31.01.2011 | Redakteur: Stefan Riedl
Seit 19 Jahren leitet Markus Mildenberger das niederbayerische Systemhaus m/a EDV. Im Gespräch mit IT-BUSINESS lotet der Geschäftsführer die Praxisrelevanz von Themen wie Cloud Computing, Partnerprogrammen und alternativen Einkaufsquellen aus.
ITB: Vor rund einem Jahr haben wir uns über Schweinepreise in der IT-Branche unterhalten. Sie haben Beispiele genannt, bei denen Produkte in Online-Shops für Endkunden günstiger waren, als der Händlereinkaufspreis beim Distributor. Kaufen Sie noch beim Online-Händler?
Mildenberger: Es ist nach wie vor so, dass es oft günstiger wäre, Teile über irgendwelche Internet-Shops zu kaufen. Wir machen das aber nicht, weil es in diesem Umfeld immer Probleme gibt. Es geht bei der Bezahlung los. Oft wird Vorkasse oder Nachnahme verlangt. Meist kommt die Lieferung nicht so pünktlich und schnell, und im Falle einer Reklamation hat man keine dedizierten Ansprechpartner und keinen geregelten Ablauf.
Mildenberger: Ja. Die Distribution ist hier einfach besser aufgestellt und für uns als professionelles Unternehmen der richtige Partner. Als HP Preferred Partner – ein Status, den wir uns hart erarbeitet haben – können wir Projektpreise beantragen und sind damit auch konkurrenzfähig gegenüber Internet-Preisen. Unser größter Vorteil ist jedoch, dass wir jede Menge Erfahrung haben.
Mildenberger: Nach der Maxdata-Insolvenz war für uns klar: Wir arbeiten nur noch mit den größten Herstellern zusammen. Das waren damals FSC und HP. Bei FSC stand der Ausstieg von Siemens unmittelbar bevor, deshalb war HP erste Wahl – und wir wurden bisher nicht enttäuscht. Die Entscheidung war richtig. Je billiger ein Angebot, desto weniger Marge bleibt beim Hersteller. Und desto anfälliger sind diese bei einem Auftragsrückgang. Der Händler badet es am Ende aus.
Mildenberger: 2010 war ein gutes Jahr für unser Unternehmen. Viele Kunden holten Investitionen nach, an Arbeit mangelte es uns nicht. Außerdem blieben die Preise für Hardware stabil, sie gingen durch den Dollar-Kurs sogar etwas nach oben. Wir hatten also nicht in dem Maß mit dem Preisverfall der Hardware zu kämpfen. Weiterhin kam uns indirekt das Konjunkturprogramm der Regierung zu gute. Viele Kommunen sanierten ihre Amtsstuben und Schulhäuser. Im Rahmen dieser Sanierungen wurden meist EDV-Arbeiten fällig.
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