Breko-Warnung an die Bundesnetzagentur

Hohe TAL-Entgelte gefährden raschen Glasfaserausbau in Deutschland

11.02.2011 | Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Breko-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers ist für eine deutliche Absenkung der TAL-Gebühren

Die Deutsche Telekom hat bei der Bundesnetzagentur eine Erhöhung der Entgelte für die TAL (Teilnehmeranschlussleitung) beantragt. Demnach sollen die Wettbewerber monatlich für die „letzte Meile“ zu ihren Kunden über 25 Prozent mehr zahlen. Der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (Breko) sieht darin das falsche Signal für einen raschen Glasfaserausbau in Deutschland und fordert deutlich niedrigere TAL-Entgelte.

Die Deutsche Telekom verfügt mit der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) zum Endkunden über ein wichtiges Vorleistungsprodukt, das alternative Telekommunikationsanbieter zur Realisierung eigener Endkundenangebote dringend benötigen. Am 20.01.2011 ging ein neuer Entgeltantrag für die TAL bei der Bundesnetzagentur ein. Demnach sollen die Wettbewerber ab dem 01.04.2011 statt 10,20 Euro für die „letzte Meile“ 12,90 Euro bezahlen.

Sinkende Gebühren führen zu steigenden Investitionen

Für den Breko, dessen Mitglieder nach Verbandsangaben über 6,5 Millionen TALs gemietet haben, bremst eine solche Entgelterhöhung den Glasfaserausbau in Deutschland. Vor allem in der Fläche sei eine deutliche Absenkung der TAL-Entgelte erforderlich. Die Mitgliedsunternehmen des Breko würden dann den Glasfaserausbau intensiver vorantreiben und bei der Erreichung der Breitbandziele der Bundesregierung mithelfen können. Gerade die alternativen Telekommunikationsanbieter seien zu Investitionen in bislang unterversorgten, ländlichen Gebieten bereit. Allein die Breko-Unternehmen hätten 2010 rund 1,5 Mrd. Euro in den Glasfaserausbau, vor allem in sogenannten weißen Flecken, investiert.

In Etappen vom Kupfer- zum Glasfasernetz

Der Breko ist sich bewusst, dass in den nächsten Jahren nicht in alle Häuser in Deutschland Glasfaseranschlüsse gelegt werden können und daher Zwischenschritte erforderlich seien. Ein solcher Zwischenschritt sei die Verlegung von Glasfasern bis zum Kabelverzweiger, dem „grauen Verteilerkasten“ am Straßenrand. Hierdurch würde die Kupferstrecke zum Kunden so kurz, dass Bandbreiten von bis zu 50 MBit/s möglich seien. Dieser Zwischenschritt eines effizienten Glasfaserausbaus bis zur Wohnung des Kunden (FTTB/FTTH) wäre jedoch bei zu hohen TAL-Entgelten unwirtschaftlich. Hinzu komme, dass die Deutsche Telekom durch die hohen Einnahmen aus ihrem bereits abgeschriebenen Kupfernetz keinerlei Anreize erhält, selbst in eine Glasfaserinfrastruktur zu investieren. Gleichzeitig würden den Wettbewerbern Finanzmittel entzogen, die sie für eigene Infrastrukturinvestitionen benötigten.

Gutachten empfiehlt Preisobergrenzen

Der Breko verweist auf ein Professoren-Gutachten, in dem unter Rückgriff auf die von der Bundesnetzagentur im Jahr 2009 ermittelten Wiederbeschaffungskosten die tatsächlichen TAL-Kosten quantifiziert wurden. Darin ergebe die Berücksichtigung tatsächlicher Kosten selbst bei einer Beteiligung der Wettbewerber am Vermarktungsrisiko für gebaute aber nicht mehr nachgefragte TAL ein maximal vertretbares Entgelt in Höhe von 4,24 Euro für die Kabelverzweiger-TAL und eine Preisobergrenze von 6,94 Euro für die Hauptverteiler-TAL.


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