15.12.2008 | Redakteur: Katrin Hofmann
Stagnation sagt der Bitkom für die IT-, TK- und CE-Umsätze in Deutschland im nächsten Jahr voraus. Damit hat der Branchenverband angesichts der aktuellen Wirtschaftslage seine Prognose nach unten korrigiert. Die einzelnen Marktsegmente soll es allerdings unterschiedlich stark treffen.
Mit geschätzten 144,6 Milliarden Euro Umsatz soll der deutsche ITK-Markt laut Bitkom 2009 auf dem Niveau dieses Jahres verharren. Mit dieser Vorhersage hat der Branchenverband seine im September abgegebene Schätzung von plus 1,5 Prozent deutlich zurückgeschraubt. Bis Ende dieses Jahres sollen die Umsätze um 1,2 Prozent zulegen. Auch hier hatte der Verband noch vor drei Monaten an ein Plus von 1,8 Prozent geglaubt.
»Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Hightech-Industrie drücken in einigen Marktsegmenten die Umsatzerwartungen nach unten«, erläutert Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Während die IT-Nachfrage weiter wachsen soll, sind die Erwartungen an den Telekommunikations- und Unterhaltungselektronik-Sektor eingetrübt.
Der Markt für Informationstechnik soll im kommenden Jahr um 1,5 Prozent auf 66 Milliarden Euro zulegen. Für den weiteren Aufwärtstrend sei die strategische Bedeutung der IT für die Firmen verantwortlich, die Effizienzsteigerungen durch die Investitionen erwarteten. Auch sei mit wachsender Nachfrage durch Behörden zu rechnen, deren Einkaufsverhalten kaum von konjunkturellen Schwankungen abhängig sei. Software und Services sollen auf 48,5 Milliarden Euro und damit um 3,1 Prozent zulegen. Der Umsatz mit Hardware werde dagegen um 2,4 Prozent auf rund 19 Milliarden Euro zurückgehen.
Die optimistische Prognose für Software und Services geht konform mit der Vorhersage von Gartner für den weltweiten Softwaremarkt im nächsten Jahr. Zwar hat auch Gartner aktuell eine leichte Korrektur nach unten vorgenommen, geht aber nach wie vor von einem Plus von 6,6 Prozent aus.
Weniger positiv sollen sich dagegen hierzulande 2009 die CE- und TK-Märkte entwickeln. Den TK-Umsätzen prophezeit der Bitkom ein Minus von 1,2 Prozent auf 65,4 Milliarden Euro. Erstens ständen die TK-Anbieter unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung seit Jahren unter starkem Preisdruck. Zweitens führten Markteingriffe der Europäischen Union, unter anderem bei den Roaming-Gebühren, »zu Umsatzeinbußen in Milliardenhöhe«.
Ebenfalls ins Minus sollen die CE-Umsätze abgleiten. Nach einem Wachstum von 4,4 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro in diesem Jahr, werde der Markt 2009 auf minus 2,5 Prozent drehen. »Die Sonderkonjunktur durch die Fußball-Europmeisterschaft und die Olympischen Spiele geht zu Ende«, so Scheer.
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