Angetestet: Philips Brilliance 258B6QUEB

Eierlegender Wollmilchmonitor mit USB-C

| Autor: Klaus Länger

Im Test: Der 25-Zoll-Monitor Philips Brilliance 258B6QUEB mit USB-C-Docking-Station.
Im Test: Der 25-Zoll-Monitor Philips Brilliance 258B6QUEB mit USB-C-Docking-Station. (Bild: Vogel IT-Medien)

Der Philips Brilliance 258B6QUEB ist nicht nur ein hochklassiger 25-Zoll-Business-Monitor mit Quad-HD-Auflösung, sondern eine vollwertige Notebook-Dockingstation, bei der alles über ein Kabel läuft: Bild,Ton, Daten und sogar die Spannungsversorgung.

Das erste, was beim Aufstellen des Philips Brilliance 258B6QUEB auffällt, ist das für einen Monitor sehr große externe Netzteil, das man mit solchen Dimensionen sonst nur bei Gaming-Notebooks findet. Die 150 Watt sind notwendig, da es nicht nur den Monitor versorgt, sondern zusätzlich noch über USB-C angeschlossene Notebooks. Denn der Monitor ist nicht nur ein Display, sondern auch noch eine USB-C-Docking-Station für entsprechend ausgestattete Notebooks. Er verfügt nicht nur über USB-Buchsen für Keyboard, Maus und USB-Datenträger, sondern auch noch über eine GBit-LAN-Schnittstelle, auf die der Mobilrechner ebenfalls über USB-C zugreifen kann. Ein einziges Kabel reicht also aus, um Bild und Ton zu übertragen, das Notebook mit dem Firmennetzwerk zu verbinden, mit Keyboard und Maus zu steuern und auch noch mit Strom zu versorgen. So kann in Windeseile zwischen mobilem und stationärem Betrieb des Notebooks gewechselt werden.

Nicht mit jedem USB-C-Anschluss

Allerdings funktioniert die volle Palette an Docking-Möglichkeiten nicht zwingend mit jedem Notebook, das über eine USB-C-Buchse verfügt. Denn der USB-C-Standard definiert nur den Stecker und das Kabel, nicht aber den USB-Controller, der mit der Buchse verbunden ist. Für die Bild- und Ton-Übertragung muss das Notebook den DisplayPort-Alternate-Mode unterstützen, USB Power Delivery ist die Voraussetzung für die Nutzung des Monitors als Energiequelle. Laut Standard sind hier bis zu 100 Watt möglich. Die Datentransferrate kann bei USB-C von USB 2.0 mit 480 MBit/s über USB 3.1 Gen1 mit fünf GBit/s bis hin zu USB 3.1 Gen2 mit 10 GBit/s reichen. Hier ist auf jeden Fall ein Blick in die technischen Angaben des Notebooks oder wenigstens auf die Markierungen neben den USB-Ports am Mobilrechner nötig.

Auf der sicheren Seite ist man auf jeden Fall mit Notebooks, die Thunderbolt 3 unterstützen. Denn diese Intel-Technik nutzt ebenfalls USB-C als mechanische Verbindung und unterstützt zudem USB 3.1 Gen2 mit allen Finessen. Spezielle Thunderbolt-3-Möglichkeiten wie den Datentransfer mit bis zu 40 GBit/s oder die vier PCI-Express-Lanes für externe Grafikkarten nutzt der Philips-Monitor mangels Thunderbolt-3-Chip allerdings nicht.

Der Philips-Monitor lässt sich nicht nur für Windows-Notebooks, sondern auch für Apple MacBook- oder MacBook-Pro-Geräte nutzen, die mit USB-C ausgestattet sind. Letztere verfügen sogar über Thunderbolt 3.

Der 258B6QUEB in der Praxis

Wir haben den Monitor mit zwei Notebooks getestet, die jeweils über Thunderbolt 3 verfügen: Dem HP Spectre x360 15 und dem Dell XPS 13 9365. Beide Windows-10-Geräte haben im Zusammenspiel mit dem Brilliance 258B6QUEB perfekt funktioniert. Der Monitor ließ sich unter Windows 10 sofort nach dem Einstecken über die Projizieren-Schaltfläche in der Windows-10-Seitenleiste als zusätzliches Display nutzen. Beim HP mit einem 4K-Display und der diskreten Grafikkarte gab es zwar nach dem Andocken über USB-C einen Hinweis, man möge doch ein Original-Netzteil von HP verwenden. Einschränkungen bei der Funktion gab es aber nicht, das Spectre x360 wurde ebenso anstandslos über USB-C geladen, wie das Dell-Convertible.

