07.09.2010 | Redakteur: Harry Jacob
Nach einigen Monaten der Vorbereitungen wird die Trademail Distribution UG ab sofort ihre vollen Vertriebsaktivitäten entfalten. Gründer Guido Wöhrlin-Braaz will sich auf die Bedürfnisse von Mittelstands- und Enterprise-Kunden fokussieren – der Retail bleibt bewusst außen vor.
Die Software-Distribution hat Trademail-Chef Guido Wöhrlin-Braaz ausführlich kennengelernt. Jetzt hat er selbst alle Fäden in der Hand, und das will er nutzen. „Trademail soll kein Broadliner werden, mit einem überbreiten Sortiment und einer Klientel, die bis zum Retail reicht“, betont er, und grenzt damit die neue Trademail gegenüber den Vorgangergesellschaften unter dem Dach der Softline AG ab. Mit der eigenen Firma hat sich einen Traum erfüllt, und die Gestaltungsfreiheit, die ihm das beschert, will er nutzen.
Denn er hat für seine Firma eine andere Vision. Das Portfolio soll auf die Bedürfnisse von Kunden aus dem Mittelstand und von größeren Unternehmen ausgerichtet sein. Qualifizierte, hochwertige Produkte sowie Lösungsbundles, die aus aufeinander abgestimmten Einzelprodukten geschaffen werden, sollen den Kern des Portfolios bilden. Abgerundet wird es durch Standard-Software, „die jedes Unternehmen braucht“. Als Software-Experte wird Trademail auch die Beschaffung von Anwendungen auf Nachfrage übernehmen.
Auch „Produkte, die es so vielleicht noch gar nicht auf dem deutschen Markt gibt, könnten künftig zu unserem Angebot zählen“, kündigt er an. Ein Beispiel dafür ist die Firma XT Commerce. Der Shopanbieter vertreibt bislang ausschließlich direkt und gewinnt jeden Monat 300 bis 500 Kunden. Über Trademail kommt nun auch der Channel zum Zug. Dank eines Bundles aus Shopsoftware, Warenwirtschaft und Backoffice-Anwendungen kann der Distributor eine Lösung bieten, die über das Direkt-Angebot hinausgeht und den Vertriebspartnern zusätzliche Service-Umsätze für Beratung und Installation beschert.
Dabei können sich entsprechend der Kundennachfrage bestimmte Schwerpunktthemen herauskristallisieren. So sind beispielsweise bereits Security, Business Intelligence (BI) und eCommerce auf der Agenda gelandet. Über Beratungskompetenz und tiefe Produktkenntnis will sich der frisch gebackene Softwarelieferant einen Ruf als Value Add Distributor aufbauen.
Dem angepasst ist auch die Zielgruppe im Channel: Vertrieben werden soll über qualifizierte und zertifizierte Reseller, die in der Lage sind, auch komplexere Kundenanforderungen zu erfüllen. „Ich habe die Zusammenarbeit mit diesen Partnern in der Vergangenheit sehr schätzen gelernt und möchte darauf weiter aufbauen“, betont der Trademail-Gründer.
Das hat auch Konsequenzen bei der Partnergewinnung. „Wir werden keine alten Kundendaten in unsere Systeme einspielen“, so Wöhrlin-Braaz im Gespräch mit IT-BUSINESS. Er führt aus: „Jeder Interessent muss sich bei uns im Webshop neu anmelden und einen aktuellen Gewerbenachweis erbringen“. Dies hat zum Einen rechtliche Gründe, zum Anderen möchten Trademail jedoch über das Marketing aktive Partner ansprechen.
Die Daten aus der Anmeldung werden überprüft, ebenso die Kreditwürdigkeit des Partners, wobei bei der Gewährung von Kreditlinien nicht allein der Kreditversicherer entscheidet. „Wir haben ein erfahrenes Team, und wir kennen viele unserer Kunden aus der Vergangenheit – da kann man auch abweichende Entscheidungen treffen“.
Lesen Sie auf der folgenden Seite, welche Hersteller Trademail derzeit zum Kernportfolio zählt und welche Leistungen für Systemhäuser geboten werden.

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