Datenschützer kritisieren Apple

Versteckte Kamera in Apple-Shops ärgert Datenschützer

04.04.12 | Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / aO_redakteur / Martin Fryba

Apple-Stores in Deutschland weisen nur unzureichend auf Kameraüberwachung hin.
Apple-Stores in Deutschland weisen nur unzureichend auf Kameraüberwachung hin.

Design-Richtlinien kontra Datenschutz: Die umfangreiche Videoüberwachung in deutschen Apple-Läden stößt auf Kritik. Apple verstecke die Kameras eben so gut wie die Hinweisschilder auf die visuelle Beobachtung seiner Kunden, kritisiert der hamburgische Landesdatenschutzbeauftragte.

Datenschützer Johannes Caspar hatte bislang wenig Erfolg, Apple von der Notwendigkeit zu überzeugen, ein gut sichtbares Schild im Eingangsbereich seines Flagship-Stores am Hamburger Jungfernstieg anzubringen, das auf die Kameraüberwachung im Laden hinweist. Apple habe zwar mehrfach nachgebessert, aber die Forderungen des Landesdatenschutzbeauftragten bislang nicht erfüllt. Ein von Apple in Schienbeinhöhe angebrachter Hinweis neben der Eingangstür sei gut versteckt, reiche aber nicht, sagte Caspar dem Radiosender „NDR Info“.

Mit seiner Forderung nach Einhaltung der Datenschutzrichtlinien steht Caspar nicht alleine da. Die ungenügende Hinweispflicht auf die Kameraüberwachung in den Apple-Shops in der Frankfurter Fußgängerzone und am Münchner Marienplatz haben auch dort die jeweiligen Landesdatenschützer auf den Plan gerufen. Bislang aber ohne Erfolg. Die Apple Retail GmbH, Betreiberin der Läden, steht auf dem Standpunkt, nach deutschem Datenschutzrecht korrekt zu handeln. Warum sich Apple ziert, könnte daran liegen, dass der US-Konzern seinen weltweiten Shops strenge einheitliche Design-Richtlinien verpasst hat, spekulieren die Datenschützer. Regionale Befindlichkeiten und nationales Recht kollidieren mit den Vorstellungen der US-Konzernstrategen – ein bei Apple und vielen anderen IT-Giganten nicht gerade seltener Konflikt.

So sollen die Glasfassaden der Apple-Stores uneingeschränkte Transparenz vermitteln und einen größtmöglichen Blick auf iPhones, iPads und Macbooks ermöglichen. Großformatige, in Augenhöhe angebrachte Hinweisschilder auf die Kameraüberwachung mögen den gesetzlichen Vorgaben nach Persönlichkeitsschutz der Bürger entsprechen. Den Apple-Künstlern dieser Konsumtempel sträuben sich bei dieser Art der deutschen Beschilderungskultur allerdings die Haare.


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