Obermann setzt den Rotstift an

Telekom soll wettbewerbsfähiger werden

01.03.2007 | Redakteur: Sarah Maier

Telekom-Chef Obermann will den Konzern durch umfangreiche Sparmaßnahmen auf Vordermann bringen.

Auf Konzernebene kann sich die Deutsche Telekom über Gewinn freuen, doch im Deutschlandgeschäft ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Neben Auslagerung von Mitarbeitern will das Unternehmen nun nur noch zwei Angebotsmarken führen.

René Obermann, Chef der Deutschen Telekom, gab auf der Jahrespressekonferenz die neue Strategie des Unternehmens bekannt. Während der Innlandsumsatz 2006 verglichen mit dem Vorjahr um rund 1,7 Milliarden Euro auf 32,5 Milliarden Euro zurückging, stieg der Auslandsumsatz um 3,5 Milliarden Euro auf 28,9 Milliarden Euro. Damit liegt der Anteil des Auslandsumsatzes bei 47,1 Prozent des Konzernumsatzes. Jedoch ist trotz Rückgang der deutsche Markt weiterhin Hauptträger des Konzerns. Der bereinigte Konzernüberschuss, also der Gewinn, lag bei 3,9 Milliarden Euro.

Mit vier wesentlichen Punkten will Obermann die Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland verbessern.

Wie auch die Konkurrenz will Obermann seinen Konzern in erster Linie auf mobiles Internet und die Funktionen von Consumer-Bereich dann in die Marken „@home“ und „mobile“, welche sich laut Obermann schon in den USA und Großbritannien »hervorragend vermarkten lassen«. Die Geschäftskundenmarke »T-Systems« bleibt bestehen.

Das zweite Ziel ist eine Verbesserung der Situation auf dem deutschen Markt. Dazu gehört der von Obermann vielfach gepredigte Kundenservice, aber auch die in letzter Zeit stark kritisierten Einsparungsmaßnahmen durch die Ausgliederung von Mitarbeitern in den »T-Service«. Eingespart werden sollen im Bestfall 4,7 Milliarden Euro bis zum Jahr 2010. Neben T-Service sollen dabei kostengünstigere All-IP-Netze und eine effiziente IT-Infrastruktur helfen.

Zur Breitbandstrategie gehört der Ausbau von ADSL. So sollen bis zum Sommer 750 Städte damit versorgt werden. Da VDSL bisher nur in zehn Städten verfügbar ist, soll die Versorgung der Bevölkerung mit dem Telekom-IP-Angebot vorerst weiter über ADSL laufen. Bis 2008 will das Unternehmen jedoch bereits insgesamt 50 Städte an das VDSL-Netz angeschlossen haben.

Als dritten Punkt strebt Obermann ein Auslandswachstum an, vor allem durch Zukäufe im Mobilfunkbereich. Abschließend will der Telekom-Chef den Ausbau der Informations- und Kommunikationstechnologie vorantreiben. Dabei sollen Partner helfen, zu denen Obermann aber heute noch keine genaueren Informationen preisgeben wollte.


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