Unified Communications bringt neue Prozesse in Gang

Wie viele Anbieter sterben auf dem Weg in die schöne neue UCC-Welt?

27.10.2009 | Redakteur: Sylvia Lösel

Nahtlose Kommunikation und Zusammenarbeit liegen im Trend – und werden Opfer fordern.

Der Weg zum Erfolg von Unified Communications und Collaboration ist steinig: für die Hersteller ebenso wie für den Fachhandel und Systemintegratoren. Gartner und Berlecon zeigen in Studien Fallstricke und Chancen auf.

Die gute Nachricht zuerst: Der weltweite UCC-Markt (Unified Communications und Collaboration) wird in diesem Jahr um 22 Prozent auf ein Volumen von 7,4 Milliarden US-Dollar wachsen. Mehr als 30 Prozent Marktanteil entfallen dabei auf Cisco, IBM und Microsoft.

Doch jetzt die schlechte Nachricht: Bis zum Jahr 2013 wird es mehr als die Hälfte der heutigen Anbieter von UCC nicht mehr geben, da sie die Erwartungen ihrer Kunden nach einer umfassenden UCC-Lösung nicht erfüllen können. „Die Anbieter, die diese Konsolidierungsphase überleben, sind diejenigen die es schaffen, wahre UCC-Lösungen anzubieten, und nicht mehr nur einzelne Bausteine“, sagt Steve Blood, Analyst bei Gartner. Bislang werden die drei Komponenten von UCC – Sprache, (Instant) Messaging, Konferenzen – meist separat betrachtet. Künftig werde es nicht mehr diesen hersteller-getriebenen Ansatz geben, sind sich die Analysten sicher. Die Unternehmen werden ihre Prozesse analysieren und dann nach entsprechenden Lösungen verlangen.

Neue Bündnisse eingehen

In diese Kerbe schlägt auch eine Berlecon-Studie, die von Cisco, Damovo und Aastra in Auftrag gegeben wurde. Um die Potenziale von UCC auszuschöpfen und überzeugende Business Cases zu entwickeln, muss die Geschäfts-Integration stärker in den Fokus gerückt und von den Anbietern adressiert werden. Eine Einbindung von UC-Funktionalitäten in ERP-, CRM- oder Produktionssysteme wird dann die Folge sein. Für Unternehmen ist es daher wichtig, ihre Prozessabläufe zu optimieren und diese dann mit entsprechenden Systemen auch abzubilden.

Dies bedeutet einerseits für die Hersteller, dass sie künftig offene Schnittstellen und Standards anbieten müssen. Für Fachhändler und Systemintegratoren dagegen wird es immer wichtiger, Partnerschaften auszubauen und neu zu gestalten. Denn, so der Berlecon-Report, mit der UC-Business-Integration entstehe ein neues Geschäftsfeld für Beratungen und Integratoren, die sowohl TK als auch IT beherrschen und darüber hinaus ein hohes Maß an Prozesswissen mitbringen.

Als Konsequenz müsse auch der Vertrieb angepasst werden. Die bisher so beliebten ROI-Kalkulatoren seien in diesem Umfeld nicht effektiv. Es müsse der tatsächliche Nutzen der Lösung herausgestellt und durch konkrete Beispiele illustriert werden.


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