05.10.2010 | Redakteur: Harry Jacob
Marina Walser ist inzwischen rund 100 Tage im Amt beim Cloud-Computing-Spezialisten Visionapp. Außerdem engagiert sie sich als Jurorin beim Channel Marketing Award 2010. IT-BUSINESS wollte mehr wissen über Berufliches und Persönliches.
ITB: Frau Walser, Sie sind jetzt seit mehr als 100 Tagen Marketingleiterin bei Visionapp. Gewähren Sie uns einen Einblick in Ihre ersten Aktivitäten?
Walser: Bevor es um Aktivitäten geht, war es mir zunächst wichtig, Organisation, Produkte, Prozesse und vor allem die Menschen bei Visionapp kennenzulernen. Ich halte nichts davon, alles einfach nur anders zu machen, sondern bewerte die Prozesse und nehme gezielt Veränderungen vor, um Ziele besser zu erreichen.
Als erste konkrete Aktion habe ich mir den Ausbau der Pressearbeit vorgenommen und deshalb den Bereich der Corporate Communication direkt personell aufgestockt. Jetzt geht es darum, unsere Botschaften so zu schärfen, dass wir unsere Kunden und Partner besser erreichen. Darauf stimmen wir den kompletten Marketing-Mix ab.
Walser: Um unser internationales Wachstum seitens des Marketings zu unterstützen, brauchen wir zentrale Bausteine , die wir lokal angepasst ausrollen. Das Produkt-Marketing stellt die Inhalte bereit, so dass wir mit unseren Lösungen auch den Bedarf unserer Kunden treffen. Ein schlagkräftiges Marketing funktioniert also nur, wenn alle Bereiche ineinander greifen.
Aus meiner Erfahrung in amerikanisch geprägten Unternehmen weiß ich, wie wichtig es ist, auf regionale Unterschiede Rücksicht zu nehmen – dabei geht es bei weitem nicht nur um die Sprache. Das bedeutet umgekehrt, dass wir als deutsches Unternehmen nicht den gleichen Fehler machen dürfen und eben alle Marketingbotschaften nur aus deutscher Sicht formulieren. Mein Ziel ist es, unsere gesamten Aktivitäten von Anfang an international anzulegen.
Walser: Cloud Computing wird intensiv in den Medien diskutiert, zahlreiche Studien haben die Bereitschaft für SaaS-Lösungen untersucht. Und aus unserem tagtäglichen Geschäft, aus den Gesprächen mit unseren Kunden und Partnern wissen wir: Inzwischen ist das Thema auch in den Unternehmen angekommen. Mein Fazit: Der Markt ist da!
Visionapp bietet Lösungen sowohl für die Private als auch für die Public Cloud. Die Anwendungsszenarien unterscheiden sich sehr stark in diesen beiden Bereichen. Innerhalb der Unternehmensgrenzen gibt es schon viele Beispiele für den erfolgreichen Einsatz von Cloud Computing – auch, weil Unternehmen auf bewährte Konzepte mit neuer technologischer Basis setzen können. Mehr als zehn Jahre Erfahrung in diesem Umfeld und eine Vielzahl an Referenzen helfen uns natürlich, uns hier zu positionieren.
Im Public Cloud Segment zeigen laut einer Saugatuck-Studie kleine Unternehmen eine deutlich höhere Bereitschaft für Cloud Computing als der gehobene Mittelstand – hier herrscht oft noch eine eher abwartende, zum Teil skeptische Haltung. Diese Haltung finden wir in der Kundenstruktur unserer Public Cloud Plattform bestätigt. Ein anderer Trend, der sich in Europa im Gegensatz zu den USA zeigt: Kleinere Unternehmen wollen Cloud vom bekannten Partner und nicht vom Hersteller direkt kaufen.
Für uns heißt das letztlich, dass wir mit unserer Public-Cloud-Strategie genau richtig liegen. Wir bieten unsere Plattform zum einen über große Telekommunikationsunternehmen als „White Label“ an und erreichen so das Segment der kleinen Unternehmen. Zum anderen nutzen wir den klassischen Kanal über die Distribution und Reseller und tragen damit dem Kundenverhalten Rechnung, indem wir auf die Kompetenzen der bewährten Partner vertrauen.
Lesen Sie auf der folgenden Seite mehr zu Walsers Einschätzungen des Channel Marketings und wann Partner von den Bemühungen der Hersteller profitieren.

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