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Mit Flash und PDF ins eBusiness der Zukunft

13.02.2007 | Redakteur: Stefan Riedl

Auf die Briefmarken-Download-Lösung »StampIT« der Deutschen Post AG ist Adobe besonders stolz.

Langweiliger Interneteinkauf per ISDN war gestern. DSL-Online-Shopper von morgen wollen ein Einkaufserlebnis. Adobe will die hauseigenen Standards dafür als feste Größe etablieren.

Den hohen Verbreitungsgrad von PDF und Flash will Softwarehersteller Adobe nutzen, um in Form so genannter Rich Internet Applications (RIA) die Prozesse in Wirtschaft und Verwaltung zu vereinfachen. Flash-basierte Web-Anwendungen werden sich – so die Hoffnung von Adobe –zu einem Quasi-Standard beim Online-Kauf entwickeln. Beispielsweise dann, wenn es darum geht, Produkte dreidimensional zu visualisieren, wird Flash bereits heute vielerorts im Web eingesetzt.

Harald Esch, Vertriebsleiter von Adobe, kennt mannigfache weitere Möglichkeiten, »die in Zukunft quer durch das Internet präsent sein werden«. Esch denkt an Online-Kreditrechner in Banken, die per Mausklick sofort visualisieren, was sich ändert, wenn verschiedene Variablen wie Laufzeit und Tilgung skaliert werden. Auch den bereits verwirklichten Online-Konfigurator für Harley-Davidson-Motorräder sieht Esch als Beispiel dafür, wie in Zukunft Kunden per Flash-Animation beim Online-Kauf emotional angesprochen werden. Eine immense Bandbreite an RIA-Projekten befinde sich derzeit in der Finanz-, Versicherungs- und Herstellerbranche in der Pipeline, so der Adobe-Manager.

PDF als ISO-Standard

Aber auch mit dem PDF-Format will Adobe eine wichtige Rolle im Boomsegment eCommerce spielen, und zwar in Form intelligenter Dokumente. Während bisher bei der Übertragung sensibler Informationen, also beispielsweise Kunden- oder Bankdaten, auf die Verschlüsselung der Leitung gesetzt wurde, können mit PDF-Dokumenten andere Pfade beschritten werden. Hier lautet der Ansatz, nicht die Leitung zu verschlüsseln, sondern die PDF-Datei so zu verschicken, dass sie nur vom autorisierten Empfänger geöffnet werden kann. Seit fünf Jahren besteht zudem eine Kooperation zwischen ERP-Hersteller SAP und den PDF-Machern, so dass die Inhalte der PDF-Formulare direkt ins SAP-System zur Weiterverarbeitung wandern können. Um den »de facto«-Standard PDF auch noch zu einen »de jure«-Standard zu verwandeln, will Adobe die Weiterentwicklung des Portable-Document-Formates in die Hände der International Organization for Standardization (ISO) legen. Ein technisches Komitee aus Vertretern von Wirtschaft und Behörden wird dann die Spezifikationen für das Format festlegen und Adobe-unabhängig den Fortbestand von PDF garantieren. Adobe erhofft sich durch diesen Schritt, dass noch mehr Nutzer, Webentwickler und Softwarehäuser mit dem PDF-Standard arbeiten.

Paradebeispiel

Als Vorzeigeprojekt für Adobe-Standards im eBusiness der Zukunft, das sich zu einem wahren Selbstläufer entwickelt hat, führt Esch die Briefmarkenplattform »StampIT« der deutschen Post AG an. Früher mussten Online-Briefmarkenkäufer eine spezielle Software installieren, um Postwertzeichen über den eigenen Drucker auf Versandetiketten zu bekommen und den Betrag abzurechnen. Seit Einführung von StampIT kann jedermann jederzeit über Acrobat Reader und Webbrowser »nachts eine Briefmarke ziehen«, begeistert sich Harald Esch. Insbesondere eBay-Powerseller kennen den Vorgang, den inzwischen viele Powerseller-Softwarelösungen automatisiert einbinden.

Hilfe für Software- und Systemhäuser

Die Entwicklercommunity für derlei Flash- und PDF-Lösungen reicht vom Ein-Mann-Betrieb bis zum großen Systemintegrator. Adobe unterstützt sie, um diesen Trend voran zu treiben, tatkräftig in ihren Projekten. In diese Kerbe schlägt auch ein Technologiecenter in München, das in Kürze eröffnet wird. Hier werden verschiedene Prozess-Szenarien »zum Durchklicken« aufgebaut, welche die eCommerce-Möglichkeiten mit Adobe-Software darstellen.


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