09.07.12 | Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Michael Hase / Michael Hase

Bei der Vermarktung der Referenzarchitektur Vspex setzt der Storage-Anbieter EMC insbesondere auf die Unterstützung durch Magirus. Der Value Added Distributor (VAD), der gerade von Avnet übernommen wird, kann dabei Erfahrungen nutzen, die er im Vertrieb der integrierten Komplettsysteme vBlocks und vBundles gesammelt hat.
Magirus geht EMC nicht als alleiniger Distributor bei der Einführung der Referenzarchitektur Vspex zur Hand. Gleichwohl spielt der Stuttgarter Value-Add-Spezialist dabei eine tragende Rolle. Nicht nur, dass EMC für die Schwaben zu den wichtigsten Herstellern zählt. Magirus war lange Zeit auch der einzige Distributor, der in Deutschland die vBlocks der Virtual Computing Environment (VCE) Company vertrieben hat. „Im Vspex-Geschäft können wir auf den Erfahrungen aufbauen, die wir beim Konfigurieren von vBlocks und vBundles gesammelt haben“, betont Josef Blank, Country Manager von Magirus Deutschland.
Bei VCE handelt es sich um ein Joint Venture von EMC, Cisco und VMware. Ausgehend vom integrierten Komplettsystem vBlock hat Magirus in Zusammenarbeit mit den drei Herstellern die vergleichbaren, aber kostengünstigeren vBundles entwickelt, mit denen der VAD speziell den Mittelstandsmarkt adressiert. Gegenüber solchen Komplettpaketen ist eine Referenzarchitektur wie Vspex (siehe „Ergänzendes zum Thema“) offener und flexibler. Indes ist beiden Konzepten gemeinsam, dass Hardware- und Software-Komponenten in ein umfassendes Architekturmodell eingebunden werden. Die Integration soll für den Anwender die Einführung beschleunigen und den Betrieb vereinfachen.
Magirus-Chef Blank betrachtet Vspex in dieser Hinsicht als sinnvolle Ergänzung zu den Komplettpaketen. „Die vBundles eignen sich nur für einen Teil der Klientel“, erläutert der Vertriebsprofi. Bei vielen Kunden beginne der Partner nicht auf der grünen Wiese. Meist seien dort andere Server-Hersteller als Cisco gesetzt. „Wenn es darum geht, eine Lösung in eine bestehende Infrastruktur zu integrieren, ist man mit einer Referenzarchitektur flexibler.“
Zum Server-Portfolio von Magirus gehören aktuell nur Cisco und Dell. Das HP- und IBM-Geschäft hat der VAD vor fünf Jahren an den Wettbewerber Avnet verkauft. In die Referenzarchitektur Vspex lassen sich alle x86-Systeme auf Basis von Intel-Prozessoren integrieren, somit auch die Rechner anderer Hersteller.
Derzeit befindet sich Magirus in der Phase der Akquisition durch Avnet. Der US-amerikanische VAD, der den Stuttgarter Wettbewerber komplett übernehmen möchte, kündigte den Deal Anfang des Monats an. Wenn alles wie geplant läuft, soll die Übernahme bis Oktober abgeschlossen sein.
Partner können auf Basis von Vspex auch eigene Konfigurationen designen. Zudem bietet ihnen das Konzept die Möglichkeit, rund um die Lösungen zusätzliche Service-Leistungen zu erbringen. Darüber hinaus stellt EMC ihnen Labs bereit, in denen sie neue Konfigurationen testen und ihren Kunden demonstrieren können.
Ein Schwerpunkt von Magirus bei der Vspex-Einführung liegt darin, die Partner auszubilden und sie in Projekten beim Kunden anzuleiten. „Aufgrund der Erfahrung von Magirus im EMC- und VCE-Geschäft kann der Distributor diese Arbeit in idealer Weise leisten“, sagt Martin Böker, Partner Sales Manager bei EMC Deutschland. Der VAD hat dazu sein EMC-Team von fünf auf neun Consultants aufgestockt.

Bislang sind in Deutschland etwa 30 Systemhäuser am Vertrieb von Vspex interessiert. Magirus betreut die Hälfte davon. Da Kunden durch das vorgefertigte Design der Vspex-Lösungen schneller in Produktion gehen können, verkürzen sich für Fachhändler die Vertriebszyklen, und sie können in derselben Zeit mehr Projekte abwickeln.
Ein entscheidender Vorteil von Vspex liegt laut Magirus-Chef Blank darin, dass die Referenzarchitektur für Lösungsszenarien ausgelegt ist. Dadurch verringere sich der Aufwand für die technische Umsetzung: „Unterm Strich bleibt mehr Zeit, sich auf die Business-Aspekte der Lösung zu konzentrieren.“
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