Amerikanischer Halbleiterzwerg unter ostasiatischen Riesen

Sandisk braucht angesichts der Finanzkrise gute Nerven

07.11.2008 | Autor / Redakteur: Thorsten Riedl / Nico Litzel

Dr. Eli Harari, CEO und Mitgründer von Sandisk

Nach der zurückgenommenen Offerte von Samsung zählt für Sandisk der eigene Ideenreichtum, um dem ruinösen Preiskampf der Branche zu entkommen.

Das sind keine guten Zeiten, um zu hoch zu pokern. Seit Mai hatte Samsung den kleineren US-Rivalen Sandisk umworben. Die Koreaner waren vor allem an den Erfindungen der Nordamerikaner interessiert. Zudem gilt, wie in kaum einer zweiten Branche, in der Speicherindustrie derzeit das Motto »Big is beautiful« – Größe zählt.

Doch Sandisk hat sich geziert, wollte mehr Geld, holte sich den japanischen Toshiba-Konzern als weißen Ritter – und steht nun alleine da. Wegen der »zunehmenden Unsicherheiten im Geschäft von Sandisk« sagte der Samsung-Konzernvorstand kurz nach Vorlage der jüngsten Sandisk-Quartalsbilanz die Übernahme ab. Sandisk werde es alleine schwer haben, sagen Analysten, durch den Wirtschaftsabschwung zu kommen. Das Unternehmen ist zwar innovativ, die Nachfrage nach Speicher steigt – allerdings erfordert der Preiskampf in der Branche einiges an finanziellem Rückhalt.

Verlustreiche Quartale

Die Zahlen sehen wirklich nicht gut aus. Schon im zweiten Quartal hatte Sandisk überraschend einen Verlust erwirtschaftet. Im dritten Quartal dieses Jahres rutschte das Unternehmen noch tiefer in die roten Zahlen. Unter dem Strich stand von Juli bis September ein Minus von 155 Millionen US-Dollar. Im vergleichbaren Zeitraum 2007 hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 85 Millionen US-Dollar eingenommen. Sandisk-Chef Eli Harari kündigte vor Analysten daher »entschiedene Maßnahmen« an.

So will er unter anderem die Investitionen des Unternehmens auf 1,3 Milliarden US-Dollar halbieren. Entlassungen werden nicht mehr ausgeschlossen. Samsung reichte das als Anlass: Lee Yoon Woo, Chef von Samsung Electronics, zog das Angebot von 26 US-Dollar je Aktie zurück. Es habe in den sechsmonatigen Verhandlungen keinen »bedeutenden Fortschritt« gegeben, zeigte sich Woo enttäuscht. Die Aktie von Sandisk stürzte daraufhin ins Bodenlose. Seit Jahresanfang hat das Papier weit mehr als zwei Drittel an Wert verloren. Es notiert jetzt bei deutlich unter zehn US-Dollar.

Weiter mit: Gemeinsam mit Toshiba gegen Samsung

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