HSP Summit 2017

Equinix stellt den heißen Draht zur Public Cloud her

| Autor: Michael Hase

Equinix ist der weltgrößte Anbieter von Colocation-Services.
Equinix ist der weltgrößte Anbieter von Colocation-Services. (Bild: Eqiuinix)

Colocation-Anbieter sorgen in hybriden Szenarien für eine performante Anbindung an die Public Cloud. Donald Badoux, Geschäftsführer bei Equinix, sieht darin ein Argument mehr für Colocation. Der Manager ist Keynote-Speaker auf dem Hosting & Service Provider Summit im Mai.

ITB: Der Colocation-Markt konsolidiert sich. Welche Faktoren treiben diese Entwicklung voran?

Badoux: Die Rechenzentrumsindustrie ist sehr kapitalintensiv. Ein solider Kundenstamm und vor allem Kundenwachstum haben somit einen wichtigen Einfluss auf den Unternehmenserfolg von Colocation-Anbietern. Bleibt dieses Wachstum aus, wird es für Unternehmen schwierig, sich am Markt zu behaupten. Zudem ist es für kleinere Anbieter schwierig, sich zu differenzieren. Erschwerend hinzu kommt, dass bestehende Rechenzentren regelmäßig modernisiert und den neuesten technischen Entwicklungen angepasst werden müssen. Das ist mit hohem finanziellem Aufwand verbunden und treibt die Konsolidierung voran. Entscheidend ist jedoch, dass Rechenzentrumsanbieter mindestens europaweit, möglichst global präsent sein sollten, um den IT-Strategien und den Anforderungen an die digitale Transformation international operierender Unternehmen gerecht werden zu können.

Donald Badoux, Geschäftsführer bei Equinix, setzt auf die Kooperation mit Partnern.
Donald Badoux, Geschäftsführer bei Equinix, setzt auf die Kooperation mit Partnern. (Bild: Michael Hase)

ITB: Systemhäuser suchen für ihr Cloud- und Managed-Services-Geschäft die Partnerschaft mit Colocation-Anbietern. So arbeitet beispielsweise Axians IT Solutions mit Equinix, Bechtle mit E-Shelter zusammen. Was sind die Gründe dafür?

Badoux: Kunden fordern bei ihren Cloud und Managed Service Providern zunehmend ein breites Leistungsspektrum, das auch Colocation einschließt. In den vergangenen beiden Jahren ließen sich dazu zwei Entwicklungen beobachten. Erstens: Im Enterprise-Markt sind Kunden zunehmend bereit, ihre On-Premises-Installationen teilweise oder sogar vollständig zu einem Colocation-Anbieter zu verlagern. Das Rechenzentrum auf dem eigenen Campus ist somit nicht mehr unantastbar. Zweitens: Die Nutzung von Cloud-Services in einer hybriden Infrastruktur setzt für viele Anwendungen die physische Nähe zu Cloud-Anbietern voraus. Werden On-Premises-Installationen mit einem oder mehreren Public-Cloud-Angeboten kombiniert, lassen sich Security- und Latenzanforderungen optimal und kostengünstig im Cloud-Ökoystem eines Colocation-Anbieters realisieren.

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ITB: Werden Systemhäuser in Zukunft überhaupt noch dazu in der Lage sein, eigene Rechenzentren wirtschaftlich zu betreiben?

Badoux: Systemhäuser haben ihre Rechenzentren historisch bedingt an ihren Hauptstandorten. Oft ermöglichen diese Standorte jedoch nur einen stark eingegrenzten ­Zugang zu Cloud-Anbietern. Ob Systemhäuser zukünftig eigene Rechenzentren betreiben werden, ist also nicht nur eine Frage des wirtschaftlichen Betriebs, sondern auch der richtigen Lokation. Wir gehen davon aus, dass Systemhäuser in ­einer Übergangszeit den Betrieb eines oder mehrerer eigener Rechenzentren mit Installationen bei einem Colocation-Anbieter kombinieren werden.

ITB: Welche Bedeutung hat umgekehrt das Partnergeschäft für Equinix?

Badoux: Während Kunden in der Vergangenheit direkten Bedarf für Colocation geäußert haben, ist heute die Konsolidierung und Auslagerung der eigenen Infrastruktur Teil einer Gesamtstrategie, die fast immer Cloud und Managed Services umfasst. Wir konzentrieren uns auf unser Kerngeschäft. Das sind Plattformservices, also Konnektivität und Colocation. Um der Nachfrage unserer Kunden gerecht zu werden, arbeiten wir mit Partnern zusammen, zu deren Portfolio die genannten Services gehören.

ITB: Zu Ihren Partnern zählt auch Dimension Data, eine Schwester des Equinix-Mitbewerbers E-Shelter. Sind solche Formen der Coopetition heute notwendig, um die komplexen Kundenanforderungen erfüllen zu können?

Badoux: Eine Zusammenarbeit mit Unternehmen, die in einigen Geschäftsfeldern Partner und in anderen Wettbewerber sind, ist in der Wirtschaft nichts Ungewöhnliches. In diesem speziellen Fall ist Dimension Data Teil der NTT und damit ein Schwesterunternehmen von E-Shelter, das aber trotzdem Entscheidungsfreiheit hat. Wir arbeiten gern mit Dimension Data in Kundensituationen zusammen, für die E-Shelter keine geeignete Lösung zur Verfügung stellen kann.

ITB: Wenn es um Trends bei Rechenzentren geht, wird über unterschiedliche Ansätze wie Micro Datacenter und Superhubs diskutiert. Worin liegen Vor- und Nachteile beider Konzepte?

Badoux: Micro Datacenter sind klein, modular, flexibel und lassen sich dadurch überall aufbauen. Als quasi schlüsselfertige Lösung ist die Investition überschaubar. Sie eignen sich für Edge Datacenter mit abgegrenztem Workload und begrenzten Anforderungen an die Konnektivität. Der Ansatz schränkt jedoch die Möglichkeit zu skalieren und die Flexibilität hinsichtlich der Konnektivität in der Regel ein. Dagegen liegen die Vorteile von Superhubs in der hohen Skalierbarkeit und der Konnektivität inklusive Redundanzen, die sie bieten. Hinzu kommt, dass Leistungen und Services standardisiert werden können und der Automatisierungsgrad hoch ist. Das macht Superhubs zum richtigen Ansatz, besonders für große Installationen mit entsprechendem Workload.

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