19.01.2009 | Redakteur: Philipp Ilsemann
Auf Microsoft könnte ein neues Bußgeld durch die EU zukommen. Die für das Wettbewerbsrecht zuständige EU-Kommission wirft dem Software-Riesen vor, mit der festen Integration des Internet Explorers in Windows den Wettbewerb für Web-Browser zu behindern.
Microsoft hat erneut Probleme mit den europäischen Kartellbehörden. In einem »blauen Brief« wirft die EU-Kommission dem Software-Giganten vor, »durch die Bündelung des Web-Browsers Internet Explorer und des marktbeherrschenden PC-Betriebssystems Microsoft Windows gegen die Vorschriften des EG-Vertrags über den Missbrauch einer beherrschenden Stellung« zu verstoßen.
Dabei handelt es sich um den vorläufigen Standpunkt der Kommission. Microsoft hat nun acht Wochen Zeit, eine Stellungnahme zu den Vorwürfen vorzulegen. Im Anschluss kann das Unternehmen zudem auf eine mündliche Anhörung bestehen, bevor die EU-Kommission Strafen verhängen darf. Dazu gehört neben einer möglichen Geldbuße auch die Aufforderung zur »Einstellung der Zuwiderhandlung« sowie zu Abhilfemaßnahmen.
In einem ähnlichen Fall wurde Microsoft unter anderem dazu gezwungen, auch eine Windows-Version ohne den Windows Media Player anzubieten. Die verhängten Bußgelder gegen den Redmonder Konzern belaufen sich auf bislang knapp 1,7 Milliarden Euro. Die aktuellen Aktivitäten der Kommission basieren auf einer Beschwerde von Opera, die der norwegische Browser-Hersteller vor rund einem Jahr bei der EU angemeldet hatte.
Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zu den EU-Vorwürfen und den aktuellen Entwicklungen im Browser-Markt.
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