Der Netzwerkanschluss über die LAN-Buchse am Monitor hat im Test ebenfalls bei beiden Notebooks einwandfrei gearbeitet. Windows 10 bringt den dafür nötigen Ethernet-über-USB-Treiber bereits mit. Maus und Keyboard waren für den Test am USB-Hub des Monitors angeschlossen. Er stellt insgesamt drei USB-3.0-Ports bereit und unterstützt bei einer Buchse auch das schnelle Laden angeschlossener Smartphones. Sie ist gelb markiert.

Das matte IPS-Panel mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Bildpunkten ist blickwinkelstabil und liefert eine sehr gute Darstellungsqualität. Für die Reaktionszeit gibt der Hersteller fünf Millisekunden bei aktivierter Smart-Response-Funktion an. Für einen Büromonitor ist das mehr als schnell genug.

Die Displayränder über und seitlich vom Panel sind nur wenige Millimeter breit. Damit eignet sich der 25-Zöller gut für den Multi-Monitor-Betrieb. Zudem ist der Brilliance 258B6QUEB für einen 25-Zöller recht kompakt. Der stabile Standfuß erlaubt eine Höhenverstellung um 130 mm und das Schwenken des Monitors um 65 Grad in beide Richtungen. Die Mechanik der Höhenverstellung verlangt nicht übermäßig Kraft, hält das Display aber zuverlässig in der gewählten Höhe. Zudem bietet der Monitor eine Pivotfunktion, die sich durch das IPS-Panel auch vernünftig nutzen lässt, die die Bildqualität durch die Drehung des Panels um 90 Grad nicht leidet. Dass sich das Display vertikal drehen lässt, vereinfacht auch den Anschluss der diversen Kabel an die nach unten zeigenden Schnittstellen.

Außer dem USB-C-Anschluss stehen noch ein HDMI-, ein DisplayPort-, ein DVI- und sogar noch ein VGA-Port für Signalquellen zur Verfügung.

Die fünf Bedientasten sind als Sensorfelder auf der rechten Seite unter dem Panel angeordnet. Neben der OSD-Steuerung erlauben sie eine schnelle Einstellung der Lautstärke, der ziemlich dünn klingenden Lautsprecher, der Signalquelle und der Smartimage-Modi. Die Smartimage-Technik passt Einstellungen wie Kontrast, Farbsättigung und Bildschärfe automatisch an die dargestellten Inhalte an, passend zum ausgewähltem Einsatzzweck. Der Monitor bietet dabei Voreinstellungen für Office, Foto, Film, Spiele und Energiesparen. Daneben gibt es mit Smarcontrast noch eine automatische dynamische Anpassung des Kontrastverhältnisses an die Bildinhalte und ein flimmerfreies Backlight. Eine automatische Regulierung der Hintergrundbeleuchtung abhängig von der Umgebungshelligkeit beherrscht der Philips-Monitor dagegen nicht. Auch eine Funktion zur Reduzierung der blauen Lichtanteile verfügt der 25-Zöller nicht. Aber die übernimmt ja Windows 10 seit dem Creators Update selbst und sogar zeitgesteuert.

Fazit: Ein Kabel genügt

Wer für ein Notebook mit Thunderbolt 3 oder USB-C mit DisplayPort und Power-Delivery einen externen Monitor und eine Docking-Station sucht, der kommt am Philips Brilliance 258B6QUEB kaum vorbei. Denn der Monitor ist beides in einem: Ein Kabel genügt für Bild, Ton, Maus,Keyboard, Daten und Strom. Dazu liefert der 25-Zöller eine sehr gute Bildqualität und eine gute Ergonomie mit einem vielfältig verstellbaren Standfuß und einem flimmerfreien Backlight. Mit einem Straßenpreis von mehr als 400 Euro ist der 258B6QUEB zwar nicht unbedingt ein Schnäppchen. Rechnet man aber noch den Preis für eine USB-C-Docking-Station mit ein, dann ist der Preis absolut angemessen.

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