22.11.11 | Redakteur: Sarah Maier
In Thailand sind die Festplatten-Fabriken überschwemmt. Das führt zu einer Verknappung und Verteuerung. IT-BUSINESS fragte bei den Kooperationen Synaxon und Electronic Partner, dem Zentralverband Informationstechnik und Computerindustrie sowie bei Seagate nach, wie sie die Lage beurteilen.
Die Flut in Thailand macht sich auch bei uns bemerkbar. Die dortigen Produktionsausfälle bei den Festplatten-Herstellern sowie deren Zulieferer bescheren uns eine Verknappung und somit Verteuerung von Festplatten.
Laut Bitkom sind seit Anfang September die Preise für Speicherlaufwerke um durchschnittlich 80 Prozent gestiegen. Ob das das Ende der Fahnenstange ist und wie der Channel dieses Problem bewältigen will, dazu hat IT-BUSINESS verschiedene Unternehmen befragt.
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| Frank Roebers, Vorstandsvorsitzender bei Synaxon |
Frank Roebers, Vorstandsvorsitzender bei Synaxon: „Ja, es mangelt an Festplatten, aber man kriegt sie noch, wenn auch überteuert. Wir sehen heute bereits eine Preissteigerung von mehr als 80 Prozent. Allerdings sind Preissteigerungen kurzfristiger Natur, in sechs Monaten spricht keiner mehr davon. Auch werden wohl kaum weniger Rechner gebaut. Die Hersteller sind dabei, andere Werke hochzufahren und produzieren teils auch schon. Synaxon konnte kleinere Posten günstig kaufen. Wir bleiben jedoch zurückhaltend, da die Branche solche Fälle nicht zum ersten Mal verkraften muss und in der Regel sehr schnell und flexibel handelt.“
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| Hartmut Baumann, Bereichsleiter Einkauf bei Electronic Partner |
Hartmut Baumann, Bereichsleiter Einkauf IT/MultiMedia/Imaging/Empfangstechnik/Heimvernetzung bei Electronic Partner: „Naturkatastrophen wie in Japan und Thailand sind weder vorhersehbar noch planbar. Die Auswirkungen solch schrecklicher Ereignisse auf unsere Branche werden sich in Zeiten der Globalisierung aber auch zukünftig nicht verhindern lassen. So ist auch die IT-Branche ein globaler Markt mit der Folge, dass sich das Hochwasser in Thailand nun auf die Preise von IT- und Consumer-Produkten in Deutschland auswirkt.
Aktuell sind Festplatten nur kontingentiert in kleinen Stückzahlen erhältlich; diese Mengen reichen aber momentan zum Abdecken der offenen Bestellungen nicht aus. Gleichzeitig werden Liefertermine von Herstellerseite immer ungenauer. Die Festplattenproblematik hat zusätzlich Auswirkungen auf andere Bereiche, beispielsweise auf Set-Top-Boxen – auch hier sind Hersteller mittlerweile vom Festplattenmangel betroffen. Ob es zu weiteren Preissteigerungen kommen könnte, hängt unter anderem davon ab, wann wieder ausreichend Ware verfügbar sein wird. Ebenso hat die Konjunktur in den einzelnen Ländern – und damit das Volumen der Nachfrage – einen deutlichen Einfluss auf die Preisentwicklung.
Gewerbliche Endkunden werden im Bedarfsfall höhere Preise akzeptieren, um Ware zeitgerecht zu sichern. Dagegen gibt es im Retail-Bereich aktuell noch das eine oder andere Festplattenangebot auf alten Preispunkten. Dies wird sich jedoch in den kommenden Wochen höchstwahrscheinlich ändern, so dass private Anwender ebenfalls mit neuen Preispunkten rechnen müssen.“
Lesen Sie auf der nächsten Seite, was der Zentralverband Informationstechnik und Computerindustrie sowie der Festplatten-Hersteller Seagate zu dem Thema sagen.
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