25.04.12 | Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Das Interview führte Michael Hase / Michael Hase
VMware hat eigens für Service-Provider das „vCloud Powered“-Zertifikat konzipiert. Deutschland-Chef Jörg Hesske erläutert im Gespräch mit IT-BUSINESS das Programm, das dahintersteht. Außerdem spricht der Manager über die Ziele, die der Virtualisierungsspezialist mit den Service-Provider-Partnern verfolgt.
ITB: VMware hat als Pionier die ersten Lösungen zur Virtualisierung von x86-Systemen entwickelt und in den Markt eingeführt. Wo steht die Technologie heute?
Hesske: Wir schätzen, dass wir weltweit etwa 50 Prozent aller Server virtualisiert haben, eher noch einen Tick weniger. Je nach Region, Branche und Unternehmensgröße variiert der Anteil. Im Bereich der Core-Virtualisierung beobachten wir seit einigen Monaten eine Veränderung: Einfache Dienste wie File- und Print-Server oder Domain-Controller sind inzwischen zum überwiegenden Teil virtualisiert. Heute sprechen wir mit unseren Kunden immer häufiger darüber, ihre geschäftskritischen Applikationen wie SAP oder Oracle in die virtuelle Welt zu bringen. Meist wollen sie Anwendungen, die noch auf einer Unix-Plattform laufen, auf eine x86-Standard-Architektur migrieren. Die x86-Plattform bietet inzwischen soviel Leistung wie Unix-Systeme und steht ihnen in puncto Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit in nichts mehr nach.
ITB: SAP auf eine virtuelle Infrastruktur zu bringen stellt aber ganz andere Anforderungen als einfache Workloads. Welche Rolle spielen dabei die Partner?
Hesske: Ja, es ist ein anderes Unterfangen, SAP in die virtuelle Welt zu bringen als einen File-Server. Man muss sich mit der Anwendung auskennen, zudem laufen im Hintergrund oft eigenentwickelte Skripte. Das sind komplexe Projekte, bei denen wir uns eng mit den Partnern abstimmen. Wir benötigen deren fundiertes Know-how. Außerdem sind wir im Vertrieb auf deren Schlagkraft angewiesen. Deutschland ist SAP-Land, und die große Zahl der SAP-Anwender könnten wir als VMware gar nicht allein abdecken.
ITB: Die Veränderung, von der Sie sprechen, der Trend zur Virtualisierung geschäftskritischer Applikationen, bedeutet also auch eine Veränderung für den VMware-Channel?
Hesske: Mit Blick auf den Channel würde ich eher von einer Weiterentwicklung sprechen. Das ist für unsere Partner aber nichts Neues. Schließlich mussten sich VMware-Partner von Anbeginn an weiterentwickeln, seit wir mit unseren ersten Lösungen auf dem Markt gekommen sind. Eine Veränderung im Channel sehe ich aber tatsächlich, wenn wir über das Thema Cloud sprechen. Dort kommt eine neue Kategorie von Partnern ins Spiel, die wir bislang noch nicht auf dem Radar hatten.
ITB: Offenbar meinen Sie die Hosting- und Service-Provider. VMware hat für diese Kategorie eigens das „vCloud Powered“-Programm entwickelt. Warum?

Hesske: Studien von Gartner und Goldman Sachs belegen, dass die überwiegende Zahl der Unternehmen inzwischen Private-Cloud-Intitiativen umsetzt, um ihre Infrastruktur flexibler zu gestalten. Das ist unser Kerngeschäft. Viele IT-Verantwortliche wünschen sich darüber hinaus aber noch mehr Flexibilität. Sie wollen Lastspitzen abfangen oder Disaster-Recovery-Lösungen einführen, ohne dafür zusätzliche Hardware vorhalten zu müssen. Oder sie wollen unkritische Applikationen komplett aus ihrem Rechenzentrum hinausschieben. Das sind Services, die eine IT-Organisation sehr gut an einen externen Dienstleister abgeben kann. Und genau solche Services bieten unsere „vCloud Powered“-Partner an. Deren Infrastruktur basiert – ebenso wie die des Kunden – auf dem VMware-Stack mit dem vCloud Director und all unseren anderen Tools. Auf diese Weise kann der Kunde sein Rechenzentrum einfach erweitern. Er schiebt Workloads nach draußen und holt sie bei Bedarf wieder zurück.
»1 »2 »3 nächste Seite
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 32707650) | Archiv: Vogel Business Media