Wachstum in großen Schritten

Cancom baut weiter aus

02.04.2007 | Redakteur: Harry Jacob

Hat angesichts der Zahlen von 2006 gut lachen: Cancom-Chef Klaus Weinmann.

Nach dem erfolgreichsten Jahr der Firmengeschichte will der schwäbische Dienstleister Cancom in den kommenden Jahren weiter wachsen. Die Kriegskasse ist gut gefüllt, konkrete Übernahmeziele gibt es bereits - aber auch organisches Wachstum soll zum weiteren Erfolg beitragen.

Einen großen Brocken hat sich Cancom im vergangenen Jahr einverleibt. Die NSG GmbH mit über 600 Mitarbeitern und sieben Standorten in Deutschland wurde im Mai übernommen. Damit schnellte die Mitarbeiterzahl nach oben - rund 1.300 sind es derzeit, und inklusive der im zweiten Halbjahr 2006 konsolidierten Neuerwerbung stieg der Umsatz auf 265,0 Millionen Euro (+ 17,2 Prozent), das Konzernergebnis auf 2,4 Millionen Euro (+ 140,5 Prozent). Trotz des in Bar gezahlten Kaufpreises von 6 Millionen Euro stieg dank einer zwischenzeitlich durchgeführten Kapitalerhöhung die Eigenkapitalquote sogar noch an, um 1,3 Prozent auf 38,4 Prozent.

Neben einer kleineren Übernahme in Augsburg hat sich der Konzern durch ein Joint-Venture mit der TRS Technology Refresh vergrößert. Die Cancom Financial Services GmbH am Konzernsitz in Jettingen-Scheppach akquiriert und vermittelt Leasinggeschäfte im IT-Umfeld und bietet auch entsprechende Beratungsleistungen an. Die neue Firma gehört beiden Partnern je zur Hälfte.

Auch die Neuerwerbung NSG hat noch einen zweiten Partner. 75,1 Prozent der Gesellschaft gehören den Schwaben bereits, die restlichen 24,9 Prozent hält noch die Nachfolgefirma der Siemens Business Services, Siemens IT Solutions und Services. Doch deren Anteile kann Cancom bis 2009 per Call-Option übernehmen. Im Zuge der Neuordnung des Konzerns wurde im November die Novodrom Peaple Value Service GmbH gegründet. Diese übernimmt Projektbezogene Arbeiten sowie vermittelt und überlässt Arbeitnehmer für IT-Projekte.

Alternative zum Outsourcing

Wie Weinmann erläuterte, will Cancom sich auch künftig nicht ins Outsourcing-Geschäft begeben. Die Übernahme sämtlicher Assets stelle ein zu großes Risiko dar, dem sich auch die Service-Abteilungen der großen IT-Konzerne immer mehr bewußt würden. Die Strategie von Cancom sei vielmehr, »Professional Services« anzubieten. Das bedeutet, dass der Kunde die Infrastruktur behält oder beispielsweise von IBM managen läßt, dass Cancom aber die benötigten Mitarbeiter stellt, die sich um das Management der IT-Arbeitsplätze kümmern.

240.000 Systeme würden derzeit betreut, viermal soviele wie Bechtle. Dieser Wettbewerber sei allerdings bei den großen Service-Aufträgen kaum präsent, »die agieren eher im Mittelstand, da tun wir uns nicht weh«. An erster Stelle konkurriere man mit ComputaCenter. »Da geht es um die großen Deals, wenn beispielsweise 20 Mitarbeiter für drei Jahre gebucht werden«, erläuterte Weinmann.

Kurs auf Wachstum

Trotz des starken Wettbewerbs sei dieses Feld mit attraktiven Margen gesegnet. Dafür habe man sich auch auf Vertriebsseite eingestellt. Jedoch sei es kaum noch möglich, gute Consultants auf dem Markt zu bekommen, da diese sehr begehrt seien. Die Alternative bestehe deshalb in weitern Übernahmen. Diese seien bereits in der gesamten DACH-Region in Arbeit. Diese könnten ohne weitere Kapitalerhöhung gestemmt werden, betonte der Cancom-Chef.

Daneben wird weiteres starkes organisches Wachstum prophezeit. Treiber sind dabei jeweils die neuen Betriebssystem- und Anwendungspakete auf der MacOS- und der Windows-Plattform. MacOS X 10. 5 und Adobes Creative Suite 3 auf der einen, Windows Vista und Office 2007 auf der anderen Seite kurbelten Hardware-, Software- und die lukrativen Service-Umsätze an, ist sich Weinmann sicher. »Vista wird das Geschäft die nächsten zwei Jahre treiben. Das muss gar nicht alles in den nächsten acht Wochen passieren«, kommentierte er die zweifelnden Stimmen, die den schnellen Erfolg des aktuellen Microsoft-Betriebssystems vermissen. Der Konzernumsatz soll angesichts dieser Marktumstände in diesem Jahr auf knapp 310 Millionen (+ 16,9 Prozent) steigen, so die Schätzungen von Analysten. Das Konzernergebnis würde dann sogar um 60 Prozent auf 3,8 Millionen zulegen.


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