Einschätzung von IDC

HTML5 – Die Rettung für IT-Abteilungen beim Thema Bring your own Device?

| Autor / Redakteur: Jennifer Waldeck / Katrin Hofmann

Jennifer Waldeck, Research Analyst bei IDC in Frankfurt
Jennifer Waldeck, Research Analyst bei IDC in Frankfurt

Die breite Masse der Privatnutzer möchte ihre privaten Geräte auch für Unternehmenszwecke einsetzen. Mitarbeiter wollen mittlerweile am liebsten von überall aus auf alle relevanten Inhalte zugreifen können. Der noch in der Entwicklung befindliche „HTML5-Standard“ stellt sich als veritable Lösung dar.

Ob von Apple, Samsung, Microsoft oder jedem anderen beliebigen Anbieter – Endgeräte wie Smartphones und Tablet-PCs sind in den Unternehmen nicht länger nur Statussymbole hochranginger Manager. Die breite Masse der Privatnutzer möchte ihre privaten Geräte auch für Unternehmenszwecke einsetzen. IT-Abteilungen stellt dies bereits heute vor große Herausforderungen. Reichte anfangs der Zugriff auf geschäftliche von unterwegs noch aus, wollen Mitarbeiter mittlerweile am liebsten von überall aus auf alle relevanten Inhalte zugreifen können. Der noch in der Entwicklung befindliche „HTML5-Standard“ stellt sich als veritable Lösung dar.

Überall und jederzeit erreichbar sein – so beschreiben viele die heutige Arbeitswelt. Die Entwicklung und wachsende Verbreitung von Smartphones und Tablet-PCs, aber auch Laptops und Ultrabooks macht es möglich. In vielen Unternehmen haben Mitarbeiter deshalb bereits ein Mitspracherecht bei der Auswahl der Arbeitsplatz-IT, Tendenz steigend. Dabei entscheiden Mitarbeiter sich vermehrt für die Verwendung der eigenen Geräte, mit denen sie bereits vertraut sind. Häufig aber findet dies auch ohne vorherige Abstimmung mit der IT-Abteilung statt, und so wächst eine heterogene Landschaft an Geräten und Plattformen heran, auf die IT-Abteilungen nicht eingestellt sind. Trotz ständiger Verfügbarkeit sind die Potenziale der mobilen Endgeräte im Vergleich zur privaten Nutzung noch lange nicht ausgeschöpft. Mitarbeiter geben sich heute nicht mehr der mobilen Nutzung von Internet und E-Mail zufrieden. Vielmehr möchten sie von unterwegs ihr gesamtes Arbeitsmaterial verwenden können. Dazu gehört neben dem Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk auch die mobile Verwendung von Unternehmensanwendungen.

IT-Abteilungen stehen jetzt vor der Aufgabe, die nötigen Ressourcen sicherheits- und compliance-konform zur Verfügung zu stellen, damit Mitarbeiter den vollen Nutzen „smarter“ Endgeräte auch im Unternehmensalltag erfahren können. Die Vielfalt verwendeter Geräte und Plattformen kann dabei mitunter zu aufwendigen Anpassungen der Unternehmensapplikationen führen, da diese auf traditionelle Weise Plattform-abhängig entwickelt werden. Abhilfe schaffen soll der neue HTML5-Standard, der sich aktuell noch in der Entwicklungsphase befindet und 2014 voll einsatzfähig sein soll. HTML5-basierte Applikationen können Plattform-übergreifend über Webbrowser verwendet werden. Der Entwicklungs- und Implementierungsaufwand kann dadurch drastisch reduziert werden. Zwar geht IDC davon aus, dass die Fertigstellung sich über das Jahr 2014 hinaus verzögert, es sind aber bereits heute wesentliche Kernfunktionen über die verschiedenen Web-Browser möglich, sodass HTML5 schon als „de facto-Standard“ angesehen werden kann.

Quintessenz für IT-Entscheider

  • Die oben beschriebene Consumerization der IT ist ein unaufhaltsamer Trend und IT-Abteilungen müssen sich darauf einstellen. IDC geht davon aus, dass diese innerhalb der nächsten 18 Monate Strategien zum Umgang mit diesem technologischen Wandel entwickeln werden - oftmals auch mithilfe externer Anbieter. HTML5 hat großes Potenzial, die Entwicklung von Anwendungen zu vereinfachen und die Interoperabilität der Unternehmensapplikationen auf vielfältigen Endgeräten zu vereinfachen und sicherzustellen. Abhängigkeiten von App-Stores seitens Anbieter sowie IT-Abteilungen lösen sich auf, sodass der Distributions- und Bereitstellungsprozess einfacher wird. So planen nach einer IDC-Befragung bereits heute 42 % der Entwickler, in den kommenden 12 Monaten native sowie HTML-basierte mobile Applikation zu entwickeln. Im Vergleich zu herkömmlichen Applikationen ist auch die Time-to-Market mobiler HTML5-Webseiten wesentlich kürzer.
  • HTML5 wird eine grundlegende Technologie der nächsten Generation von Benutzeroberflächen sowohl auf Desktops als auch auf mobilen Endgeräten sein und den Markt dominieren. Speziell auf Betriebssysteme zugeschnittene Clients werden mit der Zeit immer weniger werden. Anbieter werden mehr und mehr in Zugzwang geraten, rechtzeitig in diesen Wachstumsmarkt einzusteigen. So gibt es etwa schon Cloud-Services, auf die über HTML5 zugegriffen werden kann. Solche Lösungen werden sich in Zukunft häufig und es kann sich bereits lohnen, entsprechende Angebote zu sichten.
  • Trotz der vielen Vorteile von HTML5 sollte es nicht als Allheilmittel für alle Herausforderungen gesehen werden. Die Bereitstellung von Applikationen über Webbrowser ist nicht zwangsläufig der richtige Weg - Ladezeiten, Touchscreens und niedrige Internet-Bandbreiten können den Einsatz traditionell entwickelter Anwendungen nutzerfreundlicher erscheinen lassen. Hier sollte in den nächsten Jahren im Einzelfall geprüft werden, welche Alternative die geeignete ist.

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