Thema: Microsoft gibt das Geschäft mit den Small Business Kunden auf!

erstellt am: 12.07.2012 06:49

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dcgmbh





dabei seit: 30.09.2009

Beiträge: 3

Microsoft gibt das Geschäft mit den Small Business Kunden auf!
12.07.2012 06:49

Hallo,
ich bin seit den ersten Small Business Server Betriebssystem mit dabei. Gedacht für kleine Firmen von 5-75 Usern, die können dann Exchange und den SQL Server (Premium Edition) günstig installieren lassen.
Microsoft hat uns Partnern das Geschäft mit dem großen Kundenpotential schmackhaft gemacht und stellt den SBS jetzt ein.
In der Praxis bedeutet das:
- Installation mit den Windows Server 2012 Foundation (nur BS)
- kein Austausch von E-Mail/Kalender an zentraler Stelle
Der richtige Exchange ist den meisten Kunden zu teuer, also werden wir Open Source installieren. Damit ist der Schritt nicht weit Outlook einzusparen und durch Open Source zu ersetzen. Warum dann nicht ganz Open Office einsetzen?
Ich sehe den Schritt den SBS einzusparen als Ansage von Microsoft: das Geschäft mit den Kleinen Firmen wird eingestellt!.
Die Intension von Microsoft ist vielleicht, dass die Kunden alle in die Cloud sollen und dort an den Exchange Server angebunden werden und es soll Office 365 genutzt werden. Aber ganz klar - ich selbst und 99 Prozent meiner Kunden wollen und können wegen schlechter Internetanbindung nicht in die Cloud!!!
Das Modell schädigt nicht nur uns Partner, die viele kleine Kunden betreuen, sondern vor allem Microsoft!
Was meint ihr dazu?
* zuletzt geändert von: dcgmbh am 12.07.2012 um 06:53 Uhr *

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nicht registrierter User


RE: Microsoft gibt das Geschäft mit den Small Business Kunden auf!
18.07.2012 08:48

Hallo,
dem Wegfall von SBS kann ich nicht wirklich nachtrauern.
Seit seiner Einführung habe ich ihn (fast) nie verkauft, sondern zu 99 die Standard Edition, außer der Kunde bestand darauf.
Grund war immer seine sehr eingeschränkten Funktionalität.
Exchange halte ich nicht für eine wirklich benutzerfreundliche Software, die ein Endkunde vernünftig bedienen kann. Zudem werden zum vernünftigen Betrieb zu viele Zusatzprodukte wie spezielle Virenscanner, Sicherungslösungen und Spamfilter benötigt.
Die Bedürfnisse kleiner Kunden an SQL-Server lassen sich zu 95 mittels SQL Server Express befriedigen. Wer damit nicht zurecht kommt, benötigt i.d.R. sowieso den Großen.

Man sollte diese Entwicklung als Chance sehen. Mit der neuen Version erhält man die Möglichkeit, dem Kunden eine sehr günstige Serverversion zu bieten.
Wenn der eine integrierte Lösung für Groupware braucht, gibt es genügend andere Hersteller, die sehr gute und z.T. bessere Lösungen incl. Virenscanner, Spamfilter, Dantensicherung und externen Anbindungen als den Klotz Exchange bieten.

Von Open-Source Lösungen halte ich in dem Zusammenhang nicht allzu viel, im
Endeffekt bleibe ich da auf der Haftung sitzen, wenn sich die Entwickler mal wieder überlegen, ein lange existierendes Projekt einfach :$(#newpostform).submit()sterben zu lassen weil etwas anderes hipper ist. Die Unterstützung z.B. für das Office des bösen Feindes MS etc. ist i.d.R. nicht oder nur rudimentär vorhanden.
Beispiel: MySQL & PostgreSQL, wo Treiber für Standard-Software außerhalb der PHP/Linux-Welt seit Jahren nicht (weiter-)entwickelt werden und z.T. unterirdisch schlecht sind.

Insgesamt ist eine solche Lösung, die wir hier seit Jahren (sogar mit dem Standard-Server) praktizieren, i.d.R. in der Investition sogar weit preisgünstiger für den Kunden.
Als Händler kann ich dadurch meine Dienstleistung, an der das Geld verdient wird, wesentlich besser verkaufen. Im Endeffekt ist dann sogar oft die Gesamt-Marge an der Software etwas höher als bei SBS, wobei diese für mich nur eine untergeordnete Rolle spielt.

