10.01.12 | Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Michael Hase / Michael Hase
Dass Red Hat für den Wettbewerb mit VMware einen langen Atem benötigt, dessen ist sich EMEA-Chef Knoblich bewusst. Ihm geht es zunächst darum, mit RHEV 3.0 „einen Fuß in den Markt“ zu bekommen. Das größte Potenzial erwartet der Manager in der „eigenen Kundenbasis, vor allem bei Unternehmen, die ein großes Linux-Environment haben“. Bei Linux-Systemen sieht er generell Nachholbedarf gegenüber Windows in puncto Virtualisierung. Das offene Betriebssystem wird auf fast jedem vierten ausgelieferten x86-Server installiert.
Die Marktmacht von VMware ist allerdings erdrückend, und bislang gibt es auch keinerlei Anzeichen, dass davon etwas bröckelt. Daran werde auch Red Hat vorerst nichts ändern können, meint Carlo Velten, Senior Advisor bei der Experton Group. „Die Zufriedenheit der VMware-Kunden ist extrem hoch.“ Wer seine Server-Landschaft erfolgreich konsolidiert habe und die Hardware effizienter auslaste, verspüre keinen Druck, von VMware zu einer preisgünstigeren Open-Source-Alternative zu wechseln, beobachtet der Analyst. Er rechnet auch nicht damit, dass Anwender „in ihrer Virtualisierungsstrategie einen zweiten Anbieter hinzunehmen werden“.
Langfristig vermutet Velten die Zukunft von Red Hat im Cloud Computing. Tatsächlich laufen schon heute die meisten Public Clouds auf einer Linux-Plattform. „Damit setzen die Provider auf den gleichen technologischen Kern wie der Anbieter“, erläutert der Experte. Eine Einschätzung, die Red-Hat-Manager Knoblich teilt. Selbstbewusst nennt er das Unternehmen „einen führenden Anbieter für die Cloud“. Mit einem speziellen Programm für Cloud-Provider hat Red Hat im Channel bereits die Weichen in diese Richtung gestellt. ?

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