Jüngster Komponenten-Distributor hat sich etabliert

ActionIT wird zum Spezialisten für Schnelldreher

21.11.2007 | Redakteur: Regina Böckle

Action-IT-Chefs: Gernot Sonnek und Mark Scherer

Newcomer ActionIT hat sich binnen 18 Monaten zur festen Größe in der Komponenten-Distribution gemausert. Händler und Integratoren schätzen das Unternehmen nicht nur als Produktanbieter, sondern auch als Lieferanten verlässlicher Informationen, die im Komponentengeschäft von unschätzbarem Wert sind.

Skeptiker in der Branche sprachen im April 2006 diplomatisch vom »sehr mutigen Schritt«, den die Ex-Devil-Manager Gernot Sonnek und Mark Scherer unternahmen. Im heiß umkämpften Komponenten-Markt wagten die beiden mit einem eigenen Distributions-Unternehmen den Sprung in die Selbstständigkeit. Knapp zwei Jahre später zeigt sich: der Mut hat sich ausgezahlt. In der dicht besiedelten Distributionslandschaft gibt es offensichtlich noch immer Platz für neue Anbieter – sofern sie den Service liefern, den Kunden andernorts so nicht finden.

Rund 1.200 Fachhändler, PC-Integratoren und Wiederverkäufer bedient das Unternehmen heute mit seinen inzwischen 13 Mitarbeitern. Im laufenden Geschäftsjahr, das im April 2008 endet, peilen die beiden Firmenchefs ein Umsatzplus von über 20 Prozent an. »Wir sind fest davon überzeugt, dieses Jahr die 40 Millionen Umsatzgrenze zu knacken«, sagt Scherer. Das Stammkapital soll in Kürze auf 500.000 Euro verdoppelt werden.

Schnell sein, aber behutsam wachsen

Gleichwohl hält Sonnek nichts von himmelstürmenden Erfolgsversprechen für das kommende Jahr: »Umsatzsteigerungen allein sind für uns nicht der zentrale Punkt. Wir müssen erst einmal das Erreichte festigen – sowohl mit Blick auf das Portfolio als auch auf unsere bestehenden Kunden. Das ist schon an sich ein großes Ziel, wenn man den enormen Preisverfall, gerade bei Speichern, bedenkt.« Die Lagerumschlagzeit ist mit zwei bis drei Tagen entsprechend kurz.

In die RMA-Abwicklung wollen die beiden Geschäftsführer weiterhin personell konsequent investieren. »Dieser Service muss hundertprozentig stimmen«, so Sonnek, »denn gerade die Schnelligkeit haben andere Distributoren oft mit ihrer Größe verloren«.

Ein Mix aus langjähriger Erfahrung, Engagement, Zuverlässigkeit und einem engmaschigen Lieferanten-Netz hat den Erfolg möglich gemacht. »Viele Kunden und Hersteller haben angesichts unserer Leistungen Vertrauen gefasst. Dieses Vertrauen wird einem nicht geschenkt, man muss es sich jeden Tag neu erarbeiten«, betont der Action-IT-Geschäftsführer.

Nähe geschaffen

Das Komponentengeschäft lebt vom Telefon, ändern sich doch die Preise teilweise im Stundentakt. Wer schneller an entsprechende Informationen kommt, ist im Vorteil. Der sprichwörtliche direkte Draht zum Distributor ist für Partner daher extrem wichtig. »Eine statische Bestellannahme nach dem Motto: Nennen Sie uns bitte erst einmal Ihre Kunden- oder die Artikelnummer, gibt es bei uns nicht«, betont Sonnek. »Bei uns kaufen die Kunden, weil sie hier beraten werden und wir nicht nur aktuell gültige Preise und Verfügbarkeiten nennen, sondern auch über entscheidende künftige Preisentwicklungen informieren können.« Denn schließlich wolle man mit Produktumsatz Geld verdienen, nicht mit Marketinggeldern des Herstellers, legt der Action-IT-Chef nach.

Das Augenmerk auf telefonische Beratung schließt den Ausbau des Online-Service jedoch nicht aus: ein täglicher Newsletter hält die Partner jeden Morgen über aktuelle Preisentwicklung sowie Verfügbarkeit der angebotenen Produkte auf dem Laufenden und sorgt für eine direkte Verbindung zu eTailern.

