10.08.2010 | Redakteur: Regina Böckle
Magirus: Der Trend geht ganz klar in Richtung SaaS und Cloud, dessen sind sich auch die Hersteller bewusst. Die größte Herausforderung liegt in der Transmission vom herkömmlichen On-Premise-Modell zu den neuen Formen der Bereitstellung. Wir sind hier sehr aktiv, um diese Cloud- und SaaS-Modelle frühzeitig mit den Herstellern zu diskutieren.
Magirus: Es wird lange dauern, bis substanziell spürbares Geschäft in der Public Cloud oder per SaaS generiert wird. Insofern werden Amazon und Google den Resellern kein wesentliches Geschäft wegnehmen. In den nächsten Jahren wird das Geschäft nach wie vor ganz klassisch laufen. Wir werden die Public Cloud in ganz bestimmten Segmenten sehen. Unternehmen werden ihr Verständnis dafür ändern, wie man Mitarbeitern IT-Leistungen anbietet – eben als Service. Aber das wird eine evolutionäre Entwicklung sein, die sich über eine lange Zeit hinweg erstreckt, und keine revolutionäre. Es ist vor allem ein Thema, das aus Sicht des Endkunden gegen die Public Cloud spricht: die Datenhaltung – also wenn sensible, unternehmenskritische Daten nicht mehr im Haus oder im Land gehalten werden. Ich bezweifle, dass sich Unternehmen damit anfreunden werden. Denn man muss sich immer überlegen, welche Rechtssituation daraus entsteht, gerade im Hinblick auf sensible Daten. Dass der Trend tatsächlich in Richtung SaaS und Cloud geht, widerspricht dem nicht – allerdings wird der Umgang mit diesen Themen sehr viel bewusster sein.
Magirus: Nein. Die Entwicklung der Private oder Local Cloud wird sehr viel schneller verlaufen – und hier sind die Reseller im Vorteil. Wir sind von der neuen Art der Bereitstellung von IT überzeugt, suchen Hersteller, die dafür Modelle haben, aber es wird ein evolutionärer Schritt sein. Die Frage, wie bringe ich skalierbar, dynamisch Rechenleistung und Applikationen zum User, diese Frage wird grundsätzlich neu überdacht. Kein CEO dieser Welt wird es akzeptieren, dass er nicht sofort eine strategische Entscheidung umsetzen kann, nur weil ihm die IT sagt, die Einrichtung der nötigen Infrastruktur dauere sechs Monate. Die IT diktiert nicht mehr den Speed. Zwei Jahre Planung geht da nicht mehr. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen die IT-Budgets früherer Jahre nicht mehr erhalten werden.
Magirus: Es ist für uns ein sehr spannendes, neues Modell, das uns als Unternehmen fordern wird, unsere Rolle und unsere Aufgabe gegenüber dem Reseller und dem Reseller neu zu positionieren. Wir müssen es erstens verstehen, die Technologie und den Vertriebsweg zu abstrahieren, das beste Portfolio bieten und den Partnern aufzeigen, wie sie damit Geschäft machen. Zweitens müssen wir unsere Reseller bei den unterschiedlichen Anforderungen, die von Hersteller- und Kundenseite kommen, begleiten. Wenn uns das gelingt, dann sind wir in der Lage, Reichweite und Märkte zu besetzen, die kein Hersteller direkt erreichen kann.
Speikamp: Einer der zentralen Mehrwerte, die sich für die Distribution daraus ergeben wird ist, dass wir uns sehr früh bei der Entwicklung der On-Demand-Modelle der Hersteller einklinken. Denn weder ein Endkunde noch ein Reseller oder Hoster wird bereit sein, sich durch alle unterschiedlichen as-a-Service-Programme und die Vertragsthemen der einzelnen Herstellern durchzuarbeiten. Deshalb gilt es für uns, hier zu beraten und aus der Kombination dieser verschiedenen Programme ein ideales Modell den Reseller und seinen Kunden zu erarbeiten.




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