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nicht registrierter User


RE: Microsoft gibt das Geschäft mit den Small Business Kunden auf!
18.07.2012 09:32

Auch ich finde das Verhalten von MIcrosoft gegenüber den kleinen Kunden und uns SBS-Partnern miserabel. Jahrzehntelang wurde uns Partnern erklärt, dass gerade die SBS-Kunden mit bis zu 75 Mitarbeitern ein riesiges Umsatzpotential haben und dafür wurde ja auch die SBS-Server-Schiene und SBS-Partner-Schiene aufgebaut.
Auch bei vielen SBS-Firmen hier in Deutschland sind die Vorbehalte gegenüber den Cloud-Diensten nicht nur wegen der schlechten Internet-Anbindung sondern auch wegen den hohen Kosten hierfür sehr groß. Und wer will schon Office 365 nutzen, wo die Kosten sogar höher sind, als wenn man Lizenzen von Office 2012 kauft. Und wer will schon seine E-Mails in der Cloud ablegen, und muss dann befürchten zeitweise keinen Zugriff zu haben, mal wieder die Internet-Verbindung nicht klappt oder das RZ von Microsoft abgestürzt ist oder gar die Mail-Konten gelöscht wurden? Und wer hat wirklich Zugriff auf die in der Cloud abgelegten Daten, außer dem Inhaber der Daten? Daher ist gerade für diese SBS-Kunden die SBS-Variante mit Exchange-Server wichtig.
Und wer von den SBS-Kunden hat einen Assurance-Vertrag?
Es ist klar, dass Microsoft die hohen Investitionen in seine RZ irgendwann wieder amortisiert haben möchte, daher ist dieser Schritt, die SBS-Kunden in die Cloud zu jagen, logisch.
Entweder MS ändert doch noch seine Strategie (sehr unwahrscheinlich), wir kaufen noch Versionen von SBS Standard, oder wir wechseln auf andere ähnliche Produkte.
Wir IT-Berater haben die Wahl, denn unsere Kunden brauchen vernünftige Lösungen!
Euer Carlos Wagner

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nicht registrierter User


RE: Microsoft gibt das Geschäft mit den Small Business Kunden auf!
18.07.2012 10:12

Wir sind ein seit 21 Jahren bestehendes Systemhaus und fast alle unsere Kunden (mit Ausnahme der Größeren)setzen den SBS ein und das hauptsächlich wegen des Exchange Servers. Das war immer eine super Komplettlösung mit schönen Collaborations-Features, kostenlosem SPAM-Schutz, kostenloser Anbindung von Smartphones (früher mal PDAs^^), etc. Bis zur Version 2003 war sogar Outlook als E-Mail-Client bereits in der SBS Benutzerlizenz enthalten.
Die Cloud-Lösung von Exchange ist bei weitem keine Alternative. Sehr viele Funktionen gibt es hier gar nicht und schon die Grundsystematik, dass eine E-Mail eines Kollegen aus einem Büro im eigenen Haus zuerst ins Internet muss, um dann wieder ins eigene Haus zurück zu kommen ist unserer Ansicht nach ein Unding.
Microsofts Beispielrechnungen, dass die Kunden mit der Cloud Geld sparen und die Partner auf dieser Schiene mehr verdienen (was in sich schon ein Widerspruch ist!) sind ebenfalls völlig aus der Luft gegriffen. Unsere Kunden werden zu 90 die Mehrkosten der Cloud nicht bezahlen und damit Microsoft den Rücken kehren. Wir werden uns jetzt um Alternativen zu Exchange kümmern.
Sehr schade!
MfG
Dennis Weber
SDW

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nicht registrierter User


RE: Microsoft gibt das Geschäft mit den Small Business Kunden auf!
18.07.2012 10:15

Eingeschränkte Funktionalität?

Ich habe den SBS dann auch in der PRO Version virtualisiert und hatte dann SQL Server und SBS auf einer physikalischen Maschine. Kann mich an keine Einschränkung erinnern ... Exchange läuft doch ... bei den Firmaen die ich betreue (bis 20 User) alle paletti.

Bei Firmen die mehr als 100 Mitarbeiter haben (betreue ich auch am Rande) ist eine eigene IT vor Ort mit dem richtigen Exchange usw.

Ich fand die schnelle Installation und das Einrichten der User mit Exchange usw. schon sehr praktisch.

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nicht registrierter User


RE: Microsoft gibt das Geschäft mit den Small Business Kunden auf!
18.07.2012 10:51

Auch bei unseren Kunden lief der SBS wie geschnitten Brot. Die Open Source Alternativen konnten bei weitem nicht mit der Funktionalität mithalten. Das wird sich nun leider ändern, wenn die letzten Boxen und Lizenzen des SBS 2011 verkauft sind. Dann müssen wir uns mit den Unzulänglichkeiten von Zarafa und Co. herumschlagen...