One-Stop-Shopping für Integratoren

Trotz vieler Schnäppchenangebote ist es den A-Brand-Herstellern bislang nicht gelungen, den Fachhandel davon abzubringen, eigene PCs zu fertigen. Branchenkenner schätzen, dass noch immer rund die Hälfte der hierzulande jährlich verkauften etwa 800.000 PCs aus den Werkstätten der Integratoren stammen. »Viele Händler, die die Eigenfertigung einmal aufgeben haben, schrauben inzwischen wieder, weil beispielsweise gerade Gamer bestimmte Konfigurationen wollen, die kein Standard-PC bietet – spezielle CPUs oder Lüfter für Übertaktungen«, erklärt Sonnek das Phänomen, das die Geschäfte bei Action IT zusätzlich beflügelt. Gleiches gelte für Kunden, die ihre Systeme upgraden möchten.

Gefragt seien umgekehrt oft noch Komponenten-Standards, die vom Hersteller bereits abgekündigt und daher bei Vertragsdistributoren nicht mehr verfügbar sind – wie zum Beispiel CPUs mit dem Sockel des Vorgängermodells. Auch darauf hat sich der Lübbecker Distributor spezialisiert.

Subdistribution bleibt feste Säule

Broadliner sprechen zwar in der Regel äußerst ungern darüber, doch das ändert an der Tatsachen nichts: An einer funktionstüchtigen Subdistribution kommt in Deutschland gerade die Distribution im Komponentenbereich nicht vorbei, birgt sie doch für alle Beteiligten Vorteile. Idealerweise hilft sie dem Broadliner, die vom Hersteller festgelegten Umsatzziele zu erfüllen und sich somit entsprechende Rabatte zu sichern.

Hinzu kommt, dass bei Allokationen häufig Vertragsdistributoren die gewünschten Produkte nicht liefern können und Händler hier gerne auf Subdistributoren zurückgreifen, die weltweit einkaufen können. Damit lassen sich Kundenwünsche zeitlich und preislich flexibel erfüllen, Hersteller schaffen ihre angepeilten Marktanteile.

Action IT kann hier als Franchise-Partner des im arabischen und nordafrikanischen Raum etablierten Broadliners Almasa auf ein weltweites Liefernetz zugreifen. Das in der Branche noch vielfach übliche Naserümpfen beim Stichwort Dubai, dem Hauptsitz von Almasa, ist wenig angebracht, gilt doch das Unternehmen insbesondere A-Brand-Herstellern seit vielen Jahren als zuverlässiger, seriöser Partner. »Über die zur Almasa-Gruppe gehörenden Partner können wir nicht nur international einkaufen, sondern uns auch einen Überblick über die internationale Marktlage verschaffen. Das ermöglicht uns einen wichtigen Informationsvorsprung, den unsere Kunden zu schätzen wissen«, erklärt Sonnek.

Mit den Preisen schwindet Wertbewusstsein

Das Vorweihnachtsgeschäft laufe derzeit bei Action IT zwar wie üblich auf Hochtouren. Doch ob es dieses Jahr erneut den großen Ausschlag zur und kurz nach der Weihnachtszeit geben wird, ist für Sonnek noch offen. »Es gibt angesichts des von den Herstellern selbst angeheizten rapiden Preisverfalls für den Endkunden doch keinen ersichtlichen Grund mehr, ein Gerät zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen. Die Wertigkeit einer neuen Technologie ist außerdem für den Endkunden nicht mehr nachvollziehbar, wenn sie von Beginn an zu Schleuderpreisen zu haben ist«, so der Action-IT-Chef, der dazu das Beispiel der mittlerweile vier Gigabyte »großen« USB-Sticks ins Feld führt, die für 15 Euro (UVP) zu haben sind. »Was nichts kostet, ist aus Sicht des Kunden verständlicherweise auch nichts wert. Die Frage ist, ob es die Hersteller schaffen, beim Endkunden das Bewusstsein für die Wertigkeit ihrer Produkte wieder zu wecken.«


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