Lösungen für Enterprise Resource Planing (ERP) gehen online

Cloud Computing pflügt die ERP-Branche um

25.05.2009 | Redakteur: Stefan Riedl

Ralf Gärtner ist Vorstand Marketing und Leiter Produkthaus ERP bei SoftM.

Echte Internet-Fähigkeit erfordert im Grunde eine Neuentwicklung. SoftM-Vorstand Ralf Gärtner glaubt, dass die wenigsten ERP-Anbieter den finanziellen Background dafür haben.

ITB: Kann SoftM infolge der Übernahme durch Comarch nun polnische Programmierer in die Software-Entwicklung einbinden?

Gärtner: Ja, wir werden die Entwicklungsgeschwindigkeit für unsere Java-basierten ERP- und Finance-Lösungen SoftM-Semiramis und SoftM-Sharknex erheblich erhöhen. Bis Jahresende 2009 wird uns am Comarch-Standort Warschau ein 30-köpfiges Entwicklerteam zur Verfügung stehen, mit denen wir zusammenarbeiten. 2010 werden es noch mehr.

ITB: Sparen Sie sich dadurch Stellen in Deutschland ein?

Gärtner: Im Gegenteil, wir werden zusätzliche Ressourcen in den Bereichen Produkt-Management, Qualitätssicherung und Support benötigen. Wir rechnen damit, dass auf etwa vier neue Semiramis-Entwickler in Polen eine zusätzliche Stelle in Deutschland eingeplant werden muss. Kurzum, wir investieren ebenso in Deutschland.

ITB: Die Comarch-Gruppe setzte ohne SoftM im Jahr 2008 immerhin 185 Millionen Euro um. Wenn man das durch die Anzahl der Mitarbeiter, also 3.000, teilt, kommt man auf einen Pro-Kopf-Umsatz in Höhe von etwa 62.000 Euro. Das wäre in Deutschland relativ wenig. In Polen sieht aber die Gehaltsstruktur anders aus. Um wie viel günstiger lässt sich denn dort Software entwickeln?

Gärtner: Die Durchschnittsgehälter liegen in Polen für Osteuropa relativ hoch, im Vergleich zu Deutschland aber immer noch relativ niedrig. Wenn wir die Stundensätze in der Software-Entwicklung betrachten, ist München im bundesdeutschen Vergleich am teuersten. Nehmen wir also München mit 100 Prozent, dann liegen die Stundensätze in Dresden oder Berlin bei geschätzten 75 bis 80 Prozent und in Polen bei zirka 50 bis 60 Prozent. Insgesamt gesehen darf sich der Wirtschaftsstandort aber nicht nur durch Kostenvorteile im internationalen Vergleich hervor tun, denn im Wettbewerb zu Indien, China, Vietnam und Indonesien ist Polen schon lange kein Billiglohnland mehr. Man sieht es am Beispiel Comarch ganz deutlich – inzwischen geht es um Know-how. Wir haben hier ein Durchschnittsalter von 27 Jahren und top-ausgebildete Leute. Professor Filipiak, der Comarch-Gründer, hat beste Kontakte in das universitäre Umfeld und fördert in seinem Unternehmen das Forschen und Ausprobieren. Insgesamt ergänzen sich die Polen mit ihrer Begeisterungsfähigkeit und Technikverliebtheit und die Deutschen mit ihrem Ingenieurs-Denken sehr gut.

Lesen Sie im nächsten Teil, welche Änderungen auf SoftM durch die Comarch-Übernahme zukommen.


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