Mit Niedrigpreisen gegen Hersteller und Händler

Amazon geht mit eigenen Produkten in den Markt

21.09.2009 | Redakteur: Harry Jacob

Amazon will seine Wertschöpfungskette erweitern – und macht sich selbst zum Hersteller.

Online-Händler Amazon baut seine Wertschöpfungskette aus und schlüpft in die Rolle eines Herstellers. Unter der Eigenmarke „Amazon Basics” werden ab sofort die ersten IT- und CE-Produkte vertrieben.

Der weltweit größte Online-Anbieter Amazon etabliert sich zunehmend als Hersteller. Erst brachte der Versender den E-Book-Reader „Kindle” auf den Markt, um das florierende Buchgeschäft auch auf die elektronische Variante ausweiten zu können. Nun steigt er mit der Eigenmarke „Amazon Basics” ins Supply-Geschäft ein: CD- und DVD-Rohlinge sowie Kabel für CE- und IT-Produkte aller Art – vom HDMI-Anschluss bis zur Ethernet-Vernetzung – bietet der Online-Shop seit gestern an. So macht er nun Herstellern wie Händlern Konkurrenz im Niedrigpreis-Segment. Abheben von anderen Marken will sich der Online-Versender durch seine „Frustration free”-Verpackungen: Recyclingpappe statt der festen Plastikfolie, die manchmal kaum zu öffnen ist. So werde viel Verpackungsmüll eingespart – und für den Versender dürften sich auch die Kosten für Herstellung und Shipment der Produkte reduzieren. Und letztendlich wird die eigene Marge verbessert, da der Versender die Handelsspanne nicht mit anderen teilen muss, sondern er als Hersteller das Direktgeschäft mit dem Endkunden macht.

Dass die Produkte bislang nur in den USA erhältlich sind und das Sortiment arg begrenzt ist, tröstet nicht. Denn schon bis Weihnachten soll das Portfolio kräftig ausgebaut werden. Und auch die Internationalisierung hat Amazon bereits verkündet, soll heißen: es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch der deutsche Vertriebskanal mit „Amazon Basics” bestückt wird.

Natürlich stellt Amazon die Produkte nicht selbst her, sondern bedient sich – wie schon beim Kindle – der großen Fertiger, die hauptsächlich in Asien beheimatet sind. Diese bauen sowohl im Auftrag der A-Brands, die mit ihren eigenen Design- und Ingenieursleistungen für markenspezifische Produkte sorgen. Die Fertiger bieten aber oft auch Standard-Designs und -Konfektionierungen an, die dann für diverse Handelsmarken gelabelt werden.

Viele Möglichkeiten zum Ausbau

Aus diesem Angebot dürften sich demnach auch die Sortimentserweiterungen speisen, je nachdem, was Amazon als wirtschaftlich attraktive Produkte sieht. Zur Wahl stehen beispielsweise Speicherkarten, USB-Sticks und externe Festplatten, Taschen für Notebooks, Smartphones und Kameras, Peripherie wie Tastaturen, Mäuse, Web-Cams und Sound-Systeme, aber auch digitale Bilderrahmen und sogar einfache Monitore und LCD-Fernseher. Und warum sollte Amazon nach den Erfahrungen mit dem Kindle nicht irgend wann auch Smartphones, Netbooks oder Desktop-PCs vertreiben?

Denkbar wäre aber auch, dass Amazon seine Eigenmarke nicht nur auf IT und CE begrenzt, sondern beispielsweise auch Mode, Schmuck, Haushaltsgeräte oder gar Lebensmittel unter dem Label „Amazon Basics” auf den Markt bringt.

Was halten Sie vom Engagement des Online-Versenders im IT- und CE-Markt? Diskutieren Sie mit im IT-BUSINESS-Forum!


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