Interview mit Manfred Wahl

Kuma gewinnt Walter als Partner

20.04.2007 | Redakteur: Sarah Maier

Manfred Wahl, Mitbegründer und Gesellschafter der Kuma Group

Die Kuma Group Holding GmbH rüstet sich mit einem neuen Partner für die Zukunft: Der Augsburger Walter-Konzern beteiligt sich mit 60 Prozent an dem Markdorfer Dienstleister. Walter kaufte ein 40-Prozent-Paket von der Allfinanz-Tochter DZ-Equity-Partner GmbH, weitere Anteile kamen von den Unternehmensgründern. IT-BUSINESS sprach mit Manfred Wahl, Mitbegründer und Gesellschafter von Kuma, über die Partnerschaft.

ITB: Herr Wahl, die Walter Beteiligung und Immobilien AG beteiligt sich mit 60 Prozent an ihrem Unternehmen, wie darf man sich das vorstellen?

Wahl: Zu diesem Zweck wurde eigens die Beteiligungsgesellschaft Wabeku – Walter Beteiligung Kumatronik – gegründet. Walter bringt in die Kuma-Group das Unternehmen Sirius IT-Systeme und Services GmbH aus Augsburg zu 100 Prozent mit ein. Diese erbringt Projekt und Betreuungsdienstleistungen im ERP-Bereich auf der Basis der SAP-Unternehmenssoftware.

ITB: Ist die Sirius IT-Systeme die ehemalige IT-Abteilung der Walter Bau AG?

Wahl: Die Sirius IT ist in drei Bereiche aufgegliedert. Zum einen sind das Leute, die früher ganz normal im Systemhausgeschäft unterwegs waren. Diese waren sowohl für den Walter-Konzern, als auch für externe Kunden wie Banken oder Handelsunternehmen tätig. Der zweite Teilbereich ist ein Rechenzentrum, das ehemals sehr stark nach innen orientiert war, aber in der Zwischenzeit ebenfalls externes SAP- und anderes Hosting betreibt. Das passt bei uns natürlich hervorragend ins Portfolio, da wir schon eine große Zahl an ASP-Kunden haben. Diese laufen derzeit noch in Fremdrechenzentren, werden aber Schritt für Schritt nach Augsburg zentralisiert. Der dritte Bereich sind SAP-Dienstleistungen. Das sind 15 bis 20 Leute, welche im Wesentlichen bei Kunden vorort sind und von der Beratung bis zur Implementierung und Betreuung alles machen. Darüber hinaus wurde eine Kommunikationssoftware entwickelt, womit ein Datentransfer von einem mobilen Endgerät aus SAP und wieder zurück möglich ist. Diese Lösung ist von SAP explizit zertifiziert. Mit dieser neuen Ausrichtung wird unsere Position im süddeutschen Raum stark ausgebaut.

ITB: Wie genau hat sich die Gesellschaftsstruktur verändert?

Wahl: Die DZ Equity-Bank hat ihre 40 Prozent der Anteile an der Kuma-Group an die Wabeku verkauft. Die restlichen 20 Prozent kommen von Kurt Striedacher und mir in ungleichen Teilen. Die Gesellschafteranzahl ist unverändert, anstelle der Bank sitzt jetzt die Wabeku. Um eine strategische Meinung bilden zu können, bedarf es mindestens 75 Prozent der Anteile.

ITB: Was ist der Vorteil von Wabeku als drittem Gesellschafter?

Wahl: Das Interesse der Bank lag eher in der Beteiligung als solches. Hierbei war es ihr wichtig, dass eine vernünftige Kapitalrendite abgebildet wurde und ein finanziell interessanter Ausstieg nach fünf bis sieben Jahren möglich ist. Dieses Ziel konnte hiermit erreicht werden. Insoweit sind die Bankinteressen vollumfänglich realisiert worden. Wabeku und Kuma haben eine gemeinsame Unternehmensphilosophie: das qualifizierte Wachstum der Kuma-Group über unser Lösungsportfolio und strategisch sinnvolle Zukäufe voran zu treiben. Wir haben jetzt Leute mit an Bord bekommen, die aktiv an der Akquise und den tendenziellen Lösungsausrichtungen mitarbeiten.

ITB: Wie heben Sie sich von Bechtle ab, sie sind ja beide teilweise in den gleichen Regionen tätig?

Wahl: Bechtle ist eine andere Dimension und hat eine wesentlich andere Marktausrichtung als wir. Bechtle will stark im Groß- und Volumenkundenbereich wachsen, wo sie sich teilweise mit den Herstellern im Direktvertrieb zu streiten haben. Wir sehen uns dagegen mit unserem Fokus klar im Mittelstand und dort sind wir sehr stark lösungs- und branchenorientiert ausgerichtet. Wir haben vor rund 15 Jahren schon einmal einen »Testballon« gestartet, ob eine Zusammenarbeit mit Bechtle grundsätzlich möglich ist. Dabei haben wir festgestellt, dass unsere Unternehmensphilosophien zu unterschiedlich sind.

ITB: Wie steht es mit dem Konkurrenzdruck?

Wahl: Wir kämpfen immer um Aufträge und wir wollen eigentlich nicht nach dem olympischen Prinzip »dabei sein ist alles« antreten, sondern wir wollen siegen und Platz eins erreichen. Unser generelles Ziel heißt: Die bestmögliche IT- Lösung zu einem fairen, wirtschaftlich Preis. Deshalb auch unser Firmenslogan: Let´s take IT-easy!


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