Ein Blick hinter die Kulissen der IT-Globalisierung

Kostenreduktion durch Auslagerung von Prozessen

05.12.2008 | Redakteur: Stefan Riedl

Die Welt wird kleiner und das Miteinander größer – insbesondere, wenn es um Konzernlösungen geht.

Dank internationaler Projekte und Offshoring wächst die Welt zusammen. Insbesondere in der Informationstechnologie-Branche und dank Informationstechnologie. Global Player wie Atos Origin bilden die Schweißnähte der Globalisierung und treten als Hersteller von Konzernlösungen auf. IT-BUSINESS nahm die Branchentrends unter die Lupe.

Der internationale IT-Konzern Atos Origin hat auf einer Veranstaltung dargelegt, welche Folgen die aktuellen Ereignisse in der Weltwirtschaft auf sein Geschäft – der Internationalisierung großer IT-Projekte hat. Zunächst sollte das ursprünglich geplante Thema »Zwingt die Finanzkrise auf den Offshore-Pfad?« beleuchtet werden. Es wurde jedoch aktualisiert auf »Zwingt die Wirtschaftskrise auf den Offshore-Pfad?« – zwischenzeitlich schlug das Bankendebakel auf die Realwirtschaft durch.

Ulrich Engelhardt, Senior Vicepresident für den Bereich Consulting & Systems Integration für Atos Origin Zentraleuropa schloss sich zur Beantwortung dieser Frage einer Studie der Experton Group an und meinte: »nicht unbedingt«. Manchmal erhält man eben nicht die Ergebnisse, die allgemein zu erwarten gewesen wären. Dafür bot Engelhardt interessante Einblicke in die Welt der internationalisierten IT-Großprojekte.

Die Einsparpotenziale verringern sich

Offshoring, also die Auslagerung von Aufgaben, Funktionen oder Geschäftsprozessen aus der IT an einen geografisch entfernten Standort gibt es eigentlich schon seit Mitte der 70er Jahre. Aber den großen Schwung gab es vor sieben bis acht Jahren. Waren damals noch Kostenvorteile von 50 bis 70 Prozent möglich, bewegt sich das Einsparpotenzial heute in einem Korridor zwischen 20 und 40 Prozent.

In der Aufgabenverteilung steckt der Teufel jedoch wie so oft im Detail und Sprachhemmnisse können zu einer wahrlich babylonischen Verwirrung führen, die letztendlich oft mehr kostet als einbringt. Von der Illusion, man müsse nur mit einem gut spezifizierten Pflichtenheft in Indien Angebote einholen, den Billigsten nehmen und ein Jahr später bekommt man die Software geliefert, habe man in der IT-Branche inzwischen Abstand genommen, so Engelhardt. Allerdings mussten dafür viele ihr Lehrgeld bezahlen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: »Markenwirkung in der Internationalisierung« und »das Aramäisch der Programmiersprachen«

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