19.01.2009 | Redakteur: Philipp Ilsemann
Seit 1996 ist der Internet Explorer fester Bestandteil von Microsoft Windows und damit, laut EU, auf weltweit über 90 Prozent der PCs verfügbar. Für die Kommission stellt dies einen »künstlichen Vertriebsvorteil« dar, »der aufseiten anderer Browser nicht ausgeglichen werden könne«. Die EU-Kommissare befürchten, dass Microsoft den Internet Explorer durch die Bündelung »vor dem direkten Wettbewerb mit anderen Browsern schützen will«. Zudem könnten durch die »Omnipräsenz« des Internet Explorers »künstliche Anreize für Content-Provider und Softwareentwickler« geschaffen werden, ihre Websites und Software in erster Linie für den Microsoft-Browser zu konzipieren.
Microsoft erklärte in einem kurzen Statement, dass der Hersteller gewillt sei, sein Geschäft in vollem Einklang mit europäischen Gesetzen zu betreiben. Nun werde das Unternehmen die Beschwerdepunkte zunächst studieren und innerhalb der geforderten zwei Monate darauf antworten.
Mit einem Anteil von weltweit rund 70 Prozent im November 2008 hat Microsoft in den vergangenen Jahren laut den Analysten von Net Applications zwar merklich an Marktdurchdringung verloren. Der größte Konkurrent Firefox liegt mit 21 Prozent jedoch noch klar hinter den Redmondern, gefolgt vom Apple-Browser Safari (7,1 Prozent). Der Google-Browser Chrome brachte es im Jahr der Einführung gerade einmal auf 0,83 Prozent, konnte damit Beschwerdeführer Opera (0,71 Prozent) aber bereits überholen. Der ehemalige Primus Netscape, der sich Ende der 90er-Jahre mit Microsoft ein erbittertes Duell lieferte, ist mit 0,53 Prozent inzwischen in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2018878)