Portalstrategie hat ausgedient

Zukunftsmodelle für Mobilfunkbetreiber

10.05.2007 | Redakteur: Sarah Maier

Transparente Preise waren für die meisten der Befragten am wichtigsten.

Der Eco Verband der Deutschen Internetwirtschaft befragte auf einer Tagesveranstaltung ITK-Fachleute zu den Entwicklungen der Branche in den nächsten beiden Jahren. Ein Schwerpunkt der Studie »Mobile Outlook« waren die Einschätzungen über künftige Geschäftsmodelle.

»Alte Konzepte haben ausgedient«, erklärt Bettina Horster, Leiterin des Arbeitskreises M-Commerce bei Eco. »Niemand glaubt mehr an die alten Portalstrategien oder dass sich mit der Finanzierung teurer Features auf dem Handy die Nutzung bestimmter Dienste schneller vorantreiben lässt.« So denken immerhin 60 Prozent der von Eco für die Studie »Mobile Outlook« Befragten, dass der Kunde bald immer mehr Anwendungen für wenig Geld erhält.

Im Rahmen eines eintägigen Events befragte der Verband rund einhundert Experten aus der Telekommunikations-, IT- und Fernsehbranche über ihre Meinung zu zukünftigen Geschäftsmodellen für Mobilfunkbetreiber. Wegen der geringen Anzahl an Teilnehmern ist die Studie zwar nicht repräsentativ, spiegelt laut Eco jedoch die Markteinschätzung wider.

Marktstrategie entwickeln

Mobilfunkbetreiber müssten sich unter den verschärften Wettbewerbsbedingungen entscheiden, ob sie sich auf Service konzentrieren oder als Provider fungieren wollen. 61 Prozent der Studienteilnehmer hielten die Option als Infrastrukturanbieter für am besten geeignet, um sich trotz des Preisdrucks zu behaupten. Dagegen stimmen 18 Prozent dieser These nicht zu, während 21 Prozent sich unschlüssig sind.

Kräftig durchgewirbelt hätten den Markt vor allem die Discounter. Gemeint sind hier die Mobile Virtual Network Operator (MVNO), also Mobilfunkbetreiber ohne eigenes Netz. Heute seien bereits 50 solcher Discounter auf dem Markt, verglichen mit zehn zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. »Diese Entwicklung überrascht nicht, da der Kunde es gerade im Hinblick auf die wesentlich günstigeren Entgelte im europäischen Ausland vor allem billig haben möchte«, fährt Horster fort. »Da die Netzqualität und die Leistungen gerade im bedeutsamen Sprachbereich überall vergleichbar sind, konnten die Discounter die lange gewachsenen Strukturen aufbrechen.«

Discounter auf dem Höhepunkt

Immerhin 65 Prozent der Befragten glauben, dass die Hochphase der Discounter ihren Scheitelpunkt erreicht habe. Ein weiterer Aspekt, aus dem die Studie ableitet, dass in Zukunft über neue Geschäftsmodelle nachgedacht werden müsse. Die Discounter verteilen sich auf folgende Netzbetreiber: E-Plus mit 32, T-Mobile mit 27 und Vodafone mit 20 Prozent Marktanteil. Abgeschlagen liegt O2 bei lediglich fünf Prozent.

Preistransparenz an erster Stelle

Auf die Frage was empfohlen wird, um am Markt bestehen zu können, nennt die Eco-, wie auch eine TNS-Studie zu den »Barrieren für mobile Inhalte«, an erster Stelle den Punkt: transparente Preismodelle seien entscheidend. »Ich gehe allerdings davon aus, dass die Differenzierung vom Wettbewerb alleine über Preise allmählich ausgereizt ist«, meint Horster. Daher gewännen auch andere Gesichtspunkte an Bedeutung.

Eine davon sei die Einführung dedizierter Angebote oder eigener Marken. 28 Prozent der Umfrageteilnehmer sahen diese Maßnahmen auf dem zweiten Platz. »Eine Vorreiterrolle kommt in diesem Bereich E-Plus zu, das mittlerweile zwölf verschiedene Marken unter seinem Dach vereint«, findet Horster. »Diese verfolgen jeweils eine klare und direkte Kommunikation mit einer Zielgruppe.« Als Beispiel nennt sie die Marke »Ay Yildiz«, die gerade bei jungen Türken gut ankäme. Nachholbedarf bestünde noch bei einem speziellen Angebot für Frauen und Senioren.

Ungewohnte Wege beschreiten

Außerdem könne die Einführung von Zusatzleistungen zu Wettbewerbsvorteilen führen. Dazu zählen Downloadmöglichkeiten für Klingeltöne und Wallpaper. Weiterhin hat Horster einen bisher eher ungewöhnlichen Vorschlag. Für die Teilnahme an SMS-Umfragen oder das Ansehen von Werbefilmen solle es Freiminuten oder eine Handyversicherung geben. Jamba habe diesen Weg schon eingeschlagen.


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