Stimme aus dem Handel

In den Fängen der Drucker-Kolonnen

18.09.2009 | Autor / Redakteur: Achim Heisler, Geschäftsführer von A-H-S / Regina Böckle

Achim Heisler, Geschäftsführer des Düsseldorfer Systemhauses A-H-S
Achim Heisler, Geschäftsführer des Düsseldorfer Systemhauses A-H-S

Fachhandelspartner leiden im Drucker-Geschäft nicht nur unter dem Preis-Dumping bei der Hardware. Auch beim Zubehör – vor allem bei der Vermarktung der Druckerpatronen – erweisen sich Hersteller zunehmend findig, weniger für mehr zu verkaufen. Mit fatalen Folgen für den Fachhandel, wie A-H-S-Systemhauschef Achim Heisler in seinem Kommentar zu berichten weiß.

Erinnern Sie sich noch an die guten alten Zeiten, als ein Drucker groß, schwer und teuer war? Die Achsen und die Zahnräder waren aus Metall und damit fast unverwüstlich. Das hatte allerdings auch seinen Preis – ein HP-Deskjet-500C kostete beispielsweise über 1.000 D-Mark. Damit würden Sie heute in der Farblaser-Liga locker mitspielen. Und ein nicht zu vernachlässigender Punkt: Dieser Drucker ließ sich sogar mit einer Gewinn-Marge verkaufen. Aber die guten Zeiten sind längst vorbei.

Wir haben uns in den letzten Jahren an viele Dinge gewöhnt, die einem das Drucker(Hardware)-Geschäft verleiden. Ich beneide keinen meiner Kollegen, der schwerpunktmäßig im Hardware-Bereich tätig ist. Denn heute ist es normal, dass Drucker für unter 100 Euro über die Ladentheke gehen, oder die Materialqualität als minderwertig zu bezeichnen ist. Sogar Versuche mit Einwegdruckern hat es schon gegeben. Dass diese Produkte keine Marge mehr erlauben, wird als gottgegeben hingenommen. Über Service und Support für solche Drucker darf sich weder der Handel noch der Endkunde irgendwelche Illusionen machen. Dass auch im höherwertigen Bereich Preise durch Grauimporte und Projektrückläufer kaputt gemacht werden, ist in den letzten Wochen in Zeitschriften und Foren eifrig diskutiert worden.

Ab 60 Prozent Füllstand gilt die Patrone als „leer“

Ein Fernsehbericht in Plus-Minus ließ mich aber erneut aufhorchen: Dass die Hersteller ihr Geld mittlerweile über die Tintenpatronen verdienen, hat mich nicht überrascht. Dass sie aber schon bei Rest-Tintenbeständen zwischen 20 und 60 Prozent melden, die Patrone sei leer, diese Dummdreistigkeit hat auch mich erstaunt.

Am interessantesten waren allerdings die Statements des HP-Produktmanagers zu dem Thema. Es lief darauf hinaus, dass ein „leer“ in der Meldung des Druckers ja nicht unbedingt „leer“ heißt.

Weiterhin toll fand ich die Methoden der Hersteller, den wahren Stand der Tinte zu verschleiern. Da werden transparente Teile durch intransparente ersetzt, Patronen mit Luftkammern hergestellt, um ursprüngliche Größe vorzugaukeln, oder der Tintenschwamm auf ein Drittel seiner Ursprungsgröße verkleinert.

Leider haben wir von all den Tricks nichts, da wir die Patronen zu Höchstpreisen in der Distribution einkaufen müssen. Und da die Hersteller in den letzten Jahren ihr gesamtes Innovations-Potenzial in die Entwicklung nicht nachbaubarer Patronen gesteckt haben, sind auch Alternativ-Hersteller von guter Qualität immer seltener. Oder kann mir jemand der Hersteller erklären, wieso mein betagter Canon i865 immer noch in der Druckqualität mit den aktuellen Geräten locker mithalten kann?

Wie das Drucker-Modell der Zukunft aussieht, beschreibt Achim Heisler auf der nächsten Seite.

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