eMail aus der Redaktion

Canon will weiter Händler kaufen

26.05.2008 | Redakteur: Philipp Ilsemann

Jeppe Frandsen, Geschäftsführer bei Canon Deutschland

Durch zahlreiche Akquisitionen von Fachhändlern hat Canon in den vergangenen Monaten Aufsehen im Channel erregt. Deutschlandchef Jeppe Frandsen erläutert gegenüber IT-BUSINESS, warum der Output-Spezialist neben dem Fachhandel auch auf den Direktvertrieb setzt.

Sehr geehrter Herr Frandsen, mit den jüngsten Akquisitionen hat Canon für Aufsehen, aber auch für Stirnrunzeln im Channel gesorgt. Als Ihr Unternehmen im April die Übernahme der Firma TDM bekannt gab, war dies bereits der vierte Reseller, den sich Canon innerhalb der vergangenen zwölf Monate einverleibte.

Unter dem Brand »Canon Business Center« stärken die ehemaligen Fachhändler nun die direkte Vertriebstruppe. Zwar sollen bestehenden Händlern daraus keine Nachteile entstehen. Doch wie lässt sich garantieren, dass sich im Zweifelsfall nicht Partner und Business Center um Kunden streiten?

Böse Zungen mögen zudem behaupten, dass Canon durch die Übernahmen primär versucht, andere Hersteller aus dem Markt zu verdrängen. Während in Hamburg ein wichtiger Epson-Partner übernommen wurde, war TDM bis dato Reseller von HP, Konica Minolta, Oki, Panasonic, Toshiba und Kyocera.

Was steckt wirklich hinter Ihrer Strategie? Hat der Channel neben einem erstarkten Direktvertrieb überhaupt noch Platz?

Mit freundlichen Grüßen,

Philipp Ilsemann

Redaktion IT-BUSINESS

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Antwort von Canon

Sehr geehrter Herr Ilsemann,

Unsere Vertriebsstrategie basiert auf zwei Säulen: unseren Fachhandelspartnern und den Canon Business Centern, die von uns in gleichem Maße unterstützt werden. Wenn wir unsere Marktposition in Deutschland weiter stärken wollen, müssen wir beide Säulen ausbauen. Wo sich die Gelegenheit ergibt, das organische Wachstum durch Akquisitionen zu unterstützen, nutzen wir diese Chance parallel. Damit schaffen wir weiteres Wachstumspotenzial und sichern gleichzeitig bestehende Marktanteile. Denn – wie auf allen übrigen Feldern – stehen wir beim Thema Akquisitionen im freien Wettbewerb mit anderen Herstellern.

Primäres Ziel ist jedoch der Ausbau des Geschäftsvolumens. Wir sehen für Canon viel zusätzliches Potenzial im Markt, das wir gemeinsam mit unseren Partnern im Fachhandel erschließen möchten. Im Fall etwaiger Channel-Konflikte haben wir seit Jahren eine klare Koexistenz-Regelung getroffen, die sich in der Praxis bewährt hat und möglichen Interessenkonflikten frühzeitig und effektiv begegnet. Ich freue mich, in einer der nächsten Ausgaben ausführlicher dazu Stellung nehmen zu können.

Mit freundlichen Grüßen,

Jeppe Frandsen

Geschäftsführer

Canon Deutschland GmbH


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