Systemhaus muss prognose senken

Bechtle: Ertrag ist wichtiger als Umsatz

14.11.2006 | Redakteur: Philipp Ilsemann

Ralf Klenk. Der Bechtle-CEO will vor allem den Ertrag steigern, die Umsätze sind zweitrangig

Zurückgefahren.Das Neckarsulmer Systemhaus Bechtle muss wegen ausgebliebener Großaufträge seine Umsatzerwartungen nach unten korrigieren. Das stört Vorstandschef Ralf Klenk wenig, solange der Gewinn steigt.

Hauptsache die Marge stimmt. So ließen sich in etwa Bechtles neue Bilanzzahlen und die Reaktion des Vorstands zusammenfassen. Das Neckarsulmer Systemhaus musste im dritten Geschäftsquartal einen leicht gesunken Umsatz vermelden. Die Einnahmen sanken gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 288 auf 281 Millionen Euro.

Die Prognose für das Gesamtjahr muss das Unternehmen daher leicht nach unten korrigieren. War Bechtle ursprünglich von einem Zielkorridor zwischen 1,25 und 1,3 Milliarden Euro ausgegangen, liegen die Erwartungen nun bei 1,2 Milliarden Euro. Der Hauptgrund für den Rückgang sei nach Unternehmensangaben ein geringerer Anteil an großvolumigen Aufträgen in den ersten neun Monaten.

„Wir verzichten schon mal auf Durchschiebegeschäfte oder ‚gekaufte Umsätze‘, wenn sie nicht von strategischer Bedeutung sind“, lässt sich Bechtles Chef Ralf Klenk nicht beirren. Für ihn gilt die Maxime: „Wir machen nicht Umsatz um jeden Preis. Am Ende zählt, was unter dem Strich dabei herauskommt.“

Bei Bechtle kommt konkret eine Steigerung des Vorsteuergewinns von 11,9 auf 12,4 Millionen Euro heraus. Für das Gesamtjahr ist der letztjährige Gewinn von 41,2 Millionen Euro bereits gesichert. „Wir gehen davon aus, die 42 Millionen Euro übertreffen zu können“, gibt sich Klenk zuversichtlich.

Entscheidend dafür ist jedoch ein ähnlich starkes Weihnachtsgeschäft wie in der Vergangenheit. Eine exakte Prognose will Bechtle nicht abgeben, da die letzte Million meist erst in den letzten Tagen des Jahres zustande kommt. „Selbst an Weihnachten wissen wir noch nicht, welche Umsätze und Erträge die nächste Woche bringt“, beschreibt Klenk die Planungsunsicherheit in der Branche.

Für die Zukunft fokussiert sich der Dienstleister, der sich in der Vergangenheit vor allem durch Übernahmen einen Namen gemacht hat, auf organisches Wachstum. Gerüchte über eine mögliche Übernahme des Dienstleisters Comline kann Klenk nicht gänzlich ins Reich der Fabel verweisen. „Comline ist ein nennenswerter Anbieter in der Branche. Wenn dieser zur Disposition steht, würden wir das prüfen“, so der CEO. Ein konkretes Angebot liege jedoch derzeit nicht auf dem Tisch.

Bechtle soll sich laut Klenk zum Full-Service-Anbieter mausern: „Wir wollen vom Lieferanten zum Betreiber werden“. Einen ersten Schritt habe das Unternehmen mit der Übernahme des Outsourcing-Bereichs von IBM gemacht. „Damit haben wir die kritische Masse bekommen, um die Call Center ordentlich auszulasten“, so Klenk, der nun Pionierleistung im Mittelstand betreiben will. Nach ersten praktischen Erfahrungen mit fünf Pilotkunden soll sich das Geschäft in Zukunft stärker Richtung Service verlagen. Dabei sei es jedoch wichtig, die einfacheren Services, deren Margen in jüngster Zeit enorm unter Druck gerieten, in Tochtergesellschaften zusammenzufassen. Wpi


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