Geschäftsfüher Karsten Hartmann packt aus

»Devil peilt zehn Prozent Umsatzwachstum an«

22.10.2007 | Redakteur: Regina Böckle

Karsten Hartmann, Geschäftsführer Devil Computer

Devil-Chef Karsten Hartmann hatte es versprochen: Die Übernahme durch den niederländischen PC-Hersteller Tulip werde an der Ausrichtung und am Kerngeschäft des Braunschweiger Distributors nichts Wesentliches ändern. Ein Jahr später zeigt sich: Er hat Wort gehalten. Die kapitalkräftige Muttergesellschaft im Rücken schafft Devil mehr Spielraum für die Expansion. In welche Richtung diese gehen soll, erläutert Hartmann im Interview mit IT-BUSINESS.

ITB: Mit Tulip hat Devil seit einem Jahr eine finanzkräftige Muttergesellschaft im Rücken. Inwieweit beeinflusst das möglichen Expansionspläne?

Hartmann: Wir rechnen mit sehr guten Wachstumsraten, insofern wollen wir weiter expandieren. Im vergangenen Geschäftsjahr, das zum 30. Juni endete, konnten wir den Umsatz um sechs Prozent auf 320 Millionen Euro steigern. Für das laufende Geschäftsjahr ist das Ziel, deutliche zehn Prozent Umsatzwachstum zu schaffen – das sind 33 Millionen mehr als im Vorjahr, also eine ordentliche Hausnummer. Dieser Mehrumsatz will finanziert werden. Ähnliche Raten sind für die Folgejahre geplant. Insofern sind wir mit Tulip ganz komfortabel aufgestellt.

ITB: Welche Bereiche haben sich als besonders wachstumsfreudig erwiesen?

Hartmann: Wir sind zum einen mit unseren Bestandskunden, aber auch durch die Gewinnung neuer Partner gewachsen. Außerdem hat auch die Erweiterung des Portfolios zum Wachstum beigetragen. So kamen neben Conceptronic neue Distributionsverträge mit Asus, LG und weitere aufstrebende Hardware-Marken hinzu. Auch die seit über zwei Jahren bestehende Partnerschaft mit Microsoft verläuft außerordentlich gut und wird vom Fachhandel sehr gut angenommen. Wir entwickeln uns also zunehmend zum Vollsortimenter.

ITB: Gibt es Pläne für die Expansion ins Ausland?

Hartmann: Devil plant das nicht, bei Tulip würde ich das nicht ausschließen.

ITB: Gibt es Übernahmepläne?

Hartmann: Hier ebenfalls: bei Devil nicht, bei Tulip möchte ich das nicht ausschließen.

ITB: Devil hat im vergangenen Jahr den Vertrieb umorganisiert und auf die Belange der einzelnen Fachhandels-Sparten zugeschnitten. Gibt es mittlerweile auch einen spezifischen Vertrieb für die Conceptronic-Linien von Tulip?

Hartmann: Der Umbau des Vertriebs erfolgte ja völlig unabhängig von der Übernahme durch Tulip und war stellenweise schon vorher abgeschlossen. Wie für alle Bereiche gibt es inzwischen natürlich auch für Conceptronic spezielle Produkt- und Absatzmanager. Wobei wir momentan noch dabei sind, das Thema Conceptronic auszubauen.

ITB: Die Conceptronic-Produkte sind doch eher typische Retail-Linien. Gibt es dafür eine spezifische Abteilung?

Hartmann: Wir haben eine spezielle Abteilung, die sich mit den Kooperationen auseinandersetzt, und die natürlich auch Flächemärkte, wie beispielsweise Medimax, betreut. Diese Abteilung bauen wir weiter aus für den Vertrieb der Conceptronic-Produkte. Eine Erweiterung in andere Retail-Kanäle ist im Moment aber noch nicht angedacht.

ITB: Welchen Anteil tragen die Conceptronic-Linien derzeit zum Umsatz bei?

Hartmann: Wir verzeichnen hier eine ordentlich steigende Tendenz. Generell verteilen sich die Umsätze jedoch über alle Linien und Hersteller hinweg sehr gleichmäßig auf mehrere Schultern, so dass keiner einen dominierenden Status beansprucht. Es gibt daher weder spezielle Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten, noch von einzelnen Kunden. Der Anteil am Gesamtumsatz beträgt jeweils maximal fünf Prozent. Der größte Schwerpunkt liegt ganz klar im Fachhandels-Kanal, der zwischen 60 und 65 Prozent zum Umsatz beisteuert, und der Fachhandel steht auch weiterhin ganz klar im Mittelpunkt unseres Handelns. Heute bestellen, morgen da – das ist unsere Stärke.

ITB: Angesichts des zunehmenden Umsatzvolumens wird bei Devil die Lagerkapazität erneut knapp. Wann soll der Ausbau erfolgen?

Hartmann: Wir haben die Vorbereitungen dazu fast abgeschlossen, die Erweiterung werden wir noch dieses Jahr angehen. Damit werden wir rund 6.000 Quadratmeter zusätzliche Betriebsfläche gewinnen, die wir für den Ausbau des Projektgeschäfts mit Systemhäusern als auch für die Zusammenarbeit mit unserer Zielgruppe Nummer eins, dem Fachhandel, dringend benötigen. Was im Widerspruch zu diesem Kerngeschäft steht, schließen wir aus.

ITB: Inwieweit werden Sie das Lager stärker automatisieren?

Hartmann: Wir werden die Automatisierung mit Sicherheit vorantreiben, aber wie weit diese Automatisierung gehen wird, steht noch nicht ganz fest. Wir sind hier noch in der Planung.


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