Energieeffizienzte Produkte

Grüner Daumen hoch für die IT

17.01.2007 | Redakteur: Katharina Krieg

IT- und Unterhaltungselektronik-Hersteller entdecken ihr Herz für die Umwelt und setzen auf energieeffiziente Produkte. Dem Handel verlangt dies eine intensivere Beratung der Kunden ab.

Des Unternehmers bester Freund ist der ROI, der Return on Investment. Investitionen sollen sich möglichst rasch und deutlich auszahlen. Langfristige Energiekosten fallen in den Kalkulationen oft hinten runter. Energiesparlampen und sparsame Kraftfahrzeuge haben längst ihren Weg in unsere Gesellschaft gefunden – trotz ihres höheren Kaufpreises.

Nun entdecken auch die Hersteller von IT und Unterhaltungselektronik ihr Umweltbewusstsein als Instrument. Schnell ist damit ein neues Verkaufsargument kreiert und ganz nebenbei wird das Image der Hersteller kräftig aufpoliert. Dem Kunden kann es nur recht sein, wenn sich nach Anschaffung effizienter Produkte am Ende eines Jahres die Stromrechnung halbiert hat. Ein wahrer Stromfresser ist in Rechenzentren zu Hause. HP verspricht nun, die Energiekosten für die Kühlung der Systeme um bis zu 45 Prozent zu senken. Die Neuentwicklung nennt sich »Dynamic Smart Cooling« (DSC) und hier steckt auch der Schlüssel zur Lösung des Kostenproblems: Die Energieausgaben sollen dynamisch werden - aus fixen Stromkosten sollen variable werden. DSC besteht aus mehreren Sensoren, die an den IT-Racks die aktuelle Lufttemperatur messen und die Stromzufuhr automatisch an den tatsächlichen Kühlungsbedarf anpassen. Von HP kommt die Technologie, Planung und Implementierung legt der Hersteller in die Hände seiner Partner.

Auslastung und Einsparung

Energieeffizienten Rechenzentren hat sich auch EMC verschrieben. Der Hersteller nimmt die Planung selbst in die Hand und entwickelt für den Rechenzentrumsbetreiber eine Energiestrategie. Für eine optimale Auslastung werden die Lastspitzen der Systeme ermittelt und die kühlenden Luftströme neu geplant, so dass sie sich nicht gegenseitig behindern.

Dem Händler muss klar sein, dass durch effiziente Geräte eingespartes Geld zur Anschaffung neuer Produkte wieder in seinen Laden getragen werden kann. Die Initiative Energieeffizienz der Deutschen Energie-Agentur (Dena) und Energieversorger wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert und will Händler sensibilisieren, ihren Kunden energieeffiziente Produkte zu verkaufen. Was jeder Händler ohne viel Aufwand tun kann, um einen kleinen Beitrag zu leisten ist, den Kunden immer über den Standby-Verbrauch des Gerätes zu informieren und ihm zusätzlich eine schaltbare Steckdosenleiste zu verkaufen.

Ein weiterer simpler Tipp für Privat- und Businessanwender ist, statt vieler einzelner Produkte in ein energieeffizientes Multifunktionsgerät zu investieren. So hängen zumindest nicht zahlreiche Geräte permanent über Standby am Stromnetz. Befolgt man diese Ratschläge, so lassen sich laut Initiative Energieeffizienz im Privat- und Büroumfeld bis zu 90 Prozent der Energiekosten einsparen.

Grüner Dschungel

Zwar wird in der EU-Kommission heftig über Stromsparmaßnahmen diskutiert, an einer einheitlichen Kennzeichnung, auf die sich Händler und Kunden verlassen können, fehlt es allerdings. Da gibt es den Energystar, der ausschließlich für energieeffiziente Bürogeräte vergeben wird. Einst aus den USA herüber geschwappt, hat er sich aber in Europa noch nicht durchsetzen können. Mit dem GEEA-Energielabel (Group for Energy Efficient Appliances) werden Geräte mit überdurchschnittlich niedrigem Stand-by-Verbrauch gekennzeichnet. Der »Blaue Engel« und das aus Schweden stammende TCO-Label sind eher allgemein gehalten. Hier ist die Energieeffizienz nur ein Kriterium neben beispielsweise der Vermeidung von Schadstoffen, Emissionen und Abfall.

Zur Orientierung bietet die Dena auf der Seite www.office-topten.de eine Datenbank effizienter Bürogeräte, von PC und Notebook bis hin zum Multifunktionsdrucker.

Die Hersteller zeigen ihr neues Umweltbewusstsein am liebsten auf eigenen Internetseiten mit »Earth«, »Energy« oder »Umwelt« in der Adresszeile. Besonders marketingwirksam inszeniert Dell seine Bemühungen. Mit einem Bepflanzungsprogramm will der Direktvermarkter Sympathiepunkte beim Kunden sammeln. So wird ab April für jedes Notebook und jeden Desktop-PC ein Baum gepflanzt. Kein Hersteller kann sich mehr das Image erlauben, die Umwelt links liegen zu lassen. Mutter Erde dürfte es gleich sein, ob sie nun aus gutem Willen oder wegen einer Marketingmasche geschützt wird.


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