07.06.2010 | Redakteur: Regina Böckle
Ist es für Fachhandelspartner tatsächlich unerlässlich, in das Software-as-a-Service-Geschäft (SaaS) einzusteigen? Spielt SaaS im Mittelstand überhaupt eine Rolle? Visionapp-Channel-Chef Hilarius Dreßen kontert den Skeptikern.
Sehr geehrter Herr Dreßen,
im Interview mit IT-BUSINESS erläuterte Dr. Rudolf Aunkofer, GfK Global Director IT, weshalb er die Erwartungen der Branche auf massiv steigende Umsätze im Bereich Software-as-a-Service (SaaS) für überzogen hält. Wirklich relevant sei der Einsatz von SaaS aktuell vor allem für Enterprise-Kunden. Kleineren Firmen reichten häufig die als Retail-Boxen verkauften Software-Anwendungen zur Abbildung ihrer Geschäftsprozesse aus.
Zudem sei momentan nicht klar, inwiefern Anwender durch die Nutzung von SaaS-Modellen tatsächlich Kosten sparen könnten – ganz abgesehen von den hierzulande noch immer präsenten Sicherheitsbedenken. Obendrein tendierten mittelständische Unternehmen vermehrt dazu, einfache Programme – auch Free Ware – einzusetzen.
Mit Blick auf die Hersteller-Strategien ist außerdem noch nicht absehbar, ob Cloud- und SaaS-Business-Modelle dem Fachhandel auch langfristig eine wichtige Rolle einräumen. Diese Bedenken teilen viele Reseller.
Nun bietet Visionapp bereits seit zehn Jahren SaaS-Konzepte (früher ASP) an. Hier wird der Channel mit dem Vivio-Portal beziehungsweise mit dem White-Label-Modell als feste Größe mit eingebunden.
Welche Bedeutung haben Ihrer Erfahrung nach SaaS-Angebote heute? Wie beurteilen Sie die Chancen für Handel und ISVs im SaaS-Umfeld? Wie berechtigt sind die Bedenken der Vertriebspartner, möglicherweise bei SaaS-Modellen von den Herstellern ausgebootet zu werden?
Mit freundlichen Grüßen
Regina Böckle
Leitende Redakteurin IT-BUSINESS
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Sehr geehrte Frau Böckle
Software as a Service (SaaS) hat die Zeiten des Predigens hinter sich, der Paradigmenwechsel hat längst stattgefunden. Visionapp als Anbieter von hochskalierbaren SaaS-Lösungen kann den Analysten im Markt nur Recht geben, denn SaaS erzeugt bereits beachtliche Umsätze. Das geschieht sowohl bei großen Unternehmen mit Private-Cloud-Implementierungen, wo die Einsparungen nicht selten bei 50 Prozent der IT-Betriebskosten liegen, als auch bei KMUs, die neben dem Spareffekt durch den Einsatz von Public-Cloud-SaaS deutlich mehr Flexibilität in ihrem Kerngeschäft bekommen, statt ihre IT zu pflegen.
Unsere Partner wie Telekommunikationsunternehmen, Distributoren und Value Added Reseller sind mit unseren Public-Cloud-Angeboten gerade im KMU-Markt erfolgreich. Hier zahlt es sich aus, dass die Kunden unserer Partner deutliche Einsparungen durch den Wechsel auf eine virtualisierte Arbeitsplatzlösung wie Vivio erzielen können.
Die Partner müssen künftig darauf achten, ihre Geschäftsbeziehung zu ihren Kunden zu bewahren. Wer im Markt garantiert seinen Partnern, dass er seine Kundenbeziehung hält und durch SaaS sogar ausbauen kann?
Unser Public-Cloud-Angebot ist zu hundert Prozent auf den Partnerkanal zugeschnitten, das ist garantiert: Der Partner bietet an, leistet den Service und stellt auch die Rechnung an den Endkunden.
Natürlich sind die üblichen Fragen der Sicherheit relevant im Cloud-Markt. Diese müssen Partner und Kunden sehr wohl prüfen. Visionapp als deutscher Anbieter hat seine Wurzeln als Spin-off im Bankenumfeld und betreibt seine hochskalierbare SaaS-Plattform nach wie vor aus gutem Grund in Deutschland.
Die Frage für die Partner ist doch eher: Will ich das SaaS-Geschäft andere machen lassen oder behalte ich die Kundenbeziehung und verdiene darüber weiterhin mein Geld?
Mit freundlichen Grüßen
Hilarius Dreßen
Vice President Global Channel, Visionapp AG
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