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nicht registrierter User


RE: Microsoft gibt das Geschäft mit den Small Business Kunden auf!
18.07.2012 11:26

Liebe Kollegen,
gibt es ein besseres Eingeständnis das die Cloud nicht läuft, als dieses ???
Um die Kunden und vor allem uns Fachhändler zu zwingen, die Daten in die MS Cloud zu stellen, wird der SBS Server eingestellt! Ganz einfach.....was sollen die Fachhändler schon tun.
Okay. Micrsoft hat in Irland viel Geld in die Hand genommen um ein großes Rechenzentrum hinzustellen. Das Geld muss einfach wieder rein. Noch eine Baustelle kann sich Steve Ballmer einfach nicht leisten (Windows Phone, Internet Explorer, Bing, etc.) Man könnte sonst der Meinung sein, das er das Geschäft nicht mehr versteht.
Microsoft war viele Jahre ein verlässlicher Partner für den kleinen Fachhandel und der kleinen Kunden. Ein Grund mit, warum wir Händler alle mit MS gearbeitet haben, denn Google nahm das Geld gerne vom Kunden direkt und Amazon verlor (glücklicherweise) die Daten vom Kunden. Alles Argumente für Microsoft.
Spannend finde ich, daß kein Hersteller aufschreit. Wer soll nun noch teure Server verkaufen? Datensicherungen werden auch nicht gebraucht u.v.m. - Macht alles die Cloud.
Ich appelliere an den Datenschutz in Deutschland, sich für den SBS einzusetzen. Denn sonst wissen wir bald nicht mehr, wer unserer Mails im Internet so alles mitließt und unsere Konten knackt.
Zum Abschluss möchte ich mich bei MS für 25 gute Jahre und einer vertrauenswürdigen Zusammenarbeit bedanken. Es ist schade, daß sich unsere Wege trennen werden, aber unseren Kunden muss ich eine Maillösung vor Ort anbieten.
Wettbewerb fördert das Geschäft. Mal sehen, ob nicht zum Serviepack 1 doch noch ein SBS 2012 erscheint. Diesen Wunsch werde ich in meine Gebete einschießen.
Beste Grüße
Tim Teut

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marka-it.net





dabei seit: 18.07.2012

Beiträge: 3

RE: Microsoft gibt das Geschäft mit den Small Business Kunden auf!
18.07.2012 11:32

Ich selbst finde das Vorhaben, den Small Business Server sterben zu lassen, gelinde gesagt schade.
Viele Kunden benötigen ein einfaches System, mit dem Sie Ihre Kommunikation sicherstellen können. Und genau hier war der Small Business Server das Produkt der Wahl.
Betrachtet man das ganze nicht nur betriebswirtschaftlich, ergeben sich aus der neuen Strategie von Microsoft weitere Probleme:
1.) Nutzt ein ehem. SBS-Kunde in Zukunft Office 365 mit bei Microsoft gehosteten Exchange-Postfächern, so verlässt jede (!) interne E-Mail das Unternehmen. Somit haben wir hier in meinen Augen ein Datenschutzproblem.
2.) Welches Unternehmen hat eine halbwegs performante Internetanbindung, um ohne Einschränkungen Office 365 nutzen zu können? Gerade die KMU in ländlichen Gebieten werden hier künstlich von Microsoft ins Abseits geschoben.
3.) Selbst wenn eine Firma über einen performanten Internetzugang verfügt, ist sie umso mehr gerade bei interner Kommunikation von diesem abhängig. Das birgt das Risiko, bei einem Ausfall der Internetverbindung intern nicht mehr (effektiv) arbeiten zu können.
Ich für meinen Teil wünsche mir, dass Microsoft auf seine Partner hört und die berechtigte Kritik ernst nimmt.
Viele kleinere IT-Dienstleister (und Microsoft Partner!) haben sich gerade in den letzten Jahren im Bereich Small Business qualifiziert und zertifiziert, dabei hat Microsoft sicher nicht schlecht verdient. Und genau diese Partner tritt man nun in die 5 Buchstaben. Vertrauen und Kooperation geht anders...
Markus Kafurke
Inhaber bei marka-it.net
* zuletzt geändert von: marka-it.net am 18.07.2012 um 11:33 Uhr *

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nicht registrierter User


RE: Microsoft gibt das Geschäft mit den Small Business Kunden auf!
18.07.2012 13:21

Hallo,
wozu Zarafa und Co.?
Es gibt einige sehr gute Lösungen (kein Open-Source) am Markt, die Exchange in nichts nachstehen, es vollständig ersetzen und zusätzlich einige gravierende Vorteile wie z.B. integrierten Virenscan (nicht ClamAV & Co.) haben.

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nicht registrierter User


RE: Microsoft gibt das Geschäft mit den Small Business Kunden auf!
18.07.2012 13:48

Es gibt doch Alternativen aus Deutschland.
Wenn es keinen SBS mit Exchange mehr gibt, dann nehme ich einfach nur noch Tobit.
So einfach ist das.

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