28.08.12 | Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Katrin Hofmann / Katrin Hofmann
Nachdem die Patentstreitigkeiten zwischen Apple und Samsung um das Design der Galaxy-Geräte zugunsten von Apple ausgegangen sind und Samsung zu einem Milliarden-Schadenersatz verdonnert wurde, ist nun auch noch Samsungs Börsenwert abgerutscht. Der Konzern zeigt sich aber kämpferisch, das letzte Wort sei noch nicht gesprochen.
Am Freitag, den 24. August, hat Apple in dem wohl derzeit spektakulärsten Patentprozess in der Mobilfunkbranche dem Konkurrenten Samsung eine schwere Niederlage zugefügt. Nachdem ein Gericht in San Jose in Kalifornien am Wochenende entschieden hatte, dass die Koreaner mit ihren Galaxy-Smartphones und -Tablets grundlegende Eigenschaften des iPhones und iPads kopiert hätten, büßte Samsungs Aktie am Montag, den 27. August 2012, zwölf Milliarden Dollar Börsenwert ein. Damit, so berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, rutschte der Wert um sieben Prozent in die Tiefe.
Die Kalifornier Richter sprachen Apple zudem 1,05 Milliarden Dollar Schadenersatz zu, weil Samsung „mutwillig“ Apple-Geräte nachgeahmt hätte. Damit ist das letzte Wort allerdings wohl keineswegs gesprochen. Denn Samsung will das Urteil nicht auf sich beruhen lassen, gehe es doch zu Lasten der Verbraucher in den USA und lähme Innovationen. Apple könne zudem kein Patent auf geometrische Formen wie die iPhone-typischen runden Ecken für sich beanspruchen, äußerte sich der koreanische Konzern zu der Entscheidung. Diese hätte für Apple nicht besser ausfallen können, wie Prozessbeobachter urteilten. Denn Patentvorwürfe gegen Apple wiesen die Richter komplett ab. Und sahen es außerdem als erwiesen an, dass Samsung sechs der sieben beanstandeten Patente verletzt hätte.
Neben dem Design ist das Aussehen der Bildschirmoberfläche mit den kästchenartig angeordneten App-Symbolen betroffen. Auch ein Verfahren, um festzustellen, mit wie vielen Fingern Nutzer den Bildschirm berühren und wie sie in Inhalte hineinzoomen, verletze Apple-Patente. Mittlerweile hat sich auch der Konzern Google, der hinter Android steht, zu dem Prozess geäußert: Android im Kern sei durch die Entscheidung nicht berührt.
Und dennoch: Laut Reuters jedenfalls „gilt das Urteil“ auch als „herber Rückschlag für Google“, dessen Mobile-Betriebssystem auch auf Geräten anderer Smartphone-Hersteller läuft. Reuters zufolge dürften zudem auch Android-Handy- und -Smartphone-Hersteller wie Motorola oder HTC nun vor größeren juristischen Hürden stehen. Laut dpa würde ein erfolgloses Vorgehen Samsungs gegen die Entscheidung bedeuten, „dass Samsung und andere Hersteller dauerhaft auf einige von Apples patentierte Funktionen verzichten müssen. Darüber hinaus habe Apple jetzt bessere Karten in weiteren Patentstreitigkeiten.
Wie dpa weiterhin berichtet, will Samsung jedoch „unverzüglich Anträge auf eine Aufhebung der Jury-Entscheidung“ stellen. Sollte dies erfolglos sein, plant das Unternehmen demnach den Gang zum Berufungsgericht. Am 20. September steht jedoch noch eine Anhörung darüber an, ob es ein Verkaufsverbot für die betroffenen Samsung-Produkte in den USA geben könnte. □
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