Die kleine Applikation für unterwegs

Flut der App-Stores kündigt sich an

29.09.2010 | Redakteur: Stefan Riedl

Apps und App-Shops sind weit mehr als nur eine Mode-Erscheinung (Foto: iQoncept - Fotolia.com).

Erst wuchs die Zahl der Apps für iPhone und iPad. Jetzt wächst die Zahl an elektronischen Marktplätzen für Apps. IT-BUSINESS beschreibt die Entwicklung hin zu einer regelrechten App-Store-Flut und ordnet sie ein.

Als Mobiltelefone vor ein paar Jahren ihre ersten kleinen Anwendungen wie Kalender oder Taschenrechner bekamen, sprach noch keiner von „Apps“. Unter dem vollen Namen „Application“ nannten Handy-Hersteller ihre kleinen Programme nur im englischsprachigen Raum. Hersteller konzipierten diese Progrämmchen für das jeweilige Betriebssystem, installierten sie vor und sahen keine Löschung alter Anwendungen oder Erweiterungen durch neue Anwendungen vor. Mit dem Erscheinen einer Java-Version für Handys (MIDP 2.0) änderte sich die Sachlage. Anwender bekamen die Möglichkeit, Software über ihre Mobilfunkbetreiber oder über das Internet herunterzuladen. Man sprach von „Midlets“, die – Java sei´s gedankt – mitunter plattformunabhängig daher kamen.

Das Wort App kommt auf

Neben der Riege professioneller Software-Hersteller bot eine Hobby-Programmierszene verschiedene Anwendungen an. Mit den heutigen App-Stores verschiedener Hersteller – allen voran Apple – hatte dieses „Vor-iPhone-Zeitalter“ aber ungefähr so viel zu tun, wie ein Tante-Emma-Laden mit einer Supermarkt-Kette. Das Wort „App“ fand erst durch den großen Erfolg des App-Store von Apple seinen Weg in den allgemeinen Grundwortschatz.

Apple etabliert seinen App-Store

In Apples App-Store sind inzwischen über 225.000 verschiedene kostenpflichtige oder kostenfreie Apps zu finden. Neben sinnvollen Anwendungen wie beispielsweise für Online-Bezahlsysteme finden sich hier aber auch Applikationen von sehr zweifelhaftem Nutzen oder mangelnder Qualität. Für Furore sorgte beispielsweise das „I am rich“-App. Für 999 US-Dollar bekam der User das Icon eines rotglühenden Edelsteins, das über keine weitere Funktion verfügte. Apple nahm die Software schnell wieder aus seinem App-Store, denn wer über diesen effektiven Vertriebskanal auf die iPhones und iPads kommt, entscheidet Apple allein. Diese Allmacht bei der „Gatekeeper-Funktion“ sorgt schon mal für massive Kritik aus der User-Gemeinde. Beispielsweise als der Cartoonist Mark Fiore seine gesellschaftskritische Cartoon-App nicht im App-Store platzieren durfte. Dann verlieh man ihm aber für seine Arbeit den Pulitzer-Preis für Editorial Cartooning und Apple gab zähneknirschend klein bei. Einen Pulitzer-Preisträger sperrt man nicht aus.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zu den elektronischen App-Geschäften von Google und Microsoft.

App-Shops im Überblick

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