Icann baut das Internet um

Dotbrand-Dienstleistungen für die neuen Top-Level-Domains

30.09.11 | Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Dr. Stefan Riedl / Stefan Riedl

Nach dem Radikalumbau des Internets herrscht Freiheit bei den TDLs. (Iakov Kalinin - Fotolia.com)
Nach dem Radikalumbau des Internets herrscht Freiheit bei den TDLs. (Iakov Kalinin - Fotolia.com)

Einen Ältestenrat oder Bürgermeister des Internets gibt es nicht. Dafür hat die Icann-Organisation einen Radikalumbau beschlossen. Ben Crawford, CEO des Internetregistrars Centralnic, sprach mit IT-BUSINESS über die Herausforderungen in der Umbauphase sowie die künftige Anatomie des Webs.

Das Internet wird im Jahr 2013 ganz anders daherkommen, denn die Icann (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) hat einen Radikalumbau angestoßen. Die Non-Profit-Organisation, die weltweit Top-Level-Domains (TLDs) verwaltet, will dann auch generische Begriffe wie „.hotel“, Firmennamen wie „.ibm“ oder Bezeichnungen von Regionen wie „.bayern“ als gültige Endung einer Webadresse zulassen.

Icann-Chef Rod Beckstrom begründete die Öffnung des Namen-System damit, dass bei der Ausgestaltung des Webs weltweit der Einfallsreichtum angeregt werden solle.

Auch wenn viele von der Ankündigung überrascht wurden – Geheimsache waren die Pläne keineswegs.

Ben Crawford, CEO des Internetregistrars Centralnic, nennt die neuen TLDs „Dotbrands“, in Anlehnung an den Begriff „Dotcom“. Crawford erinnert sich im Gespräch mit IT-BUSINESS, dass Icann diese bereits vor sechs Jahren ankündigte. „Seither wurde der Prozess um die Entwicklung von Vorschriften- und Bedingungen in sehr engem Kreis verschiedener Interessengruppen vorangetrieben, einschließlich Regierungen, Marken-Herstellern und der Domain-Branche“, so der Registrar-Chef.

Neue Services gefordert

Der Registrar Centralnic nutzt die Gunst der Stunde und bietet Dienstleistungen für Unternehmen, die sich für neue TLDs interessieren. „Dotbrand-Solutions“ lautet das Schlagwort dahinter. Hierbei werden eigene Marken verwaltet, die für eine spätere Karriere als TLD vorgesehen sind. Angesprochen sind damit große Brands auf der ganzen Welt. In Frage kommen Namen in ASCII-Text, aber auch Zeichen in Chinesisch oder Kyrillisch kommen unter. Die Kosten für neue TLDs sind hoch (siehe Kasten). Crawford ist jedoch optimistisch, dass ausreichend Interessenten zusammenkommen: „Selbst Unternehmen mit Umsätzen unterhalb 10.000.000 US-Dollar werden Dotbrands erwerben“.

Vorteile für Verbraucher

Der Eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft ist positiv eingestellt. Wenn der Internetnutzer weiß, dass er alle Produkte einer Marke nach dem Schema www.produkt.marke finden kann, sei er vor Falschinformationen sicher.

Auch Crawford ist dieser Meinung: „Es wird für Unternehmen markensichere Zonen mit offiziellen, legitimen Inhalten geben. Diese werden leicht zu unterscheiden sein für Suchmaschinen und Verbraucher – ähnlich den „.edu-Domains“, die heute ein Markenzeichen offizieller Bildungsträger sind“, kommentiert der CEO.

Ergänzendes zum Thema
Kosten und Procedere

Gerangel um Namensrechte

Firmen, deren Namen auch von anderen Unternehmen genutzt werden (als Beispiel nennt Crawford „Apple Computer“ und „Apple Records“) oder wenn es um allgemeingültige Wörter wie etwa Ortsnamen („.Hannover“) geht, sollten sich jedoch darum bemühen, in der Bewerbungsphase (siehe Kasten) zum Zug zu kommen. Ansonsten könnte die Domain eventuell jemand anderem zugesprochen werden.

Technische Herausforderungen

Über die technische Umsetzung wird bereits seit Jahren diskutiert. „Es gilt recht große Hürden zu meistern, vor allem die Prozesse der Antragstellung und technischen Anforderungen sind völlig neu gestaltet und anders als alles bisher Dagewesene“, so Crawford. Bei Centralnic laufen die Vorbereitungen schon auf Hochtouren. □


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