„IT-Mitarbeiter gesucht“ am Praxisbeispiel des Systemhauses Urano

IT-Fachkräftemangel – Politposse oder echtes Problem?

13.05.2011 | Redakteur: Stefan Riedl

Wissen rund um Bits und Bytes ist nicht so dicht gesät, wie es sich Personalchefs wünschen würden.

Beim Thema „Fachkräftemangel“ geht die Kontroverse schon beim Namen los. Für die einen gibt es ihn nicht wirklich, sondern eher unzureichenden Willen zur Mitarbeiterqualifizierung. Dem stehen Personaldienstleister und Systemhäuser gegenüber, die in der Praxis keine geeigneten Bewerber finden.

Für die einen gibt es den Fachkräftemangel nicht wirklich. Hinter diesem Buzzword verstecke sich vielmehr die Absicht von Branchen- und Arbeitgeberverbänden, politische Maßnahmen anzustoßen, die für mehr verfügbare Arbeitskräfte sorgen.

Helga Schwitzer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall sagte beispielsweise zur vergangenen CeBIT: „Trotz Aufschwung in der IT- und Telekommunikationsbranche sind die Gehälter bei IT-Experten nur moderat gestiegen. Damit bestätigt sich der dramatische Fachkräftemangel nicht, den Branchenvertreter vorhergesagt haben“. Auch aus Kreisen der Arbeitsagenturen wurde in der Vergangenheit des öfteren moniert, dass die Suche nach Fachkräften nicht so „händeringend“ sein kann, wie oft beschrieben, weil man sich durchaus mehr Weiterbildungsinitiativen vorstellen könne.

Urano sucht IT-Experten

Das mögen ja rationale Argumente sein, Unternehmen haben aber trotzdem mitunter reale Probleme damit, geeignete IT-Fachkräfte zu finden. Beispielsweise sucht das IT-Systemhaus Urano aus Bad Kreuznach gegenwärtig noch rund 50 Mitarbeiter. „Der Markt für IT-Fachkräfte scheint wirklich leergefegt – vor zwei Jahren hatten wir noch mehr Bewerbungen als verfügbare Stellen“, klagt Personalchefin Simone Pieroth.

Seit über einem Jahr wird nach Sharepoint-, VMWare-, Exchange-, Citrix-, Java- und SQL-Experten gesucht. Urano bietet tauglichen Kandidaten inzwischen auch an, sie hausintern weiterzubilden.

Adecco sucht Zeitarbeiter

Wer hilft, wenn Personal fehlt? Zeitarbeitsfirmen. Doch auch diese haben derzeit so ihre Probleme: Deren rasantes Wachstum der vergangenen Jahre beginnt sich abzukühlen. Jüngst beklagte beispielsweise Andreas Dinges, Deutschland-Chef der Schweizer Zeitarbeit-Firma Adecco gegenüber der Financial Times Deutschland, dass es auch für sein Unternehmen immer schwieriger wird, Arbeitskräfte zu finden.

Am Geld kann es nicht liegen

Auch das Systemhauses Urano konnte seine Personalprobleme nicht mit Personaldienstleistern lösen, wie die Personalchefin beschreibt: „Selbst die Zusammenarbeit mit spezialisierten Personaldienstleistern hat uns bislang nicht die gewünschte Zahl an Kandidaten gebracht.“ Am Einkommen könne es nicht liegen, findet Pieroth, denn die Gehälter von seien mit denen anderer IT-Systemhäuser vergleichbar. Auch der Einsatzort sei kein Ausbremser, denn das Unternehmen ist an zwölf Standorten im Bundesgebiet präsent, und über den Einsatzort lasse sich reden.

Ende März beschäftigte Urano rund 330 Mitarbeiter. Der herstellerunabhängige Anbieter von Hardware, Software und Services erzielte im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 38,7 Millionen Euro. 2011 sollen bereits 47 Millionen Euro umgesetzt werden. Für weiteres, nachhaltiges Wachstum muss jedoch die Mitarbeiterzahl hochgefahren werden.

Was meinen Sie?

Wie sind Ihre Erfahrungen? Fehlt es am Personal, stimmen die Qualifizierungen nicht, treffen bei den Gehältern Angebote und Forderungen nicht zusammen? Diskutieren Sie mit im Forum von IT-BUSINESS und beschreiben Sie uns Ihre Erfahrungen!

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