07.11.2007 | Redakteur: Regina Böckle

Virtualisierungs-Spezialist SWsoft macht sich auf, hierzulande den Channel zu erobern. Mit Stefan Prestele und Stefan Hölzl hat sich das Unternehmen jüngst zwei Channel-erfahrene Manager an Bord geholt, die in Deutschland und auf Europaebene dafür sorgen sollen, dass das auch gelingt.
»Unsere Hauptaufgabe ist es, in die Vertriebspartner zu investieren, die Unternehmen bei der Virtualisierung von Servern, Desktops und Workstations beraten und entsprechende Lösung zur Verfügung stellen möchten«, stellt Stefan Prestele klar, der seit rund vier Monaten bei SWsoft das Marketing in der EMEA-Region verantwortet. Die Aufgabe will er gemeinsam mit den Value-Added-Distributoren meistern, allen voran mit ADN, ELD und TLK.
Es ist ein klarer Schnitt, den SWsoft damit vollzieht. Denn bislang wurde das ausschließlich indirekt betriebene Virtuozzo-Geschäft ebenso wie die direkt vermarkteten Hosting-Automatisierungslösungen parallel von der Deutschlandzentrale in Darmstadt aus gesteuert.
Damit ist jetzt Schluss. »Wir haben beide Geschäftsbereiche klar voneinander getrennt – auch räumlich«, berichtet Prestele. Ab sofort gibt es eine Vertriebsniederlassung in München, die sich ausschließlich um die Vertriebspartner von Virtuozzo und Parallels kümmern wird.
»Wir werden personell massiv aufrüsten, um die wachsende Zahl an Partnern auch vernünftig betreuen zu können. Denn Virtuozzo wird ebenso wie Parallels ausschließlich über den Channel vertrieben«, betont der Marketing-Chef. Dieser Punkt sei in der Vergangenheit aufgrund der Bündelung mit dem Hosting-Geschäft nicht so deutlich zum Ausdruck gekommen.
Viele Anfragen nach Virtuozzo kommen von Citrix-Partnern – auch wenn Citrix mit Ardence und seit kurzem auch mit XenSource eigene Virtualisierungslösungen anbietet. Kein Wunder also, dass SWsoft auf der Citrix-Partner-World als Aussteller zu finden war. »Wir planen spezielle Roadshows für diese Klientel«, kündigt Prestele an.
In wenigen Wochen wollen Channel-Chef Hölzl und Europa-Marketingchef Prestele das Fundament für das so genannte Partner-Net gelegt haben. Es umfasst ein eigenes Portal für Virtuozzo-Partner sowie Marketing-Materialien und Info-Mailings, die Reseller für Endkundenaktionen nutzen können. Konkrete Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung von Endkunden-Veranstaltungen sowie für Werbemaßnahmen erhalten Partner momentan vor allem von den Value-Added-Distributoren. »Das soll auch weiterhin so bleiben«, sagt Prestele, »aber wir wollen diese Aktivitäten viel gezielter und breiter unterstützen als das bislang möglich war.« Dazu gehört auch ein Partnerprogramm, das demnächst an den Start gehen soll.
Bislang haben lediglich sieben Prozent der Unternehmen weltweit ihre IT-Infrastruktur mit virtuellen Lösungen ausgestattet, so das Ergebnis einer Studie des Marktforschungsinstituts Gartner. Das werde sich in den nächsten Jahren radikal ändern, meinen die Analysten. Je stärker sich die Technologie jedoch ausbreitet, desto wichtiger werden die Fragen nach der Verwaltbarkeit und Flexibilisierung virtueller Umgebungen für Anwender, schätzen die Marktforscher.
»Die zentrale Frage der Zukunft wird sein, in welcher Geschwindigkeit Anwender virtuelle Systeme – seien es Server, Desktops oder Anwendungen - bereitstellen können und wie komfortabel und zentral sich diese verwalten lassen«, ist Prestele überzeugt. »Zudem wird die Frage, wie die genutzte Server-Leistung oder Applikationsnutzung künftig berechnet werden wird – ob zum Beispiel jeweils der genutzte Prozentsatz der CPU als Grundlage für die Rechnungsstellung herangezogen wird, oder ob sich andere Modelle durchsetzen werden.«
Für diese Aufgaben sieht Prestele das Unternehmen angesichts seiner jahrelangen Erfahrungen aus dem Hosting-Umfeld bestens gerüstet. »Wir werden bald eine Management-Konsole zur Verfügung stellen, von der aus Anwender zentral die gesamte virtuelle Infrastruktur managen können, denn sie wird sowohl die Bereitstellung als auch die Automatisierung virtueller Systeme ermöglichen, auch in heterogenem Umfeld.«
Im ersten Quartal 2008 steht bei SWsoft ein Channel-Summit auf der Agenda. Hier erfahren die europäische Partner, wohin die Reise mit Virtuozzo und Paralles gehen wird.
Mit Virtuozzo lassen sich Server auf Betriebssystemebene für Linux und Windows virtualisieren. Virtuozzo erstellt virtuelle Umgebungen oder Container auf einem einzelnen physikalischen Server und einer Betriebssystem-Instanz, und sorgt so für hohe Virtualisierungsdichte, Skalierbarkeit und einfache Verwaltbarkeit. Die jüngste Version, Virtuozzo 4, wird ab dem ersten Quartal 2008 verfügbar sein, die Beta-Tests laufen derzeit auf Hochtouren. In dieser Version werden auch Funktionen von Parallels integriert sein.
Autorisierte Virtuozzo-Distributionspartner sind: ADN, ELD, TKL und Computerlinks.
Unter Mac-Anwendern, insbesondere unter den xServer-Usern, fand die klassische Hardware-Virtualisierungslösung Parallels weite Verbreitung. Die Software ermöglicht die Virtualisierung von Desktops, Workstations und Servern für Windows, Macintosh und Linux.
Anfang 2008 wird die erste Version des Parallels-Server verfügbar sein. Autorisierter Publisher für die Desktop-Produkte von Parallels ist Avanquest.
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