Ressourcenzuteilung bei externen Datenspeichern

Full Provisioning und Thin Provisioning im Vergleich

28.04.2011 | Autor / Redakteur: Galvin Chang / Nico Litzel

Der Autor: Galvin Chang ist Associate Director bei Infortrend.

Es gibt verschiedene Verfahren für die Bereitstellung der Kapazität. So können IT-Manager beispielsweise das traditionelle Full Provisioning nutzen oder das in jüngster Zeit entwickelte Thin Provisioning. Dieser Artikel stellt die beiden Methoden vor und beleuchtet die Vorteile des Thin Provisioning.

Externe Festplatten-Speichersysteme sind in den Rechenzentren von Unternehmen weit verbreitet, um große Datenmengen zu speichern. Diese Speichersysteme dienen häufig mehreren Host-Anwendungen. Zu den wichtigsten Aufgaben der IT-Manager gehört daher das Provisioning oder die Zuweisung von Speicherressourcen, sodass alle Anwendungen auf ausreichend Kapazität zugreifen können.

Was bietet Full Provisioning?

Bei der traditionellen Methode der Bereitstellung von Speicherkapazität, auch bekannt als Full oder Fat Provisioning, wird für gewöhnlich den Anwendungen mehr Speicherkapazität zugeteilt als benötigt wird. Ein Unternehmen kann dadurch den Speicherplatz für zukünftiges Datenwachstum, das durch die Anwendung erzeugt wird, entsprechend anpassen, da die Neuzuweisung von Speicherkapazität im Falle unzureichender Kapazität zu Ausfallzeiten führen kann. Da die ungenutzte freie Kapazität, die für eine bestimmte Anwendung bereitgestellt wurde, jedoch anderen Anwendungen nicht zugewiesen werden kann, führt das zu einer mangelhaften Speicherauslastung.

Was bietet Thin Provisioning?

Seit ein paar Jahren setzt sich das Thin Provisioning allmählich durch und etabliert sich zum Mainstream für den externen Festplatten-Bereich. Die Thin-Provisioning-Technik ermöglicht es Benutzern, eine große Menge an virtueller Kapazität für eine Anwendung bereitzustellen, unabhängig von der physischen Kapazität, die tatsächlich verfügbar ist.

Das Thin Provisioning weist bei der Ersteinrichtung dem vorgegebenen Datenvolumen keine physische Kapazität zu und der tatsächliche Speicherplatz wird nur dann verwendet, wenn Daten geschrieben werden. Mit Thin Provisioning können IT-Manager den Applikationen je nach Bedarf die Systemkapazität automatisch zuweisen. Dadurch wird eine Kapazitätsauslastung von bis zu 90 Prozent ermöglicht.

Nachteile von Full Provisioning

Im direkten Vergleich von Full und Thin Provisioning stellen sich einige Nachteile heraus, die mit dem Full Provisioning einhergehen.

  • Ungenutzte Kapazität, die einer Anwendung bereits zur Verfügung gestellt wurde, kann anderen Anwendungen nicht mehr zugewiesen werden. Das führt zu einer geringen Speicherauslastung (bei den meisten Unternehmen sind es 40 Prozent oder weniger) und zu einer erheblichen Verschwendung von Energieressourcen und der Nutzfläche.
  • Andererseits müssen Unternehmen zusätzliche Kapazität hinzukaufen, wenn das Kapazitätslimit einer Anwendung erreicht ist. Das führt wiederum zu erhöhten Storage-Kosten und die zusätzliche Kapazität beansprucht mehr Ressourcen, etwa Kühlung.
  • IT-Manager müssen zudem mit komplexeren Verwaltungsaufgaben rechnen, sobald Anwendungen ihre Kapazitätslimits erreicht haben und Speicherressourcen erweitert werden müssen. Mehr Verwaltung verlangt nach mehr Ressourcen, was wiederum die Kosten, die mit dem Storage-Management verbunden sind, in die Höhe treibt.
  • Meist muss eine Anwendung bei der Beschaffung zusätzlicher Kapazität offline geschaltet werden. Besonders bei geschäftskritischen Anwendungen kann das zu Umsatzverlusten führen.

Weiter mit: Thin Provisioning ermöglicht virtuelle Kapazitätsauslastung

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