschränkungen steigt die Zahl der Aufgaben sagt Jan Bernstorf, Senior Managerbei Bearingpoint. Zum Beispiel kämen ungeplante Projekte zur Kostensenkung zu den geplanten und üblichen Aufgaben dazu.
Doch die IT-Verantwortlichen haben bereits reagiert. Nahezu die Hälfte, 43 Prozent, aller Befragten hat ihr IT-Projektportfolio überarbeitet und neu bewertet. Dadurch entstehen jetzt finanzielle Spielräume für strategische mittel- bis langfristige IT-Maßnahmen zur Kostensenkung.
Nach Studienergebnissen erkennen viele CIOs in der Krise sogar Chancen für langfristige Weichenstellungen: Aufgrund des zunehmenden Kostendrucks ist die Bereitschaft, strukturelle Fehlentwicklungen der Vergangenheit zu korrigieren, jetzt deutlich höher als in Phasen gesunden Wachstums. So haben über 40 Prozent bereits mit der Umsetzung langfristiger Maßnahmen zur Kostensenkung begonnen oder diese teilweise abgeschlossen, beispielsweise dem Ersatz von IT-Altsystemen durch neue Technik mit niedrigeren Betriebskosten
Diese Maßnahmen können allerdings nur ein Anfang sein. Denn drei Viertel der Befragten, 71 Prozent, halten die bislang getroffenen Maßnahmen nur teilweise für ausreichend.
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