04.03.2010 | Redakteur: Regina Böckle
Grotjahn bestätigte auch ganz offen, dass es nach wie vor schwierig sei, für die COS die Limite zu beschaffen, die für eine schnelle Sortiments-Erweiterung nötig sind. Daraus hatten auch die COS-Chefs im vergangenen Jahr nie einen Hehl gemacht. „Das ist aber auch ganz normal für ein Unternehmen, das aus der Insolvenz kommt und sich in einem insgesamt schwierigen Markt bewegt“, so der BOD-Chef.
Gleichwohl ist es COS in den vergangenen Monaten gelungen, weitere Verträge zu zeichnen und den Umsatz kontinuierlich zu steigern, wie Grotjahn ergänzend anmerkt.
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| Mascha Speier, Vorstand von COS Distribution |
„An unseren Zielen hat sich nichts geändert, die COS wird den bereits eingeschlagenen Erfolgskurs als eigenständiges Unternehmen fortsetzten. Die Optimierung der Kostenstruktur garantiert die erfolgreiche und zügige Fortsetzung dieser Strategie. Leider bringen solche Maßnahmen auch eine Reduzierung der Belegschaft mit sich, die persönlich sehr bedauere“, kommentiert COS-Vorstand Mascha Speier die Entscheidung.
„Auch in Zukunft setzt der BOD-Konzern auf unterschiedliche Sortiments-Schwerpunkte in den Beteiligungsgesellschaften. Dementsprechend werden wir, die verschiedenen Kundenbedürfnisse in der Organisation des zentralen Einkaufs realisieren“, erläutert Steffen Helbing, Aufsichtsratsvorsitzender der COS Distribution AG und der Devil AG.
Der BOD- und Devil-Chef räumte obendrein mit weiteren Vorwürfen auf, die derzeit über Devil kursieren: „Wir haben bei Devil alle Altlasten abgebaut. Wir haben in diesen vergangenen einenhalb Jahren jeden, wirklich jeden einzelnen Prozess-Ablauf und jeden Punkt unserer Kosten- und Finanzstruktur analysiert, optimiert und transparent gemacht. Devil befindet sich heute in der wirtschaftlich besten Situation, die es seit dem Verkauf an die Holländer jemals gegeben hat.“ Dazu gehöre auch, dass die BOD-Beteiligungsgesellschaften nicht quersubventioniert werden: „Es gibt für alle Beteiligungsgesellschaften keine Zuschüsse und keine Verlustfinanzierung“, so Grotjahn.
Es ist kein Zufall, dass sich momentan Gemüter und Gerüchte im Distributions-Umfeld sehr schnell erhitzen. Denn eines ist klar: Zahlreiche Distributoren – egal in welchem Segment – warten immer angespannter auf die große Konsolidierung des hart umkämpften Marktes – ob aus eigenen Kauf-Interessen oder aus der Not heraus. Maßnahmen wie die von COS ergriffene, aber auch Akquisitions-Ankündigungen fallen deshalb überall auf fruchtbaren Spekulations-Boden. Vorsicht ist also angebracht. Insbesondere auch dann, wenn Gerüchte-Köche selbst keine detaillierte, transparente Bilanz veröffentlichen.
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