Interview mit Ingram-Micro-Chef Gerhard Schulz zur Ausrichtung des Unternehmens

Schulz: „Wir werden den Begriff des Broadliners neu definieren“

23.03.12 | Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Das Interview führte Harry Jacob / Harry Jacob

Gerhard Schulz, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Ingram Micro
Gerhard Schulz, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Ingram Micro

Immer wieder meldet Ingram Micro neue Sales Teams, die sich bestimmten Lösungen widmen und neue Business Units, die Themenbereiche und vertikale Angebote betreuen. Welche Strategie dahintersteckt, erläutert Ingram-Micro-Chef Gerhard Schulz im Gespräch mit IT-BUSINESS.

ITB: Herr Schulz, Sie wollen mit Ingram Micro der Digitalisierung folgen – wo führt dieser Weg hin?

Schulz: Wir müssen auf die Entwicklung eines umfassenden Netzwerks reagieren, ich nenne es auch das „Internet der Dinge“, das immer schneller wächst. Server, PCs, Smart Devices und intelligente Endgeräte werden zunehmend miteinander vernetzt. Heute haben wir 2,5 Milliarden Geräte im Internet, in drei bis vier Jahren werden es 25 Milliarden sein. Dafür braucht man Netzwerkverbindungen, Speicherplatz, Steuerungs- und Managementsoftware und vieles mehr. In allen Bereichen, in denen die Digitalisierung Einzug hält, entsteht für uns ein potenzieller Markt mit neuen Wachstumschancen, die wir aufbauend auf unser Kerngeschäft nutzen wollen.

ITB: Wie setzen Sie das konkret in der Praxis um?

Schulz: Ich könnte Ihnen Beispiele aus sehr vielen Bereichen nennen, aber schauen Sie sich den Bereich Healthcare an, der für uns als vertikaler Markt eine steigende Bedeutung hat. Vom Pulsmesser bis zum Röntgenbild wird nun digitalisiert, was bis vor kurzem noch analog war. Die Daten werden über Standard-Netzwerkprotokolle übertragen und auf Rechnern oder Smart Devices verarbeitet. Oder das Thema Physical Security, eines der Lösungsthemen, die wir über eigene Business Units vorantreiben. Statt analoger Kameras haben Sie heute Digitalkameras, und die digitalen Bildsignale können sogar automatisch ausgewertet werden. So entstehen völlig neue Anwendungen, die Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette haben: Im Vergleich zu vorher bekommen Software- und Content-Erstellung ein viel höheres Gewicht.

ITB: Das sind aber keine typischen Szenarien für den IT-Reseller, oder?

Schulz: Das stimmt, aber gerade deshalb stellt die Erschließung dieser neuen Märkte und Anwendungsbereiche ein wesentliches Element unserer Strategie dar. Wir wollen mit unserem diversifizierten Portfolio künftig beispielsweise auch den AV-Reseller, den Elektriker und den Installateur von Telefon-Anlagen als Kunden gewinnen. Diese haben bislang vor allem Analog-Technik installiert. Nun vollzieht sich der Wandel zur Digitaltechnik, und bei diesem Veränderungsprozess wollen wir mit Produkten und Know-how unterstützen.

Lesen Sie auf der folgenden Seite, wie Ingram Micro diese neuen Kunden unterstützen will.

Ergänzendes zum Thema
Zur Person: Gerhard Schulz
Kommentar: Erfolg ist kein Zufall

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