11.01.12 | Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Das Interview führte Michael Hase / Michael Hase
Red Hat bringt Mitte Januar die Virtualisierungsplattform RHEV 3.0 auf den Markt. Werner Knoblich, General Manager EMEA bei Red Hat, erläutert, wo er das größte Potenzial für die Software sieht. Außerdem zeigt er auf, wo der Open-Source-Anbieter derzeit im Channel steht.
ITB: Red Hat kaufte 2006 den Middleware-Anbieter JBoss, 2008 den Virtualisierungsspezialisten Qumranet und vor wenigen Monaten mit Gluster einen Hersteller von Storage-Software. Die Formel „Anbieter einer Linux-Distribution“ beschreibt das Unternehmen wohl nicht mehr korrekt?
Knoblich: Von diesem Image wollen wir tatsächlich weg. Linux ist unsere Herkunft und bleibt die Basis. Wir bezeichnen uns heute vielmehr als den führenden Open-Source-Anbieter. Mit unseren Produkten ermöglichen wir Enterprise-Lösungen, die Betriebssystem, Middleware, Virtualisierung, Cloud und seit einigen Wochen auch Storage umfassen. Es wird allerdings einige Zeit dauern, bis das so in den Köpfen angekommen ist.
ITB: Das Unternehmen will sich demnächst vor allem als Virtualisierungsanbieter in Szene setzen. In wenigen Tagen kommt die Plattform Red Hat Enterprise Virtualization (RHEV) 3.0 auf den Markt. Wie groß sind die Erwartungen?
Knoblich: Die Erwartungen sind sehr hoch. Denn der Markt ist hungrig nach einer Alternative zu VMware. Unsere Wachstumsrate wird gigantisch sein. Natürlich starten wir von einer niedrigen Basis, sodass wir dem Marktführer in diesem Jahr sicher noch keine großen Anteile wegnehmen werden. Aber Red Hat bekommt einen Fuß in den Markt.
ITB: Was macht Sie so zuversichtlich? Immerhin gibt es bereits Alternativen zu VMware wie Hyper-V oder Xen. Red Hat setzt in RHEV 3.0 auf KVM (Kernel-based Virtual Machine) als Hypervisor.
Knoblich: Ich bin zuversichtlich, weil die Unterstützung für KVM mit einer wahnsinnigen Dynamik wächst. Im Mai 2011 haben IBM, HP, Intel, BMC, Eucalyptus, Suse und wir die Open Virtualization Alliance (OVA) gegründet, um den Einsatz von KVM voranzutreiben. Seitdem sind der OVA weitere 200 Unternehmen beigetreten. Das zeigt, dass es im Markt ein extrem großes Bedürfnis gibt, ein Gegengewicht zu VMware zu schaffen. Allein IBM hat 60 dedizierte Entwickler für KVM abgestellt. Gerade solche Powerhouses wie IBM und HP haben absolut kein Interesse daran, dass VMware das nächste Microsoft wird. Die IT-Konzerne bleiben zwar weiterhin Technologiepartner des Virtualisierungsanbieters. Strategisch gesehen entwickelt sich VMware aber immer mehr zu deren Mitbewerber. Auf lange Sicht will das Unternehmen die Rechenzentren komplett beherrschen.
Lesen Sie, wo Red Hat das Potenzial für die Virtualisierung mit RHEV sieht.


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