Applikations, Desktop- und Servervirtualisierung aus einer Hand

Citrix kauft Virtualisierungsanbieter Xensource

16.08.2007 | Redakteur: Tim Wolfinger

Citrix kann mit der Xensource-Lösung in Zukunft auch Servervirtualisierung abdecken.

Es wurde in den vergangenen Tagen bereits heiß diskutiert: Kauft Citrix Xensource oder nicht? Jetzt ist es offiziell. Citrix übernimmt tatsächlich den Virtualisierungsanbieter Xensource für rund 500 Millionen US-Dollar. Die Abwicklung soll voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres beendet sein.

Citrix gab heute offiziell den Kauf von Xensource bekannt. Damit erwirbt der Anbieter von Server-based-Computing-Lösungen einen Spezialisten für die Servervirtualisierung. Mit den Virtualisierungslösungen von Xensource verfügt das Unternehmen über eine Softwaresuite zum Betrieb und zur Verwaltung virtueller Server auf Basis der Open-Source-Lösung Xen Hypervisor. Mit Xensource lassen sich mittlerweile nicht mehr nur Linux, sondern – als Resultat einer Kooperation mit Microsoft – auch Windows-Server als Gastsysteme betreiben.

Citrix könnte mit der Lösung Xen Enterprise unter anderem Desktops auf Basis virtueller Maschinen bereitstellen. Desktops lassen sich prinzipiell mit dem Presentation Server von Citrix bereitstellen, allerdings ist dieses Verfahren nicht geeignet, wenn einzelne User mehr Rechenleistung benötigen, individuelle Einstellungsänderungen vornehmen müssen oder CAD-Systeme nutzen wollen. Diesen Usern können nun virtuelle Desktops zur Verfügung gestellt werden. Die voraussichtlich im Frühjahr kommende Version des Desktop-Brokers, eine modifizierten Version des Presentation Servers, und die virtuelle Plattform von Xensource, werden hierfür möglicherweise als integriertes Produkt angeboten werden.

Citrix rückt mit diesem Kauf in die Reihe von Virtualisierungsanbietern auf, zu denen der Platzhirsch VMware und, in Zukunft, auch Microsoft mit Viridian gehören. Die Gefahr, dass Microsoft und Citrix sich in diesem konkurrenzträchtigen Segment gegenseitig auf die Füße steigen könnten, sieht Edwin Sternitzky, Leiter Marketing bei Citrix, als gering an: »Wir hatten im Vorfeld natürlich Unterredungen mit Microsoft. Microsoft wird weiterhin mit Xensource kooperieren. Grundsätzlich sehen beide Unternehmen innerhalb des Markts genügend Spielraum für sich.« Ob das aktuelle Kooperationspartner von Citrix, wie VMware, auch so sehen, ist allerdings fraglich.

Hintergrund

Citrix ist als Anbieter von Lösungen für Server based Computing groß geworden. Die entsprechende Lösung, Presentation Server, setzt auf Microsofts Terminal Services auf, einer Komponente des Windows-Betriebssystems. Mit Presentation Server können Unternehmen vielen Usern Anwendungen über zentral verwaltete Server bereitstellen.

In jüngerer Zeit wandelte sich das Unternehmen zum generellen Spezialisten für »Application Delivery« und hatte hierfür viele Lösungen hinzu gekauft, wie etwa Edge Sight, eine Performance-Überwachungs-Lösung für Applikationen, den Net Scaler, mit dem sich Webapplikationen beschleunigen lassen, und Ardence, eine Lösung für das Streaming von Desktops